In Aschach

13. Dezember 2017 15:30; Akt: 13.12.2017 16:34 Print

Sechs Schwerverletzte nach Chlorgas-Austritt

Beim dem gefährlichen Chlorgas-Austritt am Mittwoch bei einer Firma in Aschach (Bez. Eferding) wurden sechs Mitarbeiter schwer verletzt.

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Um 7.40 Uhr ging der Notruf bei der Feuerwehr ein. Wie berichtet, rasten daraufhin 15 Fahrzeuge, drei Sonderfahrzeuge sowie 20 Rettungsautos zur Firma "Agrana" in Aschach (Bez. Eferding). "Ein Mitarbeiter bemerkte den intensiven Geruch und schlug sofort Alarm", so Agrana-Pressesprecher Markus Simak.

Wie mittlerweile feststeht, trat beim Umpumpen aus einem Waggon aus einem lecken Tank Chlorgas aus. Alle rund 200 Mitarbeiter, auch die des Verwaltungsgebäudes am Werk, wurden evakuiert. Simak: "Das Chlorgas dient zur Desinfektion in der Anlage. Wir gehen von einem technischen Gebrechen aus. Die genaue Ursache muss aber noch ermittelt werden."

Atembeschwerden und Brennen in der Brust

Insgesamt wurden 37 Personen durch das Einatmen des Chlorgases verletzt. Sechs davon mussten intensiver behandelt werden. Sie wurden mit dem Hubschrauber bzw. dem Notarzt in Spitäler nach Linz und Wels gebracht. "Die Betroffenen klagten über Atembeschwerden und Brennen im Brustbereich", berichtet Franz Puttinger vom Roten Kreuz.

Laut Zeugen habe es wie in einem Schwimmbad nach Chlor gerochen. "Ich wohne auch in der Nähe des Werks. Der Chlorgeruch war schon sehr intensiv", so Bürgermeister Friedrich Knierzinger (ÖVP) im "Heute"-Gespräch.

Auch ein Einkaufsmarkt wurde geschlossen

Insgesamt hat das Werk 280 Mitarbeiter. Da die Produktion diese Woche aufgrund von geplanten Wartungsarbeiten nicht läuft, waren nur 200 im Dienst.
Ein unmittelbar in der Nähe befindlicher Einkaufsmarkt wurde zur Sicherheit nach dem Vorfall vorübergehend geschlossen.

Gegen 13.30 Uhr gab Konzernsprecher Simak Entwarnung: "Die Chlorgaswerte in der Luft werden permanent gemessen. Für Anwohner bestand keine Gefahr. Die Mitarbeiter dürfen voraussichtlich am Nachmittag zurück auf ihren Arbeitsplatz."

"Die Sicherheitsvorkehrungen haben angesprochen. Es kann kein weiterer Austritt stattfinden", versichert Einsatzleiter Andreas Moser von der Feuerwehr Aschach.

Freuen durften sich hingegen die Volksschüler im Ort. Sie bekamen schulfrei, durften am Vormittag nach Hause gehen.

Um kurz nach 14 Uhr war noch eine Feuerwehr am Werk vor Ort.


(mip)

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