WKOÖ verärgert

12. Februar 2018 15:21; Akt: 12.02.2018 16:23 Print

12 Mitarbeiter plötzlich zeitgleich in Krankenstand

Aus Protest gegen Überstunden sollen bei einem Unternehmen im Mühlviertel 12 Mitarbeiter gleichzeitig in Krankenstand gegangen sein.

12 Mitarbeiter einer Firma in OÖ gingen gleichzeitig in Krankenstand. (Bild: iStock)

12 Mitarbeiter einer Firma in OÖ gingen gleichzeitig in Krankenstand. (Bild: iStock)

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Die Wirtschaftskammer Oberösterreich macht auf den eher ungewöhnlichen Fall aufmerksam. Abgespielt haben soll sich das ganze in einem Hightech-Betrieb im Mühlviertel.

Weil die Auftragslage sehr gut war, ordnete die Unternehmensführung Überstunden an, damit die Aufträge auch in der entsprechenden Zeit abgearbeitet werden konnten.

Das allerdings dürfte bei den Angestellten nicht auf allzu große Gegenliebe gestoßen sein. Laut Wirtschaftskammer sollen 12 Mitarbeiter beschlossen haben, gleichzeitig in Krankenstand zu gehen. Die notwendigen Krankschreibungen wurden abgeliefert.

Für das Unternehmen hatte das gravierende Auswirkungen, so die Wirtschaftskammer. Zum einen mussten die anderen Mitarbeiter das Fehlen der Kollegen ausgleichen, zum anderen kam es zu Lieferengpässen. Für den Betrieb bedeutete das einen Verlust von 250.000 Euro.

Die Folge: Zehn der Mitarbeiter wurde mittlerweile gekündigt, zwei hatten schon zuvor von sich aus das Dienstverhältnis gelöst, berichtet die Wirtschaftskammer.

AK warnt vor Verallgemeinerung

Auch die Arbeiterkammer reagierte auf die Vorwürfe. Man kenne zwar den konkreten Fall nicht, warne aber vor Verallgemeinerungen. Grundsätzlich sei es ja so, dass die Krankschreibungen von Ärzten vorgenommen werden.

Sanktionen eines Unternehmens gegen Mitarbeiter wegen Krankenstandmissbrauchs seien jedenfalls nur zulässig, wenn dieser eindeutig nachgewiesen sei. Ob in diesem Fall der Nachweis erbracht wurde, gehe aus der Aussendung der Wirtschaftskammer aber nicht hervor, so die Experten der Arbeiterkammer.

(gs)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Gerhard am 12.02.2018 15:28 Report Diesen Beitrag melden

    Mehr Leute einstellen

    Dann sollen die Betriebe endlich mal mehr Leute einstellen diese Profitgeier ! Die Leute werden wie Zitronen ausgequetscht.

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  • Patriot5611 am 12.02.2018 15:42 Report Diesen Beitrag melden

    Vielleicht sollte man auch die

    Arbeiterkammer oder die Mitarbeiter dazu befragen. Mit dieser einseitigen Information kann man rein gar nichts anfangen.

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  • Michael F am 12.02.2018 16:03 Report Diesen Beitrag melden

    Kein Wunder

    Chefs empfinden das als selbstverständlich! Bei mir war es nicht anders !! Eine 80 Stunden Woche keine Prämien nichts nicht mal ein danke ! Da braucht man sich nicht wundern wenn Mitarbeiter rebellieren!!!! An die chefs versucht man etwas vom Gewinn an die mitarbeiter zu verteilen oder mal ein danke

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Maximilianhelm am 13.02.2018 18:32 Report Diesen Beitrag melden

    Herr

    Was denken sich diese Menschen, wer krank ist kann zuhause bleiben, aber aus Protest und Unzufriedenheit mit der Arbeitszeit krank zu machen, wenn das meine Mitarbeiter wären würde ich sie wegen Arbeitsverweigerung kündigen! Durch die kurzfristige Mehrarbeit bekommen sie auch mehr Lohn!

    • Christoph am 14.02.2018 19:52 Report Diesen Beitrag melden

      Arbeitsrecht

      Wer eine Krankmeldung vorweist, ist krank- so einfach ist das, Kündigungen sind prinzipiell immer grundlos möglich - unter Wahrung aller Ansprüche der ArbritnehmerInnen. That's life

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  • teer und federn am 13.02.2018 17:08 Report Diesen Beitrag melden

    wer keine schulden hat, ist unabhängig

    und kann es sich leisten dem zwangsarbeitsregime des ams zu entkommen und einem ausbeuter den vogel zu zeigen wenn er nur hungerlöhne zahlen will. wer keine löhne zahlen kann, dessen geschäftsmodell funktioniert nicht und gehört gestoppt. das dreiste verhalten der ausbeuter aka un-ternehmer trauten sich die sklaventreiber nur deßhalb zu weil die hackler keine eier haben UND keine partei die sie vertritt. hier müßte eigentlich die spö, doch die wird es aufgrund fortgeschrittenen bonzentums verschlafen, also eine neue linke her, die dem arbeiter sein selbstwertgefühl zurück gibt.

  • Ich am 13.02.2018 13:42 Report Diesen Beitrag melden

    Ich

    Lohnerhöhung oder ganzes land streikt wäre meine meinung es kann nur der einzelne bestrafft werden aber nicht alle also zusammen blau machen oder hingehen aber nicht arbeiten und fordert was auch arbeitnehmer sind menschen mit wenig aber dafür aber paar rechte also fordern was geht euer chef tut es auch

    • teer und federn am 13.02.2018 17:48 Report Diesen Beitrag melden

      mit einer rechtskonservativen regierung

      geht soetwas nicht. die hackler müßten links wählen, nur die linke vertritt die interessen der werktätigen. hätten die leute eine bessere politische bildung müßte man ihnen nicht erklären wo ihr zu hause ist oder einfacher: der hackler wird von den rechten nicht vertreten. leider weiß er es nicht mehr, hier versagt das bildungssystem. wer keine ahnung von der politik hat, vor allem vom unterschied zwischen links und rechts, was aufgrund der kleinformatigen propaganda die regel ist, kann sich nicht für seine eigenen interessen einsetzen weil er nicht weiß wer sie für ihn vertritt.

    • D.N. am 13.02.2018 21:35 Report Diesen Beitrag melden

      @teer und ferdern

      Wow, Sie haben die Weisheit ja mit der Schaufel gegessen!!!

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  • Georg H. am 13.02.2018 13:07 Report Diesen Beitrag melden

    Arni

    Da wir doch der Arni nicht seine Trainingsanleitung vergessen und der Geschäftsleitung ein paar kernige Ami-Tips hinterlassen haben ?

  • Ortlieb Felder am 13.02.2018 12:51 Report Diesen Beitrag melden

    Ein paar haben das schon erkannt !!

    Ja, ja, jetzt geht's langsam richtig los! Der Androsch versucht auch gerade diesen unliebsamen "Mühlen" zu entkommen und seine Milliönchen zu sichern !