WWF schaltet sich ein

14. September 2018 11:30; Akt: 14.09.2018 11:41 Print

Wirbel um Freigabe für Wolf-Abschuss in NÖ

Als "populistische Schnellschuss-Aktion" bezeichnet die Tierschutzorganisation WWF die geplante Änderung des nö. Jagdgesetzes.

Der Abschuss des Wolfes soll im nö. Jagdgesetz als

Der Abschuss des Wolfes soll im nö. Jagdgesetz als "letztes Mittel" nach Vergrämung, Betäubung und Fang verankert werden. (Bild: iStock (Symbol))

Zum Thema
Fehler gesehen?

Wie berichtet soll der Abschuss des Wolfes "als letztes Mittel" in NÖ schon bald erlaubt sein. Nächsten Donnerstag lässt VP-Landesvize Stephan Pernkopf im Landtag darüber abstimmen.

Kritik kommt nach den Grünen nun auch vom WWF. Die Tierschutzorganisation bezeichnet die Novelle als "populistische Schnellschuss-Aktion ohne naturschutzfachliche Grundlage und ohne ausreichende öffentliche Begutachtung", wie sie in einer Aussendung am Freitag erklärt.

"Versäumnisse im Wolfsmanagement"

„Damit will die Landesregierung von ihren eigenen Versäumnissen im Wolfsmanagement ablenken. Jahrelang wurde wenig bis nichts getan, um die Bevölkerung sachlich zu informieren, Weidetierhalter zu unterstützen und fachgerechten Herdenschutz zu ermöglichen. Daher wird jetzt eine Sicherheitsgefährdung herbeigeredet, um Abschüsse von Wölfen zu rechtfertigen. Gleichzeitig wird der EU-rechtlich gesicherte Artenschutz konsequent schlechtgeredet“, so WWF-Experte Christian Pichler.

Weiters betont der Verein, das Land NÖ halte sich bisher nicht an die im Management-Plan vereinbarten Maßnahmen.

Land betont Konformität

Genau dem widerspricht allerdings das Land: Der Management-Plan werde rigoros befolgt, derzeit werde versucht mit Vergrämungsmaßnahmen zu arbeiten, um die natürliche Scheu der Tiere wieder zu aktivieren. Immer wieder betonte man in den letzten Wochen die Teilnahme des WWF bei der Ausarbeitung.

Wie berichtet, will Stephan Pernkopf den Wolf auch von der EU-Artenschutzliste streichen lassen – er sei "schon lange nicht mehr gefährdet".

Bleiben Sie informiert mit dem Newsletter von heute.at


Das könnte Sie auch interessieren:

(nit)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Herbert Hopf am 14.09.2018 12:06 Report Diesen Beitrag melden

    Artenschutz

    zuerst siedelt man den Wolf wieder an und dann erklärt man ihn zum Problem - den Wolf abschießen zu wollen ist ein sinnloser Akt und frei von jeder Verantwortung

    einklappen einklappen
  • Jasmin am 14.09.2018 11:56 Report Diesen Beitrag melden

    Freiheit

    Sie haben auch ein Recht zu Leben!!! So wie so mancher Mensch!!!

    einklappen einklappen
  • mara am 14.09.2018 12:02 Report Diesen Beitrag melden

    abschussverbot!

    zuerst fast ausgerottet, dann wieder angesiedelt und jetzt wieder ausrotten? schrecklich, nur damit ein paar damische überall herunwandern dürfen, als ob nicht genug wolffreie alternativen gäbe? almkühe bitte dann auch zum abschuss frei geben, weil da ja auch immer wieder probs mit verletzungen/wandernden gibt.

    einklappen einklappen

Die neuesten Leser-Kommentare

  • Susi am 14.09.2018 19:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Rotkäppchen

    Man merkt wirklich wie rückständig manche Ansichten hier in Ö sind. Zuviel Rotkäppchen gelesen. Also mir macht die Überpopulation der Wildschweine weit mehr Sorgen. Aus Erfahrung weiss ich wie aggressiv diese sein können. Im Grunde passt es der Jägerschaft und Bauern nicht, dass sich der Wwf einmischt und sieht, was alles falsch läuft bei der Betreuung von Fauna und Flora. In Ö wird jedes Stück Wald bzw. Wiese und Feld bejagt oder verbaut. Die vorgegebene jährliche Abschussquote wird aber nie eingehalten, weil sonst könnte man nicht die hohen Schadenersatzforderungen wegen Wildverbiss etc. ans Land stellen. Und nicht zu vergessen die hohen Prämien, die Revierbesitzer kassieren, wenn ein Freizeitjäger einen Hirschen schiesst, wahrscheinlich eingesperrt im Gatter. Vielleicht gibts dann auch Prämien für den Abschuss von Wölfen.

  • Boris am 14.09.2018 17:01 Report Diesen Beitrag melden

    Jägerlatein

    und wer schütz uns vor den vielen wildgewordenen jägern?

  • DavMes am 14.09.2018 16:56 Report Diesen Beitrag melden

    Fehlentscheidung!

    Als aktiver Tierschützer (ich spende viel) mache ich zwischen Tieren grundsätzlich keinen Unterschied. Jedes Schaf das gerissen wurde, hat fürchterlich gelitten. Allerdings, wie lange hätte es noch gelebt und was wäre sehr bald mit ihm passiert? Ist vom Mensch geschlachtet (oder gar geschächtet!!!) werden so sehr viel besser? Es ist möglich die Schafe zu schützen. Das kostet Geld und ist aufwändig. Für den Staat wäre das "ein Klacks" und der (schützenswerte) Wolf könnte weiterleben. Leider ist die Jäger-Lobby eine starke. Ich hasse Jäger, weil sie keinerlei Respekt vor dem Leben haben.

    • Susi am 15.09.2018 10:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @DavMes

      Wenn ich denke wie lange diese 600 schafe gelitten haben, die mehrere Tage Transport aus Rumänien, dann tagelang ohne Wasser und in der prallen Sonne zusammengepfercht im Schächthof standen bis zur betäubungslosen Tötung durchs Messer. Sogar der Amtstierarzt kam und verfügte, dass Sonnenschutzplanen aufgestellt wurden und die Tiere Wasser bekamen. Aber hier wird zugesehen, und keine Landtags Dringlichkeitssitzungen einberufen

    • DavMes am 15.09.2018 13:10 Report Diesen Beitrag melden

      Antwort an @Susi

      Es ist immer wieder "unpackbar", zu was Menschen fähig sind. Das gilt aber für die gesamte Kette ab Geburt eines "Schlachtviehs" bis zu dessen fürchterlichen Tod. Eventuell ein paar Bio-Bauern ausgenommen, aber letztendlich landen auch dessen Tiere auf dem Teller. Deshalb bin ich seit über 30 Jahren Vegetarier, ohne Rückfall. Vegan leben wäre noch richtiger - im nächsten Leben dann. (-;

    einklappen einklappen
  • Kati am 14.09.2018 13:54 Report Diesen Beitrag melden

    Politiker... handeln ohne zu denken

    Eigentlich sollten wir über die Artenvielfalt froh sein und nicht die armen Wesen rücksichtslos ausrotten. Was ist eigentlich mit Hirtenhunden früher ging es auch damit. Ich würde mir mehr Toleranz in unserem Land wünschen für die hiesige Flora und Fauna.

    • Vorstadtmama am 14.09.2018 15:58 Report Diesen Beitrag melden

      diesmal denken die Politiker..

      Wölfe meiden in der Regel die Menschen. Tun sie es nicht, wird es gefährlich. Und dann muss man handeln können, bevor es zu einem bedauerlichen "Unfall" z.B mit einem Kind kommt. Die Tiere kann man dann nicht zur Verantwortung ziehen, die Politiker schon.

    • Susi am 14.09.2018 19:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Vorstadtmama

      Ich würde vor den vielen Wildschweinen in den Wäldern mehr Angst haben. Ihre Lieblingslektüre war und ist wohl Das Rotkäppchen.

    einklappen einklappen
  • Guggi am 14.09.2018 13:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Das Problem ...

    Ist der Mensch und nicht das Tier. Schafe durch Weidezaun schützen, und passt. Lasst den Wolf in Ruhe. Alternativ kann man ja Jäger ....

    • Vorstadtmama am 14.09.2018 15:09 Report Diesen Beitrag melden

      es geht nicht um Schafe..

      nur wenn Menschen in Gefahr sind, wird geschossen. Und das ist eigentlich bei jedem Tier so nicht nur bei Wölfen.

    • Salzburgerin am 14.09.2018 16:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Guggi

      Echt jetzt? So einfach ist das? Muß ich gleich meinen Nachbarn sagen. Die brauchen nur ihr Almgebiet von 270 ha im steilen felsigen Gelände auf über 2000 m Seehöhe einzäunen und alles passt. Super, danke für den Tip.

    • Schäfer am 14.09.2018 21:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Guggi

      Welcher Weidezaun hält den Wolf auf? Bitte erklären, damit ich meine Schafe damit schützen kann, und vor allem wer bezahlt ihn? Der WWF? Oder der Staat? Oder doch wieder ich selbst? Ich setze auch keinen Fuchs in deinen Hühnerstall und sage dann du solltest deine Hühner besser schützen.

    • Susi am 14.09.2018 21:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Salzburgerin

      Na wäre vielleicht nicht so schlecht. Im letzten Wanderurlaub sahen wir eine Herde Schafe verirrt im strömenden Regen neben dem Fels stehen. Kein Schäfer weit und breit

    einklappen einklappen