Freifahrt-Chaos

12. September 2017 15:30; Akt: 12.09.2017 21:43 Print

"Versuche seit Wochen, Ausweis zu bekommen"

Bei vielen Schülern und Lehrlingen aus OÖ sorgt das Freifahrt-Chaos für Ärger und teils hohe Zusatzkosten. Ein Vater schildert das ganze Ausmaß der Misere.

Die Beantragung eines Freifahrtsausweises sorgt bei Schülern und Lehrlingen für viel Ärger. (Bild: keine Quellenangabe)

Die Beantragung eines Freifahrtsausweises sorgt bei Schülern und Lehrlingen für viel Ärger. (Bild: keine Quellenangabe)

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Seit eineinhalb Monaten versucht ein Vater aus Waldhausen (Bez. Perg) einen Freifahrtsausweis für seine 15-jährige Tochter zu bekommen – bisher vergebens. S. schilderte "Heute" den ganzen "Horror" rund um die Ausstellung der Freifahrt. Weil er Nachteile für seine Tochter befürchtet, möchte er anonym bleiben.

Die 15-Jährige begann am 1. August eine Lehre als Einzelhandelskauffrau in Amstetten (NÖ). Wenige Tage zuvor, am 28. Juli, startete S. die Beantragung des Ausweises.

Probleme mit Online-Antrag
Er besuchte deshalb mehrmals die Homepage des Oberösterreichischen Verkehrsverbundes (OÖVV), die Antragstellung funktionierte dort aber nicht: "Entweder gab es gerade Wartungsarbeiten, der Server war überlastet, oder das Foto konnte nicht hochgeladen werden", so S. Auch das Datum des Beginns der Freifahrt konnte nicht eingestellt werden.

Nach Rücksprache mit der Hotline des OÖVV besorgte er die Lehrvertragsnummer seiner Tochter, schickte sie an den OÖVV, man sagte ihm dort, dass diese Nummer für die Ausstellung des Ausweises genüge. Das reichte dann aber doch nicht. Ein Bestellcode wurde verlangt, den musste S. von der Wirtschaftkammer anfordern, was schließlich aber auch nicht zum Erfolg führte.

"Fahrtkosten vom Dienstgeber zurückverlangen"
Mehrmals versuchte S. die Sache mit dem Callcenter des OÖVV zu klären. "Dort habe ich die wildesten Sachen erlebt. Ein Mitarbeiter kam sogar auf die Idee, dass ich die Kosten für die Freifahrt meiner Tochter vom Dienstgeber zurückverlangen könnte", so der verärgerte Vater.

Weil er nicht mehr weiter wusste, wandte sich S. schließlich an die Arbeiterkammer, diese vermittelte einen Rückruf durch einen Mitarbeiter des OÖVV. Per Post bekam S. dann von diesem Mitarbeiter ein Formular zugesandt, das er vom Dienstgeber seiner Tochter bestätigen ließ und zurückschickte.

Ein paar Tage später erhielt S. erneut Post vom OÖVV, ein handgeschriebener Zettel und ein neues Formular lagen bei, denn das erste Formular sei veraltet gewesen. S. füllte das neue Formular aus und schickte es am 2. September retour. Seither hat er nichts mehr vom Verkehrsverbund gehört.

"Meine Tochter musste seit 1. August jeden Tag für die Fahrt zur Lehrstelle 15 Euro bezahlen. So etwas kann sich ein Lehrling im 1. Lehrjahr gar nicht leisten", sagt S. Mittlerweile entstanden zusätzliche Kosten von mehreren hundert Euro.

Rasche Entschädigung gefordert
Heftige Kritik am Freifahrt-Chaos kommt aus der SPÖ, sie sieht Verkehrslandesrat Günther Steinkellner (FPÖ) für die Misere verantwortlich. "Es ist daher eine Frage des Anstands, dass Steinkellner nun alle Betroffenen unbürokratisch und rasch entschädigt“, fordert SPÖ-Verkehrssprecher Erich Rippl.

Der OÖVV versicherte, die Kosten für Fahrten ohne Ausweis zu erstatten. Außerdem soll der Freifahrtsausweis des letzten Schuljahres bis Ende September von den Verkehrsunternehmen anerkannt werden.

(rs)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • betroffe Mutter am 12.09.2017 20:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Frau

    Ja dieses Chaos sucht seinesgleichen. Früher dauerte es vom problemlosen beantragen beim Unternehmer vor Ort bis zum fertigen Ausweis eine Woche. Ohne viel Aufwand und vor allem ohne ärger. Jetzt wird die Arbeit auf die Eltern abgewelzt und es dauert Wochen bis die Ausweise bei den Nutzern ankommen. Jede private Firma müsste schon Konkurs anmelden, bei so viel Inkompetenz. Auch wir haben noch immer keinen Ausweis erhalten

  • Klans Stritzi am 12.09.2017 18:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hm

    Jo des muss wirklich bissl zügiger gehen hm

  • Linzer am 12.09.2017 21:52 Report Diesen Beitrag melden

    Vurschrift is Vurtschritt.

    Zuerst wird unter SPÖ Missbrauch betrieben und jeder OÖ Migrant hatte plötzlich einen Freifahrschein, jetzt wo die FPÖ kontrolliert, ist die Aufregung groß.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Mike am 19.09.2017 19:49 Report Diesen Beitrag melden

    Altes System wäre angesagt gewesen

    Ohje. Der Waldhausner hätte doch noch ein altes Ticket bei Verkehrsunternehmen bekommen müssen. Der Stichtag für die Onlinetickets sind doch der 1.9.2017. Da wundert es mich nicht wenn er das Datum nicht zurück stellen kann. Da ist wohl einiges auf beiden Seiten schiefgegangen

  • Linzer am 12.09.2017 21:52 Report Diesen Beitrag melden

    Vurschrift is Vurtschritt.

    Zuerst wird unter SPÖ Missbrauch betrieben und jeder OÖ Migrant hatte plötzlich einen Freifahrschein, jetzt wo die FPÖ kontrolliert, ist die Aufregung groß.

  • betroffe Mutter am 12.09.2017 20:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Frau

    Ja dieses Chaos sucht seinesgleichen. Früher dauerte es vom problemlosen beantragen beim Unternehmer vor Ort bis zum fertigen Ausweis eine Woche. Ohne viel Aufwand und vor allem ohne ärger. Jetzt wird die Arbeit auf die Eltern abgewelzt und es dauert Wochen bis die Ausweise bei den Nutzern ankommen. Jede private Firma müsste schon Konkurs anmelden, bei so viel Inkompetenz. Auch wir haben noch immer keinen Ausweis erhalten

  • Klans Stritzi am 12.09.2017 18:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hm

    Jo des muss wirklich bissl zügiger gehen hm

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