Wegen Gebühr

07. Februar 2018 07:00; Akt: 06.02.2018 18:51 Print

Steyr: Eltern gründen erste "Not-Kindergärten"

Fast 50 Prozent der Kinder wurden in Steyr von der Nachmittagsbetreuung in den Kindergärten abgemeldet. Nun organisieren sich die Eltern.

In Steyr organisieren jetzt die Eltern die Nachmittagsbetreuung selber. (Bild: iStock)

In Steyr organisieren jetzt die Eltern die Nachmittagsbetreuung selber. (Bild: iStock)

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Seit 1. Februar ist die Nachmittagsbetreuung in den oberösterreichischen Kindergärten nach 13 Uhr kostenpflichtig. Zwischen 42 und 110 Euro müssen die Eltern bezahlen. Die Höhe hängt vom Brutto-Familieneinkommen und den Betreuungstagen ab (2, 3 oder 5).

Weil sich viele Familien aber die Gebühren nicht leisten können oder wollen, gab es im ganzen Bundesland zahlreiche Abmeldungen von Kindern. In der Stadt Steyr wurde sogar fast 50 Prozent der Kinder aus der Nachmittagsbetreuung genommen.

Wir haben bei der zuständigen Stadträtin Ingrid Weixlberger (SPÖ) nachgefragt, warum das so ist und wie es weitergeht. "Wir waren selber überrascht, wie viele Abmeldungen es gegeben hat. Viele Eltern waren einfach vor den Kopf gestoßen und verunsichert, dass es so schnell geht", sagt sie.

Eltern betreuen Kinder abwechselnd privat

Und in Steyr waren einige Eltern auch sehr kreativ, gründeten aus der Not heraus "eigene" Kindergärten: "Einige haben sich privat organisiert und betreuen jetzt abwechselnd die Kinder im privaten Rahmen", erzählt Weixlberger im Gespräch mit "Heute".

Für die Stadt sind die vielen Abmeldungen aber auch eine Herausforderung, was das Personal betrifft. Weil ja durch die Abmeldungen weniger Kindergärtnerinnen benötigt werden.

"Befristete Verträge werden nicht verlängert"

Trotzdem: "Es wird bei den Pädagoginnen sicher keine Kündigungen geben, sie werden im Fall der Fälle woanders eingesetzt. Bei den Helferinnen kann es aber schon sein, dass befristete Verträge nicht verlängert werden", so Weixlberger.

Die Steyrer Stadtätin erwartet aber ohnedies eine Entschärfung der Situation nach den Sommerferien: "Da wissen die Eltern, was sie erwartet und können sich entsprechend einstellen."

Billig-Tarif wie in Linz wird's nicht geben

Einen vergünstigten Tarif, wie etwa in Linz, erteilt sie eine Absage. "Wir müssen auch unser Budget im Auge haben und nicht das was das Land spart aus der eigenen Taschen zahlen."

(gs)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • D.N. am 07.02.2018 09:43 Report Diesen Beitrag melden

    Never ending Story

    Na dann wurde die Nachmittagsbetreuung aber nicht wegen Berufstätigkeit der Eltern benötigt. Und das hat bis jetzt die Allgemeinheit finanzieren müssen! In fast jedem Bundesland ist für die NM Betreuung zu zahlen! Nur OÖ macht ein Drama daraus. Gratis NM Betreuung damit die Eltern mehr Freizeit haben = ausnutzen auf Staatskosten bzw. Länderkosten!

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  • manu am 08.02.2018 18:46 Report Diesen Beitrag melden

    unverständlich

    wer kinder in die welt setzt weiß das sie geld kosten als ich noch ein kind war mußten meine eltern für den kindergarten bezahlen und damals gab es noch nicht soviel kindergeld wie heute die leute heut zu tage wollen alles gratis aber das funktioniert nicht

  • myopinion am 07.02.2018 08:40 Report Diesen Beitrag melden

    Sehr gute Reaktion der Eltern

    Ich finde es gut, wenn die Eltern sich selber organisieren. Da sollten wir alle in verschiedenen Bereichen mehr machen, wo man immer meint, uns noch mehr Geld aus der Tasche ziehen zu können. Wien ist ja auch Gebührenweltmeister, da sollten wir uns auch wehren.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • manu am 08.02.2018 18:46 Report Diesen Beitrag melden

    unverständlich

    wer kinder in die welt setzt weiß das sie geld kosten als ich noch ein kind war mußten meine eltern für den kindergarten bezahlen und damals gab es noch nicht soviel kindergeld wie heute die leute heut zu tage wollen alles gratis aber das funktioniert nicht

  • D.N. am 07.02.2018 09:43 Report Diesen Beitrag melden

    Never ending Story

    Na dann wurde die Nachmittagsbetreuung aber nicht wegen Berufstätigkeit der Eltern benötigt. Und das hat bis jetzt die Allgemeinheit finanzieren müssen! In fast jedem Bundesland ist für die NM Betreuung zu zahlen! Nur OÖ macht ein Drama daraus. Gratis NM Betreuung damit die Eltern mehr Freizeit haben = ausnutzen auf Staatskosten bzw. Länderkosten!

    • Mia am 07.02.2018 10:24 Report Diesen Beitrag melden

      Stimmt

      @D.N. Sehe ich genauso. Und machen die Mütter die Kinderbetreuung + Essen für andere Kinder gratis ? Ich glaube nicht.

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  • Jesters am 07.02.2018 08:44 Report Diesen Beitrag melden

    Eltern sind Top!

    Ein Lob an die Eltern die sich jetzt selbst organisieren. Wir haben zwar in NÖ auch bezahlen müssen für die Nachmittagsbetreuung, aber hätte es eine ähnliche Abhilfe gegeben, hätte ich sie auch angenommen. So schneidet sich OÖ ins eigene Fleisch und die leidtragenden sind die Pädagoginnen und Helferinnen, denn hier wird die Arbeitslosigkeit mit Sicherheit steigen. Alleiniger Grund - Geldgier.

  • myopinion am 07.02.2018 08:40 Report Diesen Beitrag melden

    Sehr gute Reaktion der Eltern

    Ich finde es gut, wenn die Eltern sich selber organisieren. Da sollten wir alle in verschiedenen Bereichen mehr machen, wo man immer meint, uns noch mehr Geld aus der Tasche ziehen zu können. Wien ist ja auch Gebührenweltmeister, da sollten wir uns auch wehren.

    • Pussy am 07.02.2018 18:52 Report Diesen Beitrag melden

      Geiz ist geil

      Das wird nicht lange gutgehen , weil wenn die Mütter wirklich NM arbeiten müssen können sie nicht auf die Kinder aufpassen und ich glaube nicht das die Mütter die auf die Kinder aufpassen es gratis machen das ist momentan Protest und weil wenn man zahlt dann wäre der Kindergarten sicherer aber da wird gespart bei den Gebühren damit mehr Geld für den Urlaub bleibt

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