Flüchtlinge "Schweine" genannt

02. Juli 2018 16:40; Akt: 02.07.2018 16:40 Print

Urteil gefällt: Zweieinhalb Jahre Haft für Ex-Soldat

Im Prozess gegen einen Ex-Soldaten in Vorarlberg ist am Montag ein Urteil gefallen. Der Mann bekam zweieinhalb Jahre.

Landesgericht in Feldkirch (Bild: Wikipedia/Böhringer Friedrich) (Bild: Wikipedia)

Landesgericht in Feldkirch (Bild: Wikipedia/Böhringer Friedrich) (Bild: Wikipedia)

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Am Landesgericht in Feldkirch stand am Montag zwischen 9 und 16 Uhr ein ehemaliger Soldat vor Gericht, dem Wiederbetätigung, Verhetzung, Quälen eines Gefangenen und gefährliche Drohung vorgeworfen wurde.

Vor kurzem ist ein Urteil gefallen: Der 42-Jährige ist in allen Anklagepunkten für schuldig befunden worden. Er wurde zu zweieinhalb Jahren teilbedingter Haft verurteilt.

Er soll Flüchtlinge als "Schweine" bezeichnet und gesagt haben, sie sollten besser erfrieren. Laut Anklage ließ er sie niederknien, trat nach ihnen und schlug sie mit einer Taschenlampe. Der Staatsanwalt warf ihm auch vor, eine Kameradin mit einer Pistole bedroht zu haben. Die Vorfälle sollen sich zwischen Ende Jänner und Ende März 2017 ereignet haben.

Teil-Geständnis abgelegt
Der Soldat bekannte sich zu Beginn des Prozesses teilweise schuldig. Er gestand etwa, bei einem Bundesheer-Einsatz in Wulkaprodersdorf einen "Judenwitz" erzählt zu haben. Das sei unüberlegt und idiotisch gewesen, sagte er dem Gericht.

Auch, dass er Flüchtlinge als "Schweine" bezeichnet hat, gibt der Mann zu. Der Zusammenhang hier sei gewesen, dass die Gemeinten in ein Fahrzeug uriniert hätten. Dass er zu seinen Kameraden "Schnappen wir uns die Schweine!" oder "Jagen wir die Schweine!" gesagt haben soll, bestreitet er.

Das mit dem Treten erklärte der Angeklagte so: Er habe einen Mann mit dem Fuß angestoßen. Das sei dumm gewesen, wie er bei der Verhandlung sagte. Er habe im Grenzschutz nur einen guten Job machen wollen und sei etwas übermotiviert gewesen.

Zeugen belasten Angeklagten
Einige der als Zeugen geladenen ehemaligen Rekruten belasten ihren Ex-Kollegen schwer. Mehrmals habe er sich abschätzig über Flüchtlinge geäußert und Soldaten aufgefordert, nicht zimperlich vorzugehen, sagen sie.

Bevor der Mann in Vorarlberg vor Gericht gestellt wurde, war er vom Militärdienst suspendiert worden. Ende Juli ist er ganz aus dem Heer ausgetreten.

Das Urteil ist nicht rechtskräftig, der Angeklagte erbat sich Bedenkzeit.

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(red)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Heimatland am 02.07.2018 17:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wo bleibt die Verhältnismäßigkeit?

    Das genannte Verhalten ist sicher nicht in Ordnung, trotzdem stellt sich die Frage: Schlechter Anwalt, weil die in den Medien ständig präsenten Stars der Gerichtssäle mit der Erwirkung von Freisprüchen für die Vergewaltiger aus dem Nahen und Mittleren Osten bzw Afrika ausgelastet sind?

  • Ehklar am 02.07.2018 17:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nur ich

    Ich habe keine Wiederbetätigung finden können! Ob das Urteil angemessen ist, kann ich nicht beurteilen. Die Vorwürfe für die Verurteilung sind nicht präzise, und ich kenne die erst folgende schriftliche Urteilsbegründung natürlich noch nicht. Aber immerhin war er hoheitlich für die Republik tätig! Bitte nicht Ausraster mit dem "ewigen Thema" begründen. Und "Judenwitze" erzähle ich auch jüdischen Freunden, die sich zerkugeln und mir "Christenwitze" erzählen. WITZE sind in Diktaturen verboten!

  • zimbo am 02.07.2018 16:48 Report Diesen Beitrag melden

    Bitte um offizielle Formulierung,

    wenn jemand ins Fahrzeug brunzt ?

Die neuesten Leser-Kommentare

  • Nico am 02.07.2018 23:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Zweierlei Maß

    Wir sollten keinen Rassisten verteidigen. Es sei den wir teilen dasselbe Gedankengut. Aber es stimmt, dass die Strafe im Verhältnis zu den Strafen ausländischer Straftäter überhöht ist.

  • ray becker am 02.07.2018 20:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    so schauts aus

    ob das verhalten in ordnung ist oder nicht ist ein eigenes kapitel, aber wer an der grenze gestanden hat und sich von den geschockten dolmetschern übersetzen liess wie die ankommenden über uns reden, warum wird hier mit zweierlei mass gemessen?

  • Maverick am 02.07.2018 19:41 Report Diesen Beitrag melden

    Linke Justiz

    Wieder ein Geniestreich unserer Justiz. Dass das Verhalten nicht in Ordnung ist, ist unbestritten. Aber die Strafe ist ein Witz, wenn man bedenkt, dass unsere Atomphysiker für Vergewaltigung, Raub, Körperverletzung usw. Freisprüche oder Bedingte kassieren.

  • Statistiker am 02.07.2018 19:30 Report Diesen Beitrag melden

    Soldat mit scharfer Munition

    Allein der Vorwurf, mit der Waffe eine Kameradin bedroht zu haben ist schon heftig. Bei den vielen Anklagepunkten und einem Strafrahmen von 1-10 Jahren ist er mit dieser teilbedingten Strafe noch glimpflich davongekommen. Ich gehe davon aus, dass er das Urteil annehmen wird.

  • Ennio P am 02.07.2018 18:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Urteil

    Wüsste gerne wem die ehemaligen Rekruten entstammen die jetzt gegen ihn ausgesagt haben. Neubürger?

    • zimbo am 02.07.2018 18:56 Report Diesen Beitrag melden

      Auch Linke

      Regenbogenfarbene.Dabei hat er einen Eid auf seLinkeLinkeoder in Land abgelegt.

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