In Leogang und Saalfelden sollen vier Flüchtlinge aus dem Iran und Irak abgeschoben werden, die seit mehr als zwei Jahren gut integriert in Salzburg leben.
Yahya Al Fregi kommt aus dem Irak und wohnt derzeit im Badhaus in Leogang, das mit Spendengeldern finanziert wurde und Menschen verbindet.
Der fleißige junge Mann ist gut integriert und hat in Österreich nicht nur neue Freunde, sondern auch eine neue Heimat gefunden.
Sein großer Traum war es immer Koch zu werden, im Pinzgau wird ihm dieser Wunsch nun erfüllt. "Ich liebe es zu kochen", sagt Yahya in der Sendung "Mittag in Österreich". Von seinen Kollegen wird er Johannes genannt, da Yahya auf Deutsch Johannes bedeutet.
Gemeinsam mit seinem Bruder und seinen Cousins lebt der Iraker im Badhaus und ist dort sehr glücklich. Fünf seiner Verwandten sind im Irak ums Leben gekommen. Zurück in den Irak möchte Yahya deshalb nicht. Er will in Sicherheit leben.
"Ich möchte nicht schießen"
"Ich möchte nicht schießen! Ich möchte leben, wie andere Menschen auch", sagt Aymen Al Fregi, der Bruder von Yahya. Doch sowohl der Asylantrag von Yahya als auch von seinem Bruder wurden abgelehnt. Sie sollen abgeschoben werden.
"Normale Österreicher können sich gar nicht vorstellen, wie diese Leben dort ausgesehen haben und ich bin sicher, wenn sich die Menschen nur ein Stück weit darauf einlassen, auf das, was die Vier erlebt haben, kann man nicht mehr dagegen sein, dass sie hier bleiben", so Anja Jung vom Badhaus Leogang. "Es ist einfach nicht zu verkraften".
Brüder gehen in Berufung
Die Brüder wollen nun gegen den negativen Asylbescheid kämpfen und in Berufung gehen. Auch ein Brüderpaar aus dem Iran hat einen negativen Bescheid bekommen und will ebenfalls in Berufung gehen.
28.500 Flüchtlinge sind in Österreich derzeit arbeitslos gemeldet. Warum das so ist, analysiert Petra Draxl vom Arbeitsmarktservice Wien:
(Video: ORF)
Ismail und Bahador wurden im Iran mit der Todesstrafe bedroht, weil sie Christen sind. Während ihnen in ihrer Heimat der Tod droht, können sie in Saalfelden ihre Religion offen leben. Sie fühlen sich in Österreich wohl und haben auch eine Arbeit im Bildungszentrum als Dolmetscher gefunden.
"Vorbilder für andere Menschen"
"Sie sind wichtige Vorbilder für junge Menschen, die sehen, dass man in Österreich auch was machen kann. Auch, wenn man von wo anders herkommt", berichtet Sabine Aschauer-Smolik vom Bildungszentrum Saalfelden.
Den negativen Asylbescheid können aber nicht nur die Brüder nicht nachvollziehen, sondern auch für ihre Freunde und Bekannte ist es unverständlich. "Es tut natürlich weh, wenn Menschen, die sich gut integrieren, einen negativen Bescheid bekommen", so Alois Moser, der Pfarrer von Saalfelden.
Hoffen und warten
Noch ist aber nicht bekannt, ob die vier Flüchtlinge nun tatsächlich abgeschoben werden sollen. Für sie, ihre Freunde und Bekannte heißt es nun hoffen und warten.
(red)