Witwe klagt

19. Mai 2017 09:23; Akt: 19.05.2017 12:09 Print

Keine Hilfe? Mann starb nach Infarkt beim Arzt

von J. Lielacher - Könnte Erich S. (57) noch leben? Laut Witwe und Anwältin Karin Prutsch ja! Er starb nach einem Herzinfarkt beim Hausarzt, der nicht reanimierte.

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Erich S. hatte sich an einem Abend im August 2015 nicht wohl gefühlt, ging am nächsten Tag dennoch zur Arbeit, die Beschwerden wurden ärger. Sein Sohn holte ihn ab, brachte seinen Vater zum Hausarzt. Während der Sohn im Wartezimmer verblieb, wurde Erich S. im Behandlungsraum untersucht und erlitt im Zuge der Untersuchung einen Herzinfarkt sowie Kreislaufstillstand.

Der Sohn von Erich S. konnte vom Wartezimmer aus akustisch hören, dass sein Vater nach Luft geschnappt hat. Der Arzt verließ das Behandlungszimmer, forderte die Assistentin auf, einen Rettungswagen zu rufen. Dem Sohn wurde nur mitgeteilt, dass Erich S. ins Krankenhaus Bruck an der Mur gebracht werde.

Dort bekam Erich S. drei Stents, starb aber nach fünf Tagen auf der Intensivstation. Denn das Hirn des 57-Jähriger war durch die Sauerstoffunterversorgung massiv geschädigt worden. Gegen den Arzt wurde ermittelt, die Ermittlungen aber eingestellt.

Das will die Witwe nicht so stehen lassen: "Mein Mann erlitt vor den Augen des Mediziners einen Herzinfarkt und wurde vom Arzt nicht beatmet und reanimiert." Die Hinterbliebene wandte sich an die Grazer Top-Anwältin Karin Prutsch. Diese klagt nun - stützend auf ein Gutachten - auf dem Zivilweg 5.000 Euro Begräbniskosten und 18.000 Euro Trauerkosten ein.

Die Witwe will vor allem - auch mit dem Gang an die Öffentlichkeit - eines erreichen: "Bei einem Herzinfarkt ist unverzüglich Reanimation zu leisten, da geht es um jede Sekunde." Die Witwe hat jedenfalls ihre Lebensfreude verloren.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Franz 60 am 19.05.2017 11:10 Report Diesen Beitrag melden

    Reanimation

    Zur Richtigstellung. Ein Patient wird nur Reanimiert wenn keine Atmung und Herztätigkeit feststellbar sind. Solange Eigenatmung vorhanden ist wird nur Sauerstoff in hoher Dosierung gegeben, und vom Arzt medikamentös behandelt. Laut Artikel war Eigenatmung vorhanden.

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  • Dr XYZ am 19.05.2017 11:38 Report Diesen Beitrag melden

    Mein Beileid. Aber:

    Was ist das bitte für ein schwachsinniger Artikel?! 1. Bei einem Herzinfarkt ist NICHT Reanimation und Beatmung zu leisten, wenn der Patient wach ist und atmet. Hier ist die Gabe von gewissen Medikamenten einzuleiten (Blutverdünnung) 2.Hätte der Patient beim Arzt wirklich einen Kreislaufstillstand gehabt, wäre er ohne sofortige Reanimation nicht erst nach 5 Tagen im Krankenhaus verstorben, sondern noch vor Eintreffen des Rettungswagens und dann wäre er auch nicht hospitalisiert worden sondern von der Bestattung abgeholt worden.

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  • MElisabeth1964 am 19.05.2017 10:56 Report Diesen Beitrag melden

    Oh mein Gott

    omg! Beilied! Ich würde den Arzt auf unterlassene Hilfeleistung klagen und auch auf Schmerzensgeld usw.!!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Selberherzinfarktpatient am 19.05.2017 23:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Die Anwältin

    sollte mal ihr Gehirn einschalten, wer nach 5 Tagen im Spital stirbt musste NICHT reanimiert werden........was soll der Unfug?

  • Calimero am 19.05.2017 16:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Herzinfarkt

    Sie haben brennende Schmerzen in der Brust, die in Arme, Oberbauch oder den Rücken strahlen? Sie haben das Gefühl, dass Ihnen ein Elefant auf der Brust steht? Allesamt Erstsymptome für einen Herzinfarkt. Alarmieren Sie sofort einen Notarzt und nehmen Sie eine Aspirin. Ganz wichtig: Kauen Sie die Tablette! Nicht schlucken! Denn zerkaut gelangt die Acetylsalicylsäure wesentlich schneller ins Blut und verhindert somit schneller, dass Ihre Blutplättchen verklumpen oder sich Ihre Gefäße verschließen

  • fuhrinat am 19.05.2017 16:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Witwe

    Er ist zu spät zum Arzt gegangen die Anzeichen waren da. Ich glaube die Witwe kommt mit dem Tod ihres Mannes nicht kar. Herzliches Beileid

  • Calimero am 19.05.2017 13:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Herzinfarkt

    Viele Patienten (und manche Angehörige) scheuen sich davor, die Notrufnummer 144 zu wählen, nach dem Motto Es wird schon nicht so schlimm sein. Immer wieder kommt es vor, dass Infarktpatienten sich selbst ans Steuer setzen und ins Krankenhaus fahren. Das ist äußerst riskant für den Patienten selbst, aber auch für andere Verkehrsteilnehmer! Auch Angehörige sollten einen Infarktpatienten nicht selbst zur Notaufnahme fahren, denn bei einem Herzinfarkt kann sich die Situation rasch dramatisch zuspitzen,

  • Calimero am 19.05.2017 12:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Herz

    Hier wurde leider auch etwas zu lange gewartet. Auch kündigen sich Herzinfarkte meistens schön langsam an. Mir ist nicht gut dann geht es wieder usw. Hier dürfte der Infarkt bereits mehrere Stunden vorher eingetreten sein wenn das überhaupt nicht ein anderer Infarkt war. Wichtig ist immer der sofortige Notruf 144 !!

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