Oberösterreich

27. November 2017 15:12; Akt: 27.11.2017 20:24 Print

Bibel "gegendert": FP-Chef legt sich mit Papst an

von Armin Bach - Die Diözese Linz hat eine vom Papst abgesegnete neue Bibel herausgegeben. FPOÖ-Chef Haimbuchner ist darüber "schockiert", postete er auf Facebook.

Der oö. FPÖ-Chef Haimbuchner kritisiert die vom Papst genehmigte Familienbibel der Diözese Linz. (Bild: Picturedesk, Land OÖ, Diözese Linz)

Der oö. FPÖ-Chef Haimbuchner kritisiert die vom Papst genehmigte Familienbibel der Diözese Linz. (Bild: Picturedesk, Land OÖ, Diözese Linz)

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Dass die FPÖ gegen den Islam und den Koran ist, kennt man ja. Aber gegen die Bibel? Das ist kaum zu glauben …

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Die ganze Geschichte: Seit Montag gibt es eine neue Familienbibel des Bibelwerks der Diözese Linz. Es sei laut Diözese eine besondere Ausgabe der Einheitsübersetzung für den deutschen Sprachraum.

Und genau über diese Einheitsübersetzung ist FPOÖ-Chef und LH-Vize Manfred Haimbuchner "schockiert". Zumindest postete er das auf seiner Facebook-Seite. Er kritisiert diese – vom Vatikan genehmigte (und verbindliche) – Bibelübersetzung für den deutschsprachigen Raum. Und legt sich damit quasi mit dem Papst an.

Doch: Was genau ist es, das den gläubigen Christen Haimbuchner so entsetzt? Es ist die Wortwahl. Genauer gesagt das von Haimbuchner so gesehene "Gendern" mancher Stellen. Haimbuchner zählt in seinem Facebook-Posting auf: "'Söhne Gottes' werden zu 'Kinder Gottes', ein 'Mann' zu 'Mensch', und eine 'Apostelin' gibt es nun auch. Für mich ist das unbegreiflich."

Sein Posting wurde inzwischen hundertfach kommentiert, zigfach geteilt.

Diözese: "Entspricht nicht den Tatsachen"

Dienstag hat nun auch die Diözese Linz auf Haimbuchner reagiert: "Wenn Manfred Haimbuchner davon schreibt, dass 'das Bibelwerk der Diözese Linz' eine gegenderte Familienbibel vorgestellt hat, dann entspricht das einfach nicht den Tatsachen. Es dürfte Herrn Haimbuchner schlicht entgangen sein, dass diese überarbeitete und approbierte Einheitsübersetzung für die Katholische Kirche eben bereits seit gut einem Jahr vorliegt."

Kein Gendern, Übersetzung näher am Urtext

Laut Diözese hat die Übersetzung übrigens nichts damit zu tun, dass gewisse Stellen – wie von Haimbuchner so gesehen – gegendert hätten werden sollen: "Diese überarbeitete Einheitsübersetzung bleibt stärker am hebräischen und griechischen Urtext, so dass die ursprünglichen Sprachbilder deutlicher werden. So ist im Hebräischen das weibliche Geschlecht oft mitgemeint. 'Väter' meint 'Eltern' und 'Brüder' meint 'Geschwister',“ so Prof. Dr. Johannes Marböck, der als Bibelwissenschafter mit Schwerpunkt Altes Testament im Auftrag der Bischofskonferenzen an der Überarbeitung der Einheitsübersetzung als Experte mitgearbeitet hat.

Haimbuchner hat mangelndes Bibel-Wissen

Scharf kritisiert wird von der Diözese auch, dass Haimbuchner eine Facebook-Umfrage zur neuen Bibel gemacht hat. Die Diözese wirft Haimbuchner mangelndes Bibel-Wissen vor: "Es wäre sehr wünschenswert, wenn sich ein Landeshauptmann-Stellvertreter mit den Fakten vertraut machen würde, ehe er ein Facebook-Posting zur 'Meinungsumfrage' veröffentlicht. Vor allem von einem Politiker, der sich gerne auf die christlichen Wurzeln bezieht, wäre zu erwarten, dass er die Entwicklungen im Bereich der Bibelübersetzungen und der aktuellen Bibelforschung besser im Blick hat."

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Guentta am 27.11.2017 16:31 Report Diesen Beitrag melden

    Objektive Wissenschaft?

    Auch Bibelwissenschaftler sind offenbar Kinder ihrer Zeit und stehen unter Druck, genehme Ergebnisse zu liefern. Traurig! Die biblische Sprache so zu verbiegen, dass sie dem heutigen Zeitgeist entspricht, heißt sie verfälschen.

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  • Wolfgang das W am 27.11.2017 15:23 Report Diesen Beitrag melden

    Offenbarung 22:18,19

    Ich bezeuge jedem, der die Worte der Weissagung dieses Buches hört: Wenn jemand zu diesen Dingen hinzufügt, so wird Gott ihm die Plagen hinzufügen, die in diesem Buche geschrieben sind; und wenn jemand von den Worten des Buches dieser Weissagung wegnimmt, so wird Gott sein Teil wegnehmen von dem Baume des Lebens und aus der heiligen Stadt, wovon in diesem Buche geschrieben ist.

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  • kata kombe am 27.11.2017 16:19 Report Diesen Beitrag melden

    Der Tourist legte es sich mit dem Bär an

    Mir liegt weder was am Papst noch an diesem Hainbuchner. Aber mir läge etwas daran, dass "heute" keine solchen Absonderlichkeiten textet. H. ist schockiert, und es ist ihm allerhand unbegreiflich. DAS BEDEUTET NICHT, DASS ER SICH MIT DEM PAPST "ANLEGT". Es sind subjektive Gemütsanwandlungen, die er das Recht hat, zu äußern. Ich finde es ein einfältiges Geplapper, was interessieren mich seine Schockzustände oder sein Begriffsvermögen ... aber solche Bemerkungen sind ja gang und gebe.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Max Mustermann am 28.11.2017 08:44 Report Diesen Beitrag melden

    Bei mir wird nicht gegendert

    Ich gendere nie. Bin total stolz darauf, politisch inkorrekt zu sein. Dafür habe ich die Freiheit, Dinge auszusprechen, vor denen andere Angst haben.

  • Ef Ce am 27.11.2017 23:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Das Wort Gottes!

    Da können es noch so viele versuchen. Die Bibel ist das Wort Gottes und kann nicht zerstört/abgeschafft werden. Diese Wort gibt Leben und bringt Vergebung!

    • Elke am 28.11.2017 07:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Ef Ce

      Sehe ich genauso. Allerdings auch für mich als bekennende Gläubige sind manche Bibelstellen harte Kost, weil Gleichnisse und Überlieferungen viel Spielraum für Interpretation offen lassen und manchmal keine schlüssige Erklärung geben. Allen die es für sich zulassen wünsche ich einen besinnlichen Advent.

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  • Christoph am 27.11.2017 22:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bibel?

    Nun ja, die ersten Päpste in den Jahren bis ca. 700 n.Chr. haben derart an der Bibel herumgepfuscht, Texte verschwinden lassen, u.s.w. (altes Testament/neues Testament) Das deren Glaubwürdigkeit sowieso mehr als fragwürdig dastehen lässt. Aber wer im Jahre 2017 immer noch all diesem Blödsinn der in diesem Buch steht seine Aufmerksamkeit schenkt, hat sowieso ein Rad ab. So und jetzt Daumen runter von all den Glaubensverzogenen Fanatikern.

    • Ef Ce am 27.11.2017 23:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Christoph

      Die Bibel lässt sich mit den Worten: Liebe deinen Nächsten wie dich selbst und handle auch so; zusammenfassen? Was ist da falsch/verkehrt/verachtend daran? Haben Sie selbst mal die Bibel ernsthaft gelesen? Mundpropaganda weiter zu erzählen ist ja nicht schwer, nur können Sie damit nichts bewirken. Es ist eine Sache ein Buch selbst zu lesen oder eine schlechte Nacherzählung/Zusammenfassung, davon werden Sie nicht schlau! Das half dann auch in der Schule nicht, die Lehrer wussten zu fragen was nicht in Zusammenfassung zu finden war. Also rann ans lesen und dann mitreden!

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  • Alex am 27.11.2017 20:31 Report Diesen Beitrag melden

    Genderwahn

    Dieser Genderwahn ist schlechthin der absolute Schwachsinn. Jeder weiss, dass zB eine Berufsbezeichnung geschlechtsneutral ist. Es braucht da keinen der Schlosser / die Schlosserin. Oder "Während der Fahrt nicht mit dem Fahrer sprechen." in den Öffis, aber auf BITTE und DANKE zu verzichten ist ja egal. Die nächste PISA-Studie wird es wieder zeigen. Lasst Duetsch einfach Deutsch sein, aber wenn 6/7-jähirge den SInn beim Lesen nicht verstehen dann fehlt mir jedes Verständnis.

    • Miyu am 28.11.2017 08:57 Report Diesen Beitrag melden

      Naja

      Nur, dass es hier nicht ums gendern ging. Der Haimbuchner hat wieder mal seine Hausaufgaben nicht gemacht. Das ist jedoch nichts neues in der FPÖ.

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  • kata kombe am 27.11.2017 19:40 Report Diesen Beitrag melden

    Hesekiel & Colt Government 45

    Die beste Bibelstelle ist die, die Samuel Jackson mit der Quellenangabe Hesekiel 25.17 in "pulp fiction" mehrmals zitiert, und die bekanntlich gar nicht existiert .... "Und ich werde große Rache üben an den Frevlern ... " usw usw. Kurz darauf durchsieben Jackson und Travolta den Junkie, der ihren Boss Marsellus Wallace betrügen wollte, mit ihren Fünfundvierzigern.