Im Wilhelminenspital

20. April 2017 07:50; Akt: 20.04.2017 16:29 Print

"Habe in Notaufnahme über 7 Stunden gewartet"

Patienten in der Notaufnahme des Wilhelminenspitals mussten am Karfreitag stundenlang warten.

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Das Wilhelminenspital in Wien-Ottakring (Bild: Helmut Graf/Heute)

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Am Karfreitag spielten sich in der Notaufnahme des KAV-Spitals chaotische Szenen ab. "Ich habe siebeneinhalb Stunden gewartet", schilderte eine Patientin im Ö1-"Morgenjournal". Sie verließ das Spital schließlich, ohne behandelt worden zu sein.

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In Notaufnahmen und Ambulanzen muss man teilweise stundenlang warten. Haben Sie Verständnis dafür?

Nicht nur eine gefühlte Ewigkeit lang kam niemand heraus, um sich um sie zu kümmern oder sie auch nur zu informieren. Erst nach sechs Stunden habe eine Ärztin ihnen mitgeteilt, dass die Wartezeit an diesem Tag bis zu acht Stunden lang betragen kann. Die Patientin sprach von "menschenunwürdigen Zuständen."

Patient kollabiert: Zeugen hämmerten an die Tür

Alles nur hysterische Patienten mit kleinen Wehwechen, die vor den Feiertagen nichts riskieren wollten? Mitnichten. Einige der Anwesenden gingen am Zahnfleisch. Etwa eine junge Dame, die sich vor Unterleibsschmerzen krümmte. Oder ein Patient, der augenscheinlich an Herzbeschwerden litt und schwer atmete. Er brach laut der Zeugin sogar zusammen. Dann seien die Mitarbeiter plötzlich zusammen gelaufen – nachdem die Wartenden an die Glastür geklopft hatten.

Man müsse den Fall konkret prüfen, sagte Michael Binder vom KAV-Health Care Management im Morgenjournal zur Situation am Karfreitag: "Das ist sicherlich keine Vorgangsweise, wie man sich's vorstellt." Es sei jedoch klar, dass in den Notaufnahmen vor allem zu Spitzenzeiten daraufhin hingewiesen werde, dass nach Dringlichkeit und nicht nach dem Eintreffen gereiht wird.

KAV: Genug Mitarbeiter

Mit der stundenlangen Wartezeit konfrontiert, meinte Binder, die Patienten seien "im Gros" rechtzeitig informiert worden. Personal sei in ausreichendem Maß vorhanden, die Beschäftigung von mehr Mitarbeitern wäre "wirtschaftlich nicht begründbar".

(aj)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Dr. Schiwago am 20.04.2017 08:37 Report Diesen Beitrag melden

    ZumNachdenken

    Von den Politikern zu Tode gespart. Aber man darf nicht vergessen das immer wieder die gleichen Parteien gewählt werden von den Leuten ! Das die meisten Leute mit Kleinigkeiten ins Spital fahren die eigentlich zum praktischen Arzt gehören stimmt natürlich auch.

  • Peter B am 20.04.2017 08:34 Report Diesen Beitrag melden

    Politik

    Diese Missstände sind nur die Folge unserer verfehlten Politik. Wenn nur mehr 50% der Patienten jemals etwas in die Krankenversicherung eingezahlt haben darf man sich nicht wundern...

  • Gemini0506 am 20.04.2017 09:38 Report Diesen Beitrag melden

    ??? Teil 1

    Ist es eigentlich jemanden bewusst, wie viele Patienten eine Notfallambulanz aufsuchen, obwohl sie vorher genug Zeit hatten, einen Allgemein- oder Facharzt aufzusuchen? Ich schreibe aus Erfahrung! Kindernotfallambulanz oder auch Unfallambulanz!! Es gibt Eltern, deren Kinder seit Tagen hohes Fieber oder Schmerzen hatten! Waren die vorher schon bei einem Arzt? NEIN! Man bekommt viel mit in diesen Ambulanzen! Vor allem dann, wenn man mithört! (Ist oft unvermeidlich!) Viele denken (erwarten), wenn sie eine Notfallambulanz aufsuchen, werden sie sofort behandelt!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Karin am 23.04.2017 00:02 Report Diesen Beitrag melden

    4-5 h

    Geh bitte sie soll jetzt keine aufmerksamkeit suchen jeder 2-3. Wartet seine. 4-5. Stunden in jedem Krankenhaus ab

  • Birnaz am 21.04.2017 13:28 Report Diesen Beitrag melden

    Frau

    Die Erfahrung mussten wir auch machen. Vor zwei Wochen wurde mein herzkranker Papa 67 mit Bronchitis schwerer Atmung und krampfhusten mit der Rettung eingeliefert. 18.30 Ankunft Entlassung 03.00 Uhr Um 23.30 Uhr kümmerte sich eine Ärztin um uns. Das ist nicht zumutbar. Und für die Aufregung kam die Antwort das dies es nicht schneller machen wird. Sie sind unterbesetzt. Teilweise sind die Kranken gar beleidigt worden weil sie einfach nicht mehr warten wollten. Wir sind da besser dran gewesen mit 5,5 Stunden. Viele haben dort über 8 stunden gewartet und hatten immer noch keine Untersuchung.

  • Doris am 21.04.2017 13:11 Report Diesen Beitrag melden

    Frau

    Es ist ganz einfach NICHT mehr tragbar wie mit dem Patienten (auch Personal) umgegangen wird. Heute gilt nur noch......Hast du Glück lebst du hast du Pech stirbst du. Ich finde das echt Furchterregend.

  • Elsa am 21.04.2017 01:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Heute kannst du sterbenskrank sein und wirst nach

    Nachdem mein Bruder gestürzt ist und mit der Rettung ins SMZOST gebracht wurde läutete am nächsten Morgen das Telefon und es wurde meiner Schwägerin nur mitgeteilt das mein Bruder mit der Rettung wieder nach Hause kommt.Ein paar Tage später kam er ins AKH und drei Wochen später ist er gestorben.

  • Sedat am 21.04.2017 00:21 Report Diesen Beitrag melden

    Wilheminenspital

    Meine Mutter hatte eine Darmverschlingung und erst beim dritten mal in der Notaufnahme wurde dieses bemerkt. Obwohl sie starke schmerzen hatte mussten wir Stundenlang dort warten. Wenn ich mich daran errinnere tun mir die Menschen die sowas durchmachen müssen leid. Notaufnahme Wilheminenspital