3 Essen in 3 Wohnungen

05. Juli 2018 19:00; Akt: 05.07.2018 15:47 Print

"Meet and Eat": "Heute" testete "Running Dinner"

von Claudia Ruzmarinovic - Sechs Leute, die sich in drei verschiedenen Wohnungen zum gemeinsamen Kochen und Essen treffen. Das ist das "Running Dinner".

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Samstag, kurz nach 18 Uhr. Mit etwas Verspätung mache ich mich mit Christian in Linz auf den Weg, denn die ersten Gastgeber warten bereits. Tags zuvor hatten wir telefoniert, vereinbart, was gekocht wird: Apfelstrudel mit Vanilleeis. Treffpunkt war dann in Christians Wohnung, wo wir das Dessert vorbereiteten.

Nun geht es zu Stefan und Michael. Zumindest stand es so in der Mail, die jeder von uns sechs Köchen erhalten hatte. Die beiden machen den ersten Gang. Es ist die erste von drei Wohnungen, in der wir heute speisen werden.

Das Konzept von "Running Dinner": Sechs Leute, die sich nicht kennen, essen gemeinsam zu Abend. Jeweils zwei davon bereiten einen Gang zu – Vorspeise, Hauptgang und Dessert. Zwischen den Gängen wird in eine andere Wohnung gewechselt und das alles im Stadtgebiet von Linz.

Libanesisch & jede Menge Kochbücher

Nach etwa 15 Minuten Fußmarsch sind Christian (31 und Software-Engineer) und ich endlich angekommen, suchen beim Hauseingang nach dem Nachnamen von Stefan und klingeln. Im ersten Stock angekommen, geht schließlich eine der Türen auf. Zum Glück! Zwei freundliche Gesichter begrüßen uns und bitten in die Wohnung. Am Esstisch sitzen bereits zwei weitere Dinner-Teilnehmer. Der Info-Mail nach können das nur Marlene und Mario sein. Und tatsächlich behalten wir Recht.

Schnell ist das Eis gebrochen und wir stoßen mit einem Glas Wein an, bevor Stefan und Michael in der Küche die Vorspeise anrichten. Mein Blick wandert durch die Wohnung von Stefan. In den Regalen stehen jede Menge Kochbücher.

Bei Backwettbewerb am Stockerl

Ein begeisterter Koch also, überlege ich und entdecke plötzlich eine Urkunde an der Wand. Es ist eine Auszeichnung von einem Backwettbewerb, verliehen unter anderem vom bekannten Restaurantführer Gault Millau. Stefan belegte beim Wettbewerb "Das Große Backen" letztes Jahr den 2. Platz.

Wir machen uns an den ersten Gang. Es gibt Hummus und Muhammara, ein libanesischer Paprika-Walnuss-Aufstrich zum Dippen. Alles erinnert ein wenig an die TV-Serie "Das perfekte Dinner". Perfekte Präsentation am Teller, perfekte Gastgeber, perfekte Stimmung.

Jeder in der Runde erzählt, was er so macht. Die Gespräche sind unerwartet vertraut, man redet über Hobbys, Freunde und Familie, ums Essen geht’s dabei aber nur am Rande. Schließlich wechseln wir die Location.

Der 2. Gang – Lasagne

Es geht weiter zu Marlene, die gemeinsam mit Mario eine vegetarische Lasagne vorbereitet hat. Mario war schon neun Mal beim "Running Dinner" dabei, hat auch schon öfter in seiner eigenen Wohnung den Gastgeber gegeben. Ob man in der Wohnung Dinge extra wegräumt, damit es die anderen nicht sehen?

"Aufräumen ja, bewusst wegräumen nein", sagt er. Außerdem gebe es Dinge, die sich schwer schnell wegräumen lassen, eine Teilnehmerin etwa hatte in der Wohnung eine Poledance-Stange, die extra abzubauen, das hätte etwas gedauert, so Mario.

Während dem Dinner trudeln immer wieder Fotos der anderen Dinner-Gruppen auf WhatsApp ein – Veranstalter Phillip Burmester (30) hatte einen Tag vor dem Dinner extra eine eigene Gruppe eröffnet und alle 36 Teilnehmer eingeladen.

Organisation ist alles

Seit zwei Jahren organisiert der gebürtige Hamburger in Linz das "Running Dinner", weil Essen die Leute zusammenbringt. Für ihn ist es mittlerweile das elfte Dinner, das er auf die Beine gestellt hat. Bei großem Interesse können es bis zu 60 Teilnehmer werden.

Aber weniger Köche haben auch einen Vorteil: Es macht die Organisation etwas einfacher. Bei der Gruppeneinteilung muss nämlich berücksichtigt werden, dass die Wohnungen möglichst nah beieinander liegen und auch mit den Öffis gut erreichbar sind.
Vor der Einteilung checkt Phillip außerdem auf Facebook, ob die Köche alterstechnisch zueinander passen, wie er mir erzählt.

Finish

Nach der Hauptspeise sind Christian und ich dann endlich an der Reihe, drapieren in Christians Wohnung auf sechs Tellern jeweils ein Stück Apfelstrudel neben einer Kugel Vanilleeis. Alles ist schnell aufgegessen. Pappsatt machen wir es uns auf der Couch von Christian gemütlich, verweilen dort bis zwei Uhr morgens. Es gibt zu viel zu erzählen.

Das nächste Dinner findet voraussichtlich im September statt. Mehr Infos gibts demnächst auf Facebook unter "Running Dinner N°12 Linz".

Und so informiert Phillip Burmester:

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • alkd am 06.07.2018 06:24 Report Diesen Beitrag melden

    hmm..Kritik

    Ich hätte das auch gerne in Wien. Die Vorspeise schaut lieblos, traurig aus. Sowas biete ich niemanden an. Die Hauptspeise...viel zu viel Lasagneblätter...Dessert vermutlich ok.

Die neuesten Leser-Kommentare

  • alkd am 06.07.2018 06:24 Report Diesen Beitrag melden

    hmm..Kritik

    Ich hätte das auch gerne in Wien. Die Vorspeise schaut lieblos, traurig aus. Sowas biete ich niemanden an. Die Hauptspeise...viel zu viel Lasagneblätter...Dessert vermutlich ok.