Homosexueller Iraker

23. August 2018 06:00; Akt: 22.08.2018 17:03 Print

Asylbescheid negativ: Zu "stereotypisch" schwul

Fadi (27) floh 2015 unter anderem wegen seiner Homosexualität aus dem Irak. Das Amt fand sein Verhalten zu "stereotypisch" und "überzogen 'mädchenhaft'".

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Vor wenigen Wochen sorgte der Fall eines homosexuellen Asylwerbers für Aufsehen. Der junge Mann erhielt vom zuständigen Bundesamt für Fremdenwesen und Asyl (BFA) einen negativen Bescheid, weil sein Verhalten der Meinung des Amtes nach nicht dem stereotypen Gebaren von Homosexuellen entspreche.

In einem ähnlichen Fall in Graz fand das BFA das Verhalten eines Asylwerbers ebenfalls als unglaubhaft. Diesmal warf das Amt dem 27-jährigen Iraker Fadi (Name geändert) allerdings vor, sein Verhalten habe sich "sich eines stereotypischen, jedenfalls überzogenen 'mädchenhaften' Verhaltens (Gestik und Mimik) eines 'sexuell anders Orientierten' bedient", wie es in einem Schreiben des BFA heißt.

Amt findet, Homosexualität war "nur gespielt"

"Besonders auffallend" sei laut Amt auch gewesen, dass der 27-Jährige bei seiner Einvernahme "erst ab den konkreten Fragen zu (seiner) Homosexualität" ein entsprechendes Verhalten an den Tag gelegt habe. Das habe auf die Behörden "aber lediglich gespielt, aufgesetzt und nicht authentisch" gewirkt.

Für den Verein "Rosalila PantherInnen", der sich für die Rechte der LGBTQI-Community (steht für "Lesben, Schwule, Bisexuelle, Transgender, Queere und Intersexuelle") einsetzt, eine "furchtbare Diskriminierung". Fadi ist seit acht Monaten freiwillig im Verein tätig, übersetzte unter anderem eine Coming-Out-Broschüre ins Arabische und wirkte bei Veranstaltungen mit.

Vater wusste nichts

Auch dass Fadi die Lokale in der Wiener und Grazer Schwulenszene aufzählte, in denen er regelmäßig verkehrt, überzeugte das Amt nicht. Dass sein Vater nichts von der Homosexualität seines Sohnes wusste, wurde ihm vom BFA wiederum als Hinweis ausgelegt, dass er nur vorgab schwul zu sein.

Dabei erklärte Fadi in seiner Einvernahme durch das Asylamt selbst, dass er seine Homosexualität im Irak streng geheim hielt und niemandem zu offenbaren wagte. Denn Homosexuelle werden dort nicht nur diskriminiert sondern müssen auch um ihr Leben fürchten.

Homosexuelle werden zu Treffen gelockt und ermordet

Auf einer Internetplattform für Homosexuelle im arabischen Raum würden sich oft Männer mit Fake-Profilen anmelden, mit Homosexuellen Treffen vereinbaren und diesen dann auflauern, um sie zu ermorden, schilderte Fadi dem BFA. Er habe aus Angst mehrere Social-Media-Profile gelöscht, um nicht enttarnt zu werden.

Seit seinem 16. Lebensjahr sei ihm bewusst gewesen, dass er homosexuell sei, erzählt Fadi. Erste homosexuelle Kontakte habe er aber erst in Linz gehabt. Zuvor sei die Todesangst zu groß gewesen.

Muss Sex-Nachweis erbringen

Fadi wird nun vom Verein "Queer Base" rechtlich betreut und will gegen den negativen Asylbescheid berufen. Auch der Verein "Rosalila PantherInnen" will weiter für den Iraker kämpfen. "Für uns steht außer Zweifel, dass er homosexuell ist und daher ein Recht auf Asyl in Österreich hat. Auch der Wille zur Integration ist ihm nicht abzusprechen", so der Verein.

"Wir müssen Aussagen von Männern vorlegen, die mit Fadi geschlafen haben, um zu beweisen, dass er schwul ist", ist Vereinsobmann Joe Niedermayer fassungslos.

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(red)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Max Mustermann am 24.08.2018 06:19 Report Diesen Beitrag melden

    Nur hier in Sicherheit?

    Es kann in diesem Fall gar nicht um Verfolgung einer sexuellen Minderheit gehen. Zwischen dem Irak und Österreich liegen eine ganze Menge sicherer Länder. Wenn sich wer dezidiert unser Land aussucht, dann hat das andere Gründe. Das wissen der Anwalt und auch die Vereine, die dem Mann "helfen".

  • Versaute Gesellschaft am 08.09.2018 18:17 Report Diesen Beitrag melden

    Schon wieder eine...

    schwer zu prüfende Antwort - ohne ärztliche Untersuchung wohl schwer widerlegbar und daher auch sehr pressetauglich. Jedenfalls bin ich stolz auf einen Beamten, der nicht jede Antwort akzeptiert.

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  • Versaute Gesellschaft am 08.09.2018 18:17 Report Diesen Beitrag melden

    Schon wieder eine...

    schwer zu prüfende Antwort - ohne ärztliche Untersuchung wohl schwer widerlegbar und daher auch sehr pressetauglich. Jedenfalls bin ich stolz auf einen Beamten, der nicht jede Antwort akzeptiert.

  • Max Mustermann am 24.08.2018 06:19 Report Diesen Beitrag melden

    Nur hier in Sicherheit?

    Es kann in diesem Fall gar nicht um Verfolgung einer sexuellen Minderheit gehen. Zwischen dem Irak und Österreich liegen eine ganze Menge sicherer Länder. Wenn sich wer dezidiert unser Land aussucht, dann hat das andere Gründe. Das wissen der Anwalt und auch die Vereine, die dem Mann "helfen".