Berührendes Wiedersehen

15. Januar 2018 18:21; Akt: 16.01.2018 09:16 Print

Mutter trifft entführte Tochter nach 40 Jahren

Der Vater hatte die beiden Mädchen noch als Kleinkinder entführt und bis zu seinem Tod geschwiegen – über 40 Jahre lang. Jetzt gab es ein Wiedersehen mit ihrer Mutter.

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Anfang der 1970er Jahre hatte der türkische Gastarbeiter seine beiden Töchter aus Salzburg entführt und in die Türkei mitgenommen. Ihre Mutter, eine gebürtige Deutsche, blieb zurück in Österreich. Seit dem Vorfall hatte sie keinen Kontakt mehr zu ihren Kindern.

Nach über vierzig Jahren war es am Montag, gegen 8.30 Uhr, dann soweit. Eine der beiden entführten Töchter setzte mit einer Maschine der Turkish Airlines auf dem Salzburger Flughafen auf und wurde von Vertretern der Stadt und der Diakonie empfangen. Im Seniorenwohnheim Itzling kam es dann zu dem berührenden Wiedersehen mit ihrer Mutter.

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Für Helma Pavaletz (heute 78) erfüllte sich damit ein Lebenswunsch – endlich konnte sie zumindest eine ihrer beiden Töchter wieder in die Arme schließen. Die mittlerweile 47 Jahre alte Frau hatte auch gleich Enkerl Emilia (8) mitgebracht. "Das war heute der größte und schönste Tag in meinem Leben", freut sich die Pensionistin.

Erst nach dem Tod des Vaters hatte Tochter Manuela Gürbeli
erfahren, dass ihre Mutter noch am Leben sei. "Ich bin sehr glücklich, nach so vielen Jahren meine Mutter zu sehen. Ich habe sie ja nicht gekannt", sagte die sichtlich gerührte 47-Jährige in einem Interview mit dem ORF. Sagen kann sie ihr das allerdings nicht: Die Salzburgerin spricht kein Türkisch und ihre verloren geglaubte Tochter kein Wort Deutsch. Mittels Gesten verliehen die Frauen ihren Emotionen Ausdruck.

Von Ehemann misshandelt

Die Ehe der Salzburgerin gestaltete sich traumatisch. Ihr Mann hätte sie misshandelt. Um seinen Gewaltausbrüchen zu entkommen, habe sie sich mit ihren damals ein- und zweijährigen Töchtern auf einem Bauernhof versteckt. Doch der Türke habe sie ausfindig machen können und ihr die Mädchen entrissen, heißt es in dem Bericht weiter.

"Das war furchtbar, wenn Sie mit Ihren Kindern irgendwohin fahren, und plötzlich kommt jemand und nimmt ihnen die Kinder weg. Das war eine Katastrophe. Er hatte seine Helfer, und die hätten mich auch fast umgebracht", erinnert sich die Seniorin.

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(rcp)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Helmut Dirk am 15.01.2018 18:37 Report Diesen Beitrag melden

    Kein Einzelfall

    Beziehungen mit Exoten haben offensichtlich ihren Reiz und viele glauben heute immer noch daran, bis zum bösen Erwachen.

    einklappen einklappen
  • fuhrinat am 15.01.2018 19:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Entführt

    Das kommt leider sehr oft vor und man sollte sich eine Bindung mit Moslems seht gut überlegen obwohl es sicher auch Ausnahmen gibt

  • igma am 15.01.2018 20:05 Report Diesen Beitrag melden

    Damals

    Wusste man vielleicht noch nicht alles über die "pro und KONTRAS" doch heute weiss man genau wie sowas endet und sollte danach handeln

Die neuesten Leser-Kommentare

  • Pepito am 16.01.2018 06:15 Report Diesen Beitrag melden

    Leider häufig

    Kindesentziehungen gibt es häufig (nicht nur durch väter) und in allen kulturkreisen. Beim rosenkrieg wird eben nur bedingt an das wohl der kinder gedacht. Schön, dass dieser Fall, wenn auch nach so langer Zeit, mit einem Wiedersehen endet

  • hueher am 16.01.2018 04:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    schönes Wiedersehen !

    Nun man sieht wieder einmal, schon vor 40 Jahren waren diese anatolischen Bergbauern einfälltige Narren und Frauen sind auf blumige Versprechen hereingefallen ! Heute leider noch immer nicht anders, weil......unsere jungen Mädchen vom Leben aus 1001 Nacht träumen ........! JA, ein berührendes Schicksal und ein vorläufiges Happy End gefunden, sowie als Mahnung an unsere Jugend, zuerst denken und dann.......!? Wie sagt schon der Volksmund: zuerst prüfen wer sich ewig bindet !!!

  • Peter am 16.01.2018 04:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Immer und immer wieder!

    Derartige Fälle häufen sich! Denn auch der Fall hier erinnert mich wieder an Betty Mahmoody bzw. an : Nicht ohne meiner Tochter! Habe über diese sogar verfilmte, wahrheitsgetreuen Geschichte auf Heute schon woanders argumentiert bzw. kommentiert! Solche Frauen wie die Mutter hier gab es, gibt es und wird es immer geben! Sie lernen anscheinend nicht und nie dazu! Denn ich habe die Menschlichkeit und die Herzlichkeit dieser Rasse schon immer erkannt! Und ich habe und werde, in meinem Fall umgekehrt, mich nie mit so einer Rasse einlassen! Schon gar nicht als Partnerin!

  • Tine am 16.01.2018 00:37 Report Diesen Beitrag melden

    Gewöhnt euch dran

    Sowas wird man jetzt häufiger lesen: moslemischer Vater entführt Kind!

  • Darius am 16.01.2018 00:00 Report Diesen Beitrag melden

    Polizei

    Was hat die Polizei eigentlich die ganzen 40 Jahre gemacht?