Drei Streifen vor Ort

02. Januar 2018 13:00; Akt: 02.01.2018 13:51 Print

Böller-Terror vor Tierheim: Polizei weist Kritik zurück

Der Tierschutzverein klagte über eine "Horrornacht" zu Silvester. Es gebe ein "vermeintliches polizeiliches Niemandsland". Die Polizei NÖ dementiert.

Einer der vollkommen panischen Hunde im Tierschutzverein. 
 (Bild: WTV)

Einer der vollkommen panischen Hunde im Tierschutzverein. (Bild: WTV)

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"Hunderte Freizeitpyromanen" hätten rund um das Areal der Wiener Tierschutzvereins in Vösendorf Böller gezündet und sogar Raketen ins Gehege gefeuert, war der Wiener Tierschutzverein am Neujahrstag empört. In den Stunden um Mitternacht sei die Situation dann komplett eskaliert. Auf benachbarten Grundstücken und Parkplätzen seien Feuerwerksbatterien aufgebaut und "im wahrsten Sinne des Wortes aus allen Rohren gefeuert" worden, berichtete die Präsidentin des Tierschutzvereins Madeleine Petrovic. Die Folge: Hunderte panische Tiere.

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Bitten des Tierschutzvereins, die Knallerei zu verlegen, seien ignoriert worden. Der Tierschutzverein erhob Vorwürfe gegen die Exekutive. Nach Anrufen habe Unklarheit geherrscht, ob die Polizei in Wien oder in Niederösterreich zuständig sei. "Leider fühlten sich weder Beamte aus Wien noch aus Mödling zuständig und nicht ein einziger Streifenwagen kam zu Hilfe", so der Tierschutzverein.

Polizei NÖ: "Keine Übertretungen festgestellt"

Die Polizei Niederösterreich weist die Vorwürfe aufs Schärfste zurück. Der Tierschutzverein selbst habe drei Anzeigen erstattet. "Drei Mal waren Streifen vor Ort", so Chefinspektor Johann Baumschlager, Sprecher der Polizei NÖ, gegenüber "Heute". Eine Streife der Polizei Vösendorf sei am 31. Dezember 2017 um 14.16 Uhr vor Ort gewesen, eine zweite um 23.45 Uhr. "Es wurden keine Übertretungen festgestellt. Direkt beim Tierheim wurde niemand angetroffen", so Baumschlager. Die Polizei habe bis zur B17 bestreift. Die dritte Streife sei am 1. 1. 2018 um 14.15 Uhr vor Ort gewesen.

Den Vorwurf, dass im Bereich des Tierschutzvereins "vermeintliches polizeiliches Niemandsland" herrsche, weist die Polizei NÖ "vehement" zurück. Man sei "bis zur Stadtgrenze" zuständig. "Es gibt kein polizeiliches Niemandsland. Natürlich unterstützen einander Polizei Wien und NÖ gegenseitig, wenn es notwendig ist", so Baumschlager.

Pyrotechnik "in unmittelbarer Nähe" von Tierheimen verboten

Klar ist: Das Bestrafen von Pyrotechnik-Einsatz im Bereich des Tierschutzvereins dürfte gar nicht so einfach sein. Denn: Da, wo kein Ortsgebiet ist, ist das Zünden von Raketen nicht verboten. Und der Gesetzestext lautet: "Die Verwendung pyrotechnischer Gegenstände und Sätze innerhalb und in unmittelbarer Nähe von Kirchen, Gotteshäusern, Krankenanstalten, Kinder-, Alters- und Erholungsheimen sowie Tierheimen und Tiergärten ist verboten." Was "unmittelbare Nähe" bedeutet, ist wohl Auslegungssache.


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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Andreas am 02.01.2018 14:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Böller

    Welcher Bericht stimmt jetzt? Versteh nicht warum es keine Strafen gibt es soll doch in Wohngebiet verboten sein zu knallen!

  • RobinH am 02.01.2018 15:39 Report Diesen Beitrag melden

    Drei Mal waren Streifen vor Ort....

    ....... und Keiner war zu sehen...!? Wie jedem bekannt, wird das Neue Jahr um Punkt Mitternacht mit Feuerwerk und Böllerschüssen begrüßt. So überhaupt erlaubt (nicht erlaubt) dann jedenfalls fern von Wohnhausanlagen (von Mensch und von Tier) Eigenartigerweise war die Polizei am Silvester-Nachmittag? im Umfeld Tierschutzhaus, um 14:16? und vor Mitternacht um 23:45? (vor dem üblichen Beginn der Pyromanie ) und dann am Neujahrstag-Nachmittag um 14:15? mit einer Streife vor Ort Keiner war zu sehen - Keine Übertretungen feststellbar es war noch ruhig bzw. schon wieder ruhig

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  • Samuel am 02.01.2018 15:10 Report Diesen Beitrag melden

    typisch

    Natürlich wird alles bestritten, das ist nichts Neues. Der Kapitän eines Flugzeuges, das sich kurz vorm Absturz befindet, sagt auch meistens noch zur Stewardess, sie solle die Passagiere beruhigen, es handelt sich nur um ein paar Turbulenzen. Die Polizei kommt gerne in Feuerpausen, Zugschaffner gar nicht, wenn zu viele laute Schüler im Waggon sitzen.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Tierschützer am 02.01.2018 19:53 Report Diesen Beitrag melden

    Helfen wir uns selbst ...

    Ja keine Übertretungen am Nachmittag - wo war die Exekutive gegen Mitternacht? Privatschutz wird notwendig werden - ich hätte kein Problem den nächsten Jahreswechsel vor dem Tierschutzhaus zu verbringen. Mit Kameras und Handy. Wenn wir über Facebook aufrufen - werde ich sicher nicht alleine sein - vielleicht sieht man dann auch die Exekutive - wenns dunkel wird ...

  • derwiener am 02.01.2018 18:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    videos? fotos?

    frau petrovic sagt in tv-intervies sie habe auch mit den rowdys gesprochen! auch gibt es am gelände des tierquatiers kammeras, also nichts leichters für den tierschutzverein foto- bzw. videobeweise auf den tisch zu legen! also wirds sicher noch interessant wer da die unwahrheit sagt .......

  • dieter am 02.01.2018 17:29 Report Diesen Beitrag melden

    Verbotszonen

    Silvesterknallerei ist ja in Maßen ganz schön...aber muß das gerade vor einem Tierheim geschehen? Die Tiere tun mir besonders leid, Unser Hund weis gar nicht wohin er sich verstecken soll vor Angst, deshalb....Vor Tierheimen Altersheimen und Spitäler sollten Verbotszonen eingerichtet werden, sofern es die nicht eh schon gibt.

  • Grüne Minna am 02.01.2018 17:03 Report Diesen Beitrag melden

    Hilfestellung

    Die Polizei, dein Freund und Helfer. Hab mit diesem Verein nur negative Erfahrungen gemacht, Hilfe kannst von dehnen nicht wirklich erwarten.

    • Bärli am 02.01.2018 17:22 Report Diesen Beitrag melden

      Polizei und Pyrotechnik

      Zu Silvester in den vergangen Jahren hab ich zu hören bekommen: "naja, wissen Sie welcher Tag heute ist?" Tja, wie wenn das Pyrotechnikgesetz grad am 31.12. nicht gilt..... Nein, wie können es aufgrund der Masse und der zu erwartenden Schreibarbeit wollen sie es nicht durchsetzen.

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  • RobinH am 02.01.2018 15:39 Report Diesen Beitrag melden

    Drei Mal waren Streifen vor Ort....

    ....... und Keiner war zu sehen...!? Wie jedem bekannt, wird das Neue Jahr um Punkt Mitternacht mit Feuerwerk und Böllerschüssen begrüßt. So überhaupt erlaubt (nicht erlaubt) dann jedenfalls fern von Wohnhausanlagen (von Mensch und von Tier) Eigenartigerweise war die Polizei am Silvester-Nachmittag? im Umfeld Tierschutzhaus, um 14:16? und vor Mitternacht um 23:45? (vor dem üblichen Beginn der Pyromanie ) und dann am Neujahrstag-Nachmittag um 14:15? mit einer Streife vor Ort Keiner war zu sehen - Keine Übertretungen feststellbar es war noch ruhig bzw. schon wieder ruhig

    • Peter am 02.01.2018 18:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @RobinH

      Naja wenn ich keinen sehen will werde ich auch keinen sehen und das erspart den armen Beamten doch einige Schreibarbeiten sollten sie durch Zufall doch jemanden erwischen . Mir tun die Tiere echt leid

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