Bakterienzusatz in Kunstschnee

15. August 2018 11:11; Akt: 15.08.2018 11:12 Print

Urteil von Tiroler Gericht regt Seilbahner auf

Ein Bescheid vom Tiroler Landesverwaltungsgericht sorgt für Wirbel. Demnach darf Kunstschnee mit Zusatzstoffen versehen werden.

Ein Urteil vom Landesverwaltungsgericht regt auf (Symbolbild).  (Bild: iStock)

Ein Urteil vom Landesverwaltungsgericht regt auf (Symbolbild). (Bild: iStock)

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Bisweilen war es nicht erlaubt Bakterienzusätze für die künstliche Beschneiung in Skigebieten zu verwenden. Das Tiroler Landesverwaltungsgericht (LVwG) hat nun allerdings anders entschieden, was Regierung und Seilbahner auf die Barrikaden steigen lässt. Auslöser für die Debatte waren die Seefelder Bergbahnen.

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Laut dem Urteil dürfen Zusatzstoffe bei Kunstschnee unter bestimmten Auflagen verwendet werden. Ein Ermittlungsverfahren der Wasserbehörde habe ergeben, dass keine negativen Folgen für Menschen, Tiere, Pflanzen und die Umwelt zu befürchten seien.

Der Entscheid freut die Seilbahner und die Mitglieder der Tiroler Landesregierung gar nicht, sie wollen lieber wie bisher beim reinen Schneiwasser bleiben. Landesrätin Ingrid Felipe (Grüne) möchte deshalb weitere rechtliche Schritte prüfen. Eine Revision beim LVwG oder eine Prüfung durch den Verfassungsgerichtshof wären möglich. "Wir wollen, dass in Tirol auch weiterhin ausschließlich mit Wasser in Trinkwasserqualität künstlich beschneit wird", zitiert "tirol.orf.at" den Grünen Gebi Mair.

Immenser Imageschaden sei zu befürchten

Ähnlich sieht das auch Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP), der sich ebenfalls gegen den Einsatz von Bakterienzusätze ausspricht. "Künstliche Zusatzstoffe passen für mich nicht zu einem glaubwürdigen Tiroler Naturerlebnis", so Platter.

Die Seilbahner, vertreten durch Obmann Franz Hörl, bezeichnen das LVwG-Urteil gar als verheerend. Dem Skitourismus drohe ein Imageschaden. Sein Vorschlag: Skigebiete, die Zusatzstoffe einsetzen, sollen keine öffentlichen Mittel mehr erhalten.

Im Clinch mit Bergbahnen

Die Seefelder Bergbahnen, die für den Wirbel verantwortlich gemacht werden, versuchen zu beruhigen. Man wolle einen Feldversuch starten und herausfinden, wie sich der Stoff – dieser besteht aus abgetöteten Bakterien, die dem Wasser beigesetzt werden – auf die Beschneiung auswirkt. In den USA und der Schweiz wird das Mittel schon länger zur künstlichen Beschneiung verwendet.

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(red)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Luna 2 am 15.08.2018 11:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kunstschnee

    Wenn es um den Profit geht ist nie was schädlich , bis sich etwas anderes herausstellt und die Natur und wir alle geschädigt werden. Da muessen viel härtere Gesetze und Strafen her. Den Schaden haben dann wieder wir alle.

  • Joseph am 15.08.2018 13:26 Report Diesen Beitrag melden

    Herr

    Reicht es nicht, die Natur durch noch mehr Erschließungen zu zerstörren; die Flora zu ersticken (Kunstschnee fester, als Naturschnee); muß man jetzt der Natur noch mehr ins Handwerk pfuschen??? Verbieten ist das Einzige; denn in 3 Jahren fragt doch keiner mehr; wer das alles verwendet (Boykott) -Mann muß nicht jeden Blödsinn nachmachen

  • Fred am 15.08.2018 12:38 Report Diesen Beitrag melden

    Mitterer hatte recht

    Piefkesager lässt grüßen Tirol ist schon längst verkauft Wer kann sich diesen Sport schon noch leisten Und das Leben hier schon gar nicht mehr Die Landschaft wird verkauft und überspannt mit Lifte Pisten werden angelegt damit das Wasser dort auch nicht mehr versickern kann und sich den Weg in die Täler sucht mit Hochwasser führenden Flüssen. Mittlerweile wird ja Bauschutt auch schon vergraben (das nennt man Recycling) wie in der piefkesager. Schauen wie das in der Zukunft dann aussieht. Bis dahin lebe ich hoffentlich in einem anderen Bundesland

Die neuesten Leser-Kommentare

  • JNJN am 18.08.2018 20:47 Report Diesen Beitrag melden

    Chemie-Goßkonzern lässt grüßen

    #"In den USA und der Schweiz wird das Mittel schon länger zur künstlichen Beschneiung verwendet."# Ganz logisch, dass das dann gesund sein muss, besonders für unser Quellwasser! Ein großer Chemiekonzern lässt wieder Grüßen!!!

  • Erwin am 18.08.2018 12:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Rentner

    öffentliche Förderung Ich verstehe es nicht warum bekommen die Skigebiete Geld aus der öffentlichen Hand? Die Lifte werden jedes Jahr teurer und für die Naturzerstörung werden die noch gefördert!! das ist doch ein Witz

  • Thomas am 15.08.2018 22:55 Report Diesen Beitrag melden

    Es gibt auch den Sommer

    Ein halbes Jahr später grasen dann die Kühe auf der Almwiese, die zuvor mit künstlichen Stoffen beschneit wurde. Und irgendwann stellt man fest, dass man vorher nicht wissen konnte, dass dadurch gesundheitsschädigende Auswirkungen auf das Fleisch und die Milch verursacht worden sind. Man sollte die Bergbahnen Seefeld boykottieren, wenn sie mit so einem Frevel anfangen.

  • Knut Randauch am 15.08.2018 18:50 Report Diesen Beitrag melden

    Für mich geht aus dem

    Beitrag nicht hervor: Wozu soll der Zusatzstoff mit abgetöteten Bakterien überhaupt gut sein? Was soll er bewirken? Schmilzt der Schnee dann erst bei +5°?

  • Joseph am 15.08.2018 13:26 Report Diesen Beitrag melden

    Herr

    Reicht es nicht, die Natur durch noch mehr Erschließungen zu zerstörren; die Flora zu ersticken (Kunstschnee fester, als Naturschnee); muß man jetzt der Natur noch mehr ins Handwerk pfuschen??? Verbieten ist das Einzige; denn in 3 Jahren fragt doch keiner mehr; wer das alles verwendet (Boykott) -Mann muß nicht jeden Blödsinn nachmachen