1.500-Euro-Klage

12. September 2017 17:00; Akt: 13.09.2017 08:42 Print

Linzer Künstler wegen Falco-Foto verklagt

Ein Linzer Künstler portraitierte sein Jugendidol Falco. Er veröffentlichte die Zeichnung samt Foto-Vorlage auf seinem Blog. Dafür wird er jetzt geklagt.

Künstler Gazmend Freitag mit dem Falco-Portrait (Bild: picturedesk.com, Wilson Holz)

Künstler Gazmend Freitag mit dem Falco-Portrait (Bild: picturedesk.com, Wilson Holz)

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Gazmend Freitag (49) ist ein Linzer Künstler, der ursprünglich aus dem Kosovo stammt. Freitag fertigte schon zahlreiche Portraits bekannter österreichischer Persönlichkeiten an, unter anderem vom ehemaligen Linzer Bürgermeister Dobusch.

Auch sein Jugendidol Falco portraitierte Freitag vor etwa zwei Jahren. Als Vorlage für seine Bleistift-Zeichnung verwendete er ein Foto aus dem Internet. Er veröffentlichte das fertige Portrait samt Foto-Vorlage auf seinem Blog.

Und genau deswegen erhielt der 49-Jährige vor kurzem unerfreuliche Post, ein Anwaltsschreiben flatterte in sein Atelier: 1.500 Euro soll der Künstler zahlen, weil er das Falco-Foto aus dem Internet veröffentlichte ohne den Urheber zu nennen.

"Das ist für einen kleinen Künstler wie mich eine Katastrophe", sagt er erschüttert. Normalerweise verlangt Freitag für ein Bleistift-Portrait 200 Euro. "Ich habe meinen Rechtsanwalt informiert, er sagte, er wird schauen wie er mich da rausbringen kann."

Durch den Verkauf des Falco-Kunstwerks versucht Freitag nun einen Teil der Klagssumme wieder hereinzubekommen. "Ich freue mich über jedes Angebot", sagt der Künstler, der in Linz-Urfahr ein Wohnatelier besitzt.

(rs)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Fotograf am 12.09.2017 17:40 Report Diesen Beitrag melden

    Ungefragt veröffentlicht

    Wer ungefragt ein Foto aus dem Internet veröffentlicht, verstößt gegen das Urheberrecht und möglicherweise auch gegen Nutzungsrechte. Der Geschädigte hat Anspruch auf Schadenersatz, auch wenn der Künstler nur fahrlässig gehandelt hat. Als Künstler sollte man sich schon mit dem Urheberrecht auseinander gesetzt haben. Unwissenheit schützt vor Strafe nicht. Ein Vergleich wäre anzuraten.

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  • werwolf53 am 12.09.2017 17:48 Report Diesen Beitrag melden

    finanz

    Frage: Darf er das "Kunstwerk" jetzt anbieten und damit seine Strafe zu bezahlen (kann ja auch mehr Kunstwerke verkaufen ?), oder am Finanzamt vorbei"gearbeitet" ? Gerade die "Künstler" wollen doch immer das Urheberrecht.

  • montagswahnmache am 12.09.2017 23:09 Report Diesen Beitrag melden

    kunstfeindlicher, geldgieriger

    neoliberalismus. wer kunst "produziert" und seinen eigenen stil hat, braucht sich keine sorgen um die urheberschaft zu machen, daher: weg mit copyrights, allen, ersatzlos. niemand braucht den "schutz geistigen eigentums", kein ernsthafter künstler ist darauf angewiesen.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Kurt am 13.09.2017 06:13 Report Diesen Beitrag melden

    Künstler

    Hihi da müste ja LUIS MELF ESPARRAGOZA tausende Euro bezahlen.ein Künstler verdient ja Geld mit Kopien von Änderung

  • montagswahnmache am 12.09.2017 23:09 Report Diesen Beitrag melden

    kunstfeindlicher, geldgieriger

    neoliberalismus. wer kunst "produziert" und seinen eigenen stil hat, braucht sich keine sorgen um die urheberschaft zu machen, daher: weg mit copyrights, allen, ersatzlos. niemand braucht den "schutz geistigen eigentums", kein ernsthafter künstler ist darauf angewiesen.

  • werwolf53 am 12.09.2017 17:48 Report Diesen Beitrag melden

    finanz

    Frage: Darf er das "Kunstwerk" jetzt anbieten und damit seine Strafe zu bezahlen (kann ja auch mehr Kunstwerke verkaufen ?), oder am Finanzamt vorbei"gearbeitet" ? Gerade die "Künstler" wollen doch immer das Urheberrecht.

  • Fotograf am 12.09.2017 17:40 Report Diesen Beitrag melden

    Ungefragt veröffentlicht

    Wer ungefragt ein Foto aus dem Internet veröffentlicht, verstößt gegen das Urheberrecht und möglicherweise auch gegen Nutzungsrechte. Der Geschädigte hat Anspruch auf Schadenersatz, auch wenn der Künstler nur fahrlässig gehandelt hat. Als Künstler sollte man sich schon mit dem Urheberrecht auseinander gesetzt haben. Unwissenheit schützt vor Strafe nicht. Ein Vergleich wäre anzuraten.

    • silver. am 13.09.2017 01:00 Report Diesen Beitrag melden

      Lustig

      Lieber Fotograf, so ganz scheinen Sie sich mit der Rechtslage nicht auszukennen, denn nach Ihrem obigen Sager würde jeder der Millionen Facebooknutzer weltweit aufgrund aller geteilten Fotos auf seiner Wall das nicht er selbst schoss, in den Bankrott schlittern.

    • Fotograf am 13.09.2017 17:08 Report Diesen Beitrag melden

      @FB Inhalte

      Lieber Silver, einfach mal die Nutzungsbedingungen von FB lesen: "Für Inhalte, die durch Rechte am geistigen Eigentum geschützt sind, wie Fotos und Videos (IP-Inhalte), erteilst du uns ausdrücklich nachfolgende Genehmigung, vorbehaltlich deiner Einstellungen für Privatsphäre und Apps: Du gewährst uns eine nicht-exklusive, übertragbare, unterlizenzierbare, gebührenfreie, weltweite Lizenz für die Nutzung jedweder IP-Inhalte, die du auf bzw. im Zusammenhang mit Facebook postest (IP-Lizenz)."

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