Mehr Sicherheitsmaßnahmen

11. November 2017 13:29; Akt: 12.11.2017 11:02 Print

Tödlicher Unfall mit Baby: ÖBB rüsten Bahnsteige auf

Nach dem tragischen Kinderwagenunfall am Bahnhof Puch bei Hallein haben die ÖBB nun die Konsequenzen gezogen und neue Sicherheitsmaßnahmen angekündigt.

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Der Unfall schockierte Anfang Oktober ganz Österreich und stellte die Sicherheit auf den Bahnsteigen gehörig in Frage. Schnell wurde Kritik laut: Die Bahnsteige wären nicht sicher genug, vor allem nicht für Kinderwägen.

Einen Monat nach dem tragischen Vorfall, bei dem ein Kinderwagen vom Sog eines Zuges auf die Gleise geschleudert wurde und ein Baby verstarb, hat die ÖBB nun auf die Kritik reagiert und neue Sicherheitsmaßnahmen angekündigt.

Plakate, Durchsagen und Halteschlaufen

So sollen laut "Kurier" die Bahnsteige generell besser gesichert werden. Unter anderem werden neue Durchsagen und Plakate vor dem "Luftzug durchfahrender Züge" warnen. Zusätzlich will die ÖBB auch die Wartenden darüber informieren, dass sie genug Abstand zum Gleiskörper halten sollen.

Daneben werden auch Halteschlaufen für Kinderwagen angebracht. Personen mit Kinderwagen werden aufgefordert, unbedingt die Bremsen zu ziehen, damit sich der Wagen nicht mehr bewegen kann. "Es ist geplant, dass wir weitere Plätze schaffen, wo man sich mit Kinderwagen sicher aufhalten kann", erklärte ÖBB-Sprecher Roman Hahslinger gegenüber dem "Kurier".

"Bauliche Veränderungen" an den Bahnsteigen

Um die Sicherheit der Wartenden auf den Bahnsteigen auch wirklich gewährleisten zu können, seien auch "bauliche Veränderungen" nötig. Auf welchen Bahnhöfen diese Sicherheitsmaßnahmen umgesetzt werden sollen, steht noch nicht fest. Die Bauarbeiten sollen aber noch heuer beginnen.

Während die ÖBB die Sicherheit an den Bahnhöfen also weiter verbessern möchte, gibt es bezüglich einer Geschwindigkeits-Begrenzung für Züge in den Bahnhöfen keine Diskussion. Dies würde laut Hahslinger nämlich nicht im Fokus stehen.

Kinderwagen von Sog auf Gleise geschleudert

Am 4. Oktober stand eine 24-Jährige gemeinsam mit ihren beiden Kindern am Bahnsteig am Bahnhof in Puch bei Hallein und wartete auf einen Zug Richtung Salzburg.

Als ein Güterwagen vorbei raste, wurde der Kinderwagen durch den Sog auf die Gleise geschleudert. Das 1-jährige Baby erlitt bei dem Unfall schwerste Verletzungen. Die Ärzte im Landeskrankenhaus Salzburg kämpften mit allen Mitteln um das Leben des Kindes. Vergeblich. Das Baby erlag im Spital seinen schweren Verletzungen.

(wil)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Yasmine Stockinger am 11.11.2017 21:45 Report Diesen Beitrag melden

    Aufpassen auf Kinder

    Also ich bin 1m 58, 56 Jahre, habe 56 Kilo und bin gar nicht sportlich. Mich hat noch nie ein Zug weggeweht. Und es gibt 10000 sichere Plätze am Bahnhof.....Was mit den Kindern in letzter Zeit geschieht, von Fensterstürzen an bis zu ertrinken, also ich verstehe es nicht. Und ja ich hatte selbst Kinder und auch Tageskinder.

  • Mike am 11.11.2017 20:55 Report Diesen Beitrag melden

    Was noch nicht beantwortet wurde

    Hat die Mutter telefoniert oder war sie sonst anderweitig abgelenkt, dass sie den Wagen so nahe am vorbeifahrenden Zug stehen hat lassen? Normalerweise hält man alles fest, wenn ein Zug durch fährt. Warum das bei einem Kinderwagen nicht gemacht wird, ist mir echt schleierhaft.

  • myopinion am 12.11.2017 07:20 Report Diesen Beitrag melden

    ÖBB verstärkt Sicherheit

    Zweifellos ist das sehr tragisch, was passiert ist. Trotzdem verstehe ich nicht, warum man überhaupt erklären muss, dass man am Bahnsteig von der Kante wegbleiben muss, einen Kinderwagen nicht aus den Augen lässt, auch bei angezogener Bremse. Ist ja eigentlich logisch oder? Was kommt dann als nächstes? Beschwerden weil Kinderwägen die Rolltreppe runter rollen, wo sie eigentlich ohnehin nicht transportiert werden dürfen?

Die neusten Leser-Kommentare

  • myopinion am 12.11.2017 07:20 Report Diesen Beitrag melden

    ÖBB verstärkt Sicherheit

    Zweifellos ist das sehr tragisch, was passiert ist. Trotzdem verstehe ich nicht, warum man überhaupt erklären muss, dass man am Bahnsteig von der Kante wegbleiben muss, einen Kinderwagen nicht aus den Augen lässt, auch bei angezogener Bremse. Ist ja eigentlich logisch oder? Was kommt dann als nächstes? Beschwerden weil Kinderwägen die Rolltreppe runter rollen, wo sie eigentlich ohnehin nicht transportiert werden dürfen?

  • Peter K. am 11.11.2017 22:09 Report Diesen Beitrag melden

    Hallo "Heute"

    So sehr ich die ÖBB verachte, ich hätte eher vernachlässigung der Aufsichtspflicht geurteilt. Ich aber nichts genaues über den Unfallhergang. Wurde der Mutter der Kinderwagen aus den Händen gerissen oder war sie grad am Smartphone spielen?

  • Yasmine Stockinger am 11.11.2017 21:45 Report Diesen Beitrag melden

    Aufpassen auf Kinder

    Also ich bin 1m 58, 56 Jahre, habe 56 Kilo und bin gar nicht sportlich. Mich hat noch nie ein Zug weggeweht. Und es gibt 10000 sichere Plätze am Bahnhof.....Was mit den Kindern in letzter Zeit geschieht, von Fensterstürzen an bis zu ertrinken, also ich verstehe es nicht. Und ja ich hatte selbst Kinder und auch Tageskinder.

  • Peter M. am 11.11.2017 21:15 Report Diesen Beitrag melden

    Die Raserei stoppen

    Es ist einfach ein Verbrechen mit Autobahngeschwindigkeit durch den Stationsbereich hindurchzurasen. Da gehört vorher runtergebremst. Aber die ÖBB ist anscheinend ein Verein der sich die Regeln selber macht rücksichtslos gegenüber anderen Verkehrsteilnehmern und auch Rücksichtslos im Sozialsystem mit ihren Frühpensionierungen.

    • myopinion am 12.11.2017 07:25 Report Diesen Beitrag melden

      AW Peter M.

      @Peter M. ich als Eisenbahner Kind teile ihnen hiermit mit, dass sie absolut keine Ahnung haben, wie der Betrieb bei den ÖBB abläuft. Es gibt sehr wohl "Verkehrsregeln" und sogar sehr viele. Niemand macht sich bei den ÖBB selber regeln u. wenn sie mal im Verschub oder früher als Heizer auf Dampfloks oder Güterzugschaffner, im Oberbau gearbeitet hätten, wären sie auf die Frühpensionierungen nicht so neidisch. Also fahren sie Auto und lassen sie die hart arbeitenden ÖBB´ler zufrieden.

    einklappen einklappen
  • Mike am 11.11.2017 20:55 Report Diesen Beitrag melden

    Was noch nicht beantwortet wurde

    Hat die Mutter telefoniert oder war sie sonst anderweitig abgelenkt, dass sie den Wagen so nahe am vorbeifahrenden Zug stehen hat lassen? Normalerweise hält man alles fest, wenn ein Zug durch fährt. Warum das bei einem Kinderwagen nicht gemacht wird, ist mir echt schleierhaft.