29. April 2010 09:56; Akt: 22.07.2010 11:19 Print

Erschossener Pensionst: Ermittlungen gegen Polizist

Nach dem tödlichen Schuss eines Polizisten auf einen Pensionisten in Laakirchen hat die Staatsanwalt nun Ermittlungen gegen den Beamten aufgenommen. Der Tatvorwurf lautet aber nicht auf Mord, wie zunächst behauptet wurde. Das stellte Staatsanwalt Christian Hubmer heute klar. Das Opfer hatte zwei Polizisten mit einer Waffen-Attrappe bedroht.

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In der Nacht auf Mittwoch wurden zwei Polizeibeamte zu einem Haus im oberösterreichischen Laakirchen geschickt. Ein 84-Jähriger hatte zunächst einen Zeitungszusteller mit einer Pistolen-Replika verjagt. Auch die beiden Beamten wurden von dem Mann bedroht.



Er ignorierte alle Aufforderungen, die Waffe niederzulegen und reagierte auch nicht auf einen Warnschuss. Einer der Polizisten sah sein Leben massiv gefährdet und feuerte einen Schuss in die Brust des Mannes ab, nachdem dieser auf einen Warnschuss nicht reagiert hatte.



Für die Ermittler der Staatsanwaltschaft gilt es nun zu klären, ob der Polizist zu recht abgedrückt hat. Auf ihn kommt ein langwieriges Verfahren zu. Zusammen mit seinem Kollegen wurde er bereits vernommen. Angaben zu den Aussagen gibt es bislang nicht, da sie erst überprüft werden müssen, erklärt Staatsanwalt Hubmer.


Tatvorwurf lautet nicht auf Mord

Die Staatsanwaltschaft muss nun feststellen, welcher Sachverhalt vorliegt. Besteht der Verdacht der Notwehrüberschreitung oder war die Schussabgabe gerechtfertigt? Der Tatvorwurf lautet jedenfalls nicht auf Mordverdacht, erklärte Hubmer. Zwar stehe auf dem Aktendeckel "Paragraf 75 - Mord", dies sei aber lediglich aufgrund der Erstinformationen erfolgt.


Ermittler aus anderem Bundesland

Die Polizeipsychologin Elisabeth Schneider erklärte, dass sich der Beamte - als er sich mit der falschen Waffe bedroht sah - aus seiner eigenen Sicht in Lebensgefahr befunden habe. In einer derartigen Stresssituation zähle vor allem das, was man in der Ausbildung immer und immer wieder übe.



Laut Staatsanwaltschaft Wels wurden Beamte aus der Steiermark mit den Ermittlungen betraut, um jeglichen Anschein von Befangenheit zu vermeiden.


Videomaterial steht den Ermittlern jedenfalls nicht zur Verfügung. Eine Überwachungskamera am Haus des Opfers entpuppte sich wie die Waffe als Attrappe.


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