Die traurige Zwischenbilanz

12. Februar 2018 15:29; Akt: 12.02.2018 16:22 Print

Zugunglück in Niklasdorf: Eine Frau tot, 22 Verletzte

Bei einem schweren Zugunfall im obersteirischen Bezirk Leoben ist am Montag eine Frau ums Leben gekommen. Mehr als 20 weitere Insassen wurden verletzt.

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Kurz vor dem Bahnhof Niklasdorf sind am Montag gegen 12.45 Uhr ein Eurojet und ein Regionalzug der ÖBB kollidiert. Laut Polizei kam es zu einer sogenannten Flankenkollision. In der Regel sind im Bahnverkehr eine falsch gestellte Weiche oder ein irrtümlich freigegebenes Signal für solche Unfälle an einer Gleiskreuzung verantwortlich. In der Folge sind mehre Waggons entgleist. Der Fernreisezug wurde seitlich regelrecht aufgeschlitzt.

Bei dem tragischen Unglück ist eine Frau ums Leben gekommen. Sie erlag noch am Unfallort ihren schweren Verletzungen. Das Todesopfer, dessen nähere Identität zunächst unbekannt war, soll sich im Eurocity, der von Graz nach Saarbrücken unterwegs war, befunden haben. "Die Leiche der Frau wird obduziert", gibt die Polizei bekannt.

Auch die weiteren verletzten Zugpassagiere, darunter drei Kinder, haben sich ersten Informationen zufolge allesamt in dem Fernverkehrszug befunden. Fahrgäste des Regionalzugs von Friesach (Kärnten) nach Mürzzuschlag blieben unversehrt.

Alle Verletzten wurden laut Rotem Kreuz zur Versorgung in umliegende Spitäler eingeliefert. Der Rettungseinsatz war gegen 14.30 Uhr beendet. Insgesamt mussten 60 Personen evakuiert werden.

Wie ÖBB-Sprecher Roman Hahslinger erklärt, hätte der Regionalzug R1708 planmäßig in Niklasdorf gehalten, der Eurocity EC216 nicht. Mit welcher Geschwindigkeit die beiden Züge unterwegs waren, sollen die näheren Untersuchungen nun klären.

Bundeskanzler Sebastian Kurz gab seine Anteilnahme bereits via Twitter bekannt: "Schreckliche Nachrichten vom Zugunglück in #Niklasdorf im Bezirk Leoben. Meine Gedanken sind bei der Familie & den Freunden des Todesopfers. Allen Verletzen wünsche ich eine baldige Genesung. Vielen Dank an alle Einsatzkräfte, die vor Ort helfen!", schreibt Kurz.

Auch der steirische Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer gab seine Anteilnahme via Aussendung bekannt.


Die Unfallursache war zunächst unbekannt. Das Landeskriminalamt Steiermark übernimmt die Ermittlungen. "In weiterer Folge gilt es die Unfallursache zu klären", so Polizeisprecher Markus Lamb in einem ersten Statement von der Unglücksstelle. Ob aktuell laufende Bauarbeiten am Bahnhof eventuell etwas mit dem Unglück zu tun haben, werde ebenfalls untersucht.

Hier das Statement im Video:


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(ek)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • kreereiwa am 13.02.2018 07:24 Report Diesen Beitrag melden

    Bauarbeiten im Bahnhof?

    Wird doch rasch zu klären sein, welche Bauarbeiten das waren. Wenn desswegen die Signalabhängigkeit aufgehoben wurde und daher "russisch" gefahren wurde, wäre die Klärung der Unfallursache schon ein Stück näher.

  • kreereiwa am 13.02.2018 07:42 Report Diesen Beitrag melden

    Prakt. nur 2 mögliche Ursachen

    Für den Unfall gibt es prakt. nur 2 mögliche Ursachen: A) Es wurde mit Ersatzsignalen (also "russisch") gefahren und der Fahrdienstleiter hat dabei einen Fehler gemacht oder B) ein Triebfahrzeugführer hat ein HALT zeigendes Signal überfahren (wie in Kritzendorf). Gutmenschen werden allerdings auch an einen technischen Defekt oder den Einfluß Außerirdischer in Erwägung ziehen.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • kreereiwa am 13.02.2018 07:42 Report Diesen Beitrag melden

    Prakt. nur 2 mögliche Ursachen

    Für den Unfall gibt es prakt. nur 2 mögliche Ursachen: A) Es wurde mit Ersatzsignalen (also "russisch") gefahren und der Fahrdienstleiter hat dabei einen Fehler gemacht oder B) ein Triebfahrzeugführer hat ein HALT zeigendes Signal überfahren (wie in Kritzendorf). Gutmenschen werden allerdings auch an einen technischen Defekt oder den Einfluß Außerirdischer in Erwägung ziehen.

    • Loki am 13.02.2018 09:58 Report Diesen Beitrag melden

      Hr

      Zu Fall B: Die eigentliche Aufgabe der Tfzf, nähmlich Züge von A nach B zu fahren, verkommt immer mehr zur Nebenaufgabe. E-ras, E-learning, Check, 0:0, um nur einige zu nennen. Die Tfzf. werden im Schnitt immer älter, keine Nachwuchs- kräfte, Überstumden, und genau darüber sollte sich ein gewisser Herr B. und Die anderen Herren aus den höheren Etagen den Kopf zerbrechen! Und übrigens: Nur wer arbeitet kann Fehler machen!

    • kreereiwa am 13.02.2018 21:47 Report Diesen Beitrag melden

      Betr. Kritzendorf

      Das in Kritzendorf ein HALT zeigendes Signal überfahren wurde, wird im Netz nur vermutet, eine offizielles Untersuchungsergebnis finde ich im Netz nicht, eine Veröffentlichung wird wohl von der Gewerkschaft unterdrückt.

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  • kreereiwa am 13.02.2018 07:24 Report Diesen Beitrag melden

    Bauarbeiten im Bahnhof?

    Wird doch rasch zu klären sein, welche Bauarbeiten das waren. Wenn desswegen die Signalabhängigkeit aufgehoben wurde und daher "russisch" gefahren wurde, wäre die Klärung der Unfallursache schon ein Stück näher.