Elternverein dagegen

17. Mai 2018 05:00; Akt: 17.05.2018 06:43 Print

Keine Kekse gebacken: Reise-Zuschuss verweigert

Über diese Klassenfahrt wird heiß diskutiert. An der NMS Steyr wurde einer Mutter ein Zuschuss untersagt. Die Begründung muss man zwei Mal lesen.

Weil Kerstin Lorz keine Kekserl beisteuerte, bekam sie keinen Zuschuss für eine Klassenfahrt. (Bild: fotokerschi.at)

Weil Kerstin Lorz keine Kekserl beisteuerte, bekam sie keinen Zuschuss für eine Klassenfahrt. (Bild: fotokerschi.at)

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"Sie haben sich weder bei der Keksaktion dieses Jahr, oder auch vergangenes Schuljahr beteiligt", steht in dem gerade einmal vierzeiligen Brief. Absender: der Elternverein der NMS-Promenade Steyr.

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Erhalten hat die unerfreuliche, wie kuriose Nachricht die zweifache Mutter Kerstin Lorz. Die 36-Jährige hatte für die Klassenfahrt ihrer Tochter Mia (14) nach Amsterdam (Kostenpunkt 600 Euro) bereits Anfang des Jahres um eine Förderung angesucht. "Ich dachte zunächst an einen Scherz, wusste nicht ob ich lachen oder weinen soll", ist Lorz geschockt.

Die allein erziehende, zweifache Mutter kann die Kosten für die viertägige Reise in die holländische Hauptstadt nicht alleine stemmen. Sie sagt: "Mir bleiben 800 Euro und ich muss zwei Kinder ernähren. Demnächst steht bei uns auch ein Umzug an. Ich kann mir diese Reise derzeit einfach nicht leisten."

"Bei Schulaktionen nicht eingebracht"

"Heute" hakte nun beim Elternverein nach, wie es zu dieser doch sehr kuriosen Begründung kommen konnte. Obfrau Silke Haslinger stellt dabei klar: "Ich bin seit drei Jahren Obfrau des Vereins. Es betrifft nicht nur die Keksaktion. Frau Lorz hat sich auch an sämtlichen anderen Schulveranstaltungen nicht beteiligt. Es gehört aber zu unseren Richtlinien, sich aktiv einzubringen."

Aus 32 Vertretern des Elternvereins hat sich der Großteil gegen eine Förderung ausgesprochen. Diese hätte im Höchstfall rund 60 Euro betragen.

Mia kann aber trotz der Unstimmigkeiten nach Holland mitreisen. "Zum Glück hilft mir meine Mutter finanziell aus. Mia wird auf jeden Fall dabei sein", so Lorz.

Und auch Haslinger zeigt sich gesprächsbereit, um vielleicht doch noch eine Lösung zu finden. "Man kann über alles reden. Frau Lorz müsste an mich herantreten. Bislang hat sie sich aber noch nicht gemeldet."

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(mip)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Wiener am 17.05.2018 05:11 Report Diesen Beitrag melden

    Elternverein ....

    High Society Mütter die sonst nichts zu tun haben und noch über andere richten wollen, wir sind da nicht bei Desperate Housewife. Wenn die anderen Zeit finden schön aber andere Mütter sind schwer Arbeiter.

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  • Ori am 17.05.2018 06:49 Report Diesen Beitrag melden

    Ori

    Es geht darum einem Kind eine Klassenfahrt zu ermöglichen und nicht eine Mutter fürs Kekse backen zu belohnen!! Im Gegensatz was diese Reise kostet sind 60 Euro sowieso ein Witz. Man kann auch billiger eine schöne Woche für Kinder organisieren...sollte ja nicht eine Erholungsreise für Lehrer, die dafür auch noch bezahlt werden, sein..mache Forderungen von Schulen sind eine Frechheit!!!

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  • myopinion am 17.05.2018 07:02 Report Diesen Beitrag melden

    Keine Kekse gebacken, keine Beihilfe

    Eine Unverschämtheit, die finanzielle Beihilfe zu verweigern, weil keine Kekse gebacken wurden und sich die Mutter nicht genug "eingebracht" hat. Es ist ihre Tochter die zur Schule geht. Wusste nicht, dass Eltern dann auch noch die Schulpflicht haben. Die Mutter führt ja auch an, sie muss 2 Kinder durchbringen und ein Umzug steht bevor. Wenn sie arbeiten geht, hat sie eben keine Zeit, um auch noch Kekse zu backen. Diese ganzen "Obleute" die hier immer aktiv sind, nehmen sich viel zu wichtig. Das ist leider zu oft so.

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Die neuesten Leser-Kommentare

  • Avanti Popolo am 19.05.2018 09:45 Report Diesen Beitrag melden

    Steyr ist ein extrem rückständiges,

    kulturloses Kaff. Außer Eisen und Mittelalter haben die Nichts. Traurig. Hätte man damals die engagierten Leute nicht aus den von den Bobos übernommenen Kulturvereinen gemobbt, hätten die Steyrer heute wenigstens ein Kulturprogramm. Heute haben sie nur noch eine FH, keine Arbeiter mehr, stattdessen Umweltzerstörung und provinzielle Großmannssucht bei den rückständigen und korrupten Stadmanagern. Ein elendiges, verlorenes Kaff, schade um das sinnlose Engagement von ganzen Generationen von Kultur- und Gesellschaftsaktivisten.

  • Evelyne am 18.05.2018 15:13 Report Diesen Beitrag melden

    Was kann die Obfrau dafür? .

    ... es war die Entscheidung eines Gremiums (EV) Es erstaunt mich immer wieder, wie unverfroren manche Menschen sind. Erst fordern und dann, wenn dem nicht zugestimmt wird, auch noch öffentlichen Druck über die Medien ausüben. Eine Gemeinschaft kann nur dann "gesund" funktionieren, wenn alle ein klein wenig beitragen. Es kann nicht angehen, dass (wie es leider in vielen Vereinen so ist) einige wenige versuchen alles zu geben, jede Veranstaltung auf die eine oder andere Art unterstützen, organisieren, usw. und andere nur davon zehren wollen. Ich bin absolut der Meinung des EV

  • Markus S. am 18.05.2018 10:08 Report Diesen Beitrag melden

    Jemanden zu Helfen kommt aus dem Herzen!

    Gerade "Alleinerziehende" Mütter haben es sehr schwer und meist haben auch genau diese wenig Zeit um sich an sozialen vereinen zu Beteiligen. Es ist schon ein komischer Elternverein, der einen Zuschuss aufgrund einer nicht erbrachten Gegenleistung verwehrt. Da kann man eigentlich nur allen Elternverein-Mitgliedern den Gedankenanstoß geben sich zu überlegen wozu es diesen Verein überhaupt gibt. Frau Lorz müsste an mich herantreten Frau Haslinger sollte sich mal Gedanke darüber machen wie sich Frau Lorz dabei fühlt, ich hoffe das nicht genau sie die Vorsitzende vom Elternverein ist.

  • auguste am 18.05.2018 08:14 Report Diesen Beitrag melden

    frau

    die Leute fordern alle nur mehr aber selber helfen gibs nicht mehr.

  • Ryets 4 am 17.05.2018 20:56 Report Diesen Beitrag melden

    Faulheit sollte belohnt werden

    Als Mitglied einer freiwilligen Einsatzorganisation kann ich das leidige Thema eigentlich nicht verstehen. Gott sei Dank gibt es berufstätige Eltern, die einen ehrenamtlichen Beitrag dazu leisten Geldbeträge für Unterstützungen zu lukrieren! Ich bin mir sicher, dass auch dieses Kind schon Stützungen des Elternvereines in jeglicher Form erhalten hat. Als sehr sozialer Mensch bin ich jedoch immer wieder überrascht, wie dreist viele Menschen sind. In Wahrheit geht es hier nicht um Kekse oder Stützung, sondern die Faulheit dieser Eltern. Einen kl. Beitrag zum Ganzen kann in 4 J. jeder leisten!