Drei Helden halfen

12. Januar 2018 05:30; Akt: 11.01.2018 18:32 Print

"Herr Kurt" schläft nach 30 Jahren wieder in Bett

von Gerda Mackerle - Diese Geschichte geht ans Herz: 30 Jahre lang lebte „Herr Kurt“ auf der Straße, übernachtete an verschiedenen Orten in der Stadt. In der Nacht auf Donnerstag schlief er zum ersten Mal in einem Bett.

"Gruft"-Chefin Susanne Peter beim Verteilen von Schlafsäcken. "Es ist wichtig, dass die Leute Vertrauen gewinnen und wiederkommen können", sagt sie. (Bild: Helmut Graf)

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Unvorstellbar für die meisten: "Herr Kurt“ (73) "wohnte" 30 Jahre lang auf der Straße, schlief im Sommer und im Winter draußen. Über zehn Jahre hinweg übernachtete "Herr Kurt" in einem Wald am Stadtrand, hatte eine Plane und zog immer ein Stück weiter, wenn Spaziergänger in der Nähe waren. "Essen hat er in Mülltonnen gefunden", beschreibt Caritas-Generalsekretär Klaus Schwertner "Herrn Kurts" Situation auf Facebook. Die herzzerreißende Story bekam auf Facebook mehr als 300 "Likes".

Drei Helden zeigten Zivilcourage

Drei Helden machten es möglich, dass "Herr Kurt" nach 30 Jahren ein eigenes Bett hat. Ein Förster, der sich für "Herrn Kurt" eingesetzt hat, rief im letzten Sommer bei der Caritas an.
Doch: Als ein Sozialarbeiter kam, war "Herr Kurt" weg. Daraufhin machte sich ein Polizist privat auf die Suche nach dem Obdachlosen – erfolgreich! Er meldete den neuen "Wohnort" beim Kältetelefon (01/4804553). "Mit Zivilcourage von Menschen konnten wir Herrn Kurt finden – und dadurch auch helfen", sagt "Gruft"-Chefin Susanne Peter. Und: "Was in diesem Fall wunderbar geklappt hat, war das Zusammenspiel zwischen offiziellen und inoffiziellen Stellen", erklärt Peter. Manche Menschen hätten es etwa "schwerer, Amtswege zu erledigen". "Wichtig ist, dass sie Vertrauen gewinnen können und wiederkommen" und auch, dass man "vor Ort mit den Leuten Kontakt aufnimmt".

"Herr Kurt" hat jetzt eigenes Bett

Dann ging alles schnell: Mithilfe eines Sozialarbeiters der "Gruft" beantragte "Herr Kurt" neue Dokumente, fasste Vertrauen. Am Mittwoch zog er in ein Zimmer in einer betreuten Wohnung. Schön: "Es ist gemeinsam gelungen: Herr Kurt hat nach mehr als 30 Jahren in einem Bett geschlafen!", so Schwertner.

"Gruft"-Chefin Peter appelliert daran, das Kältetelefon anzurufen, wenn man jemanden auf der Straße schlafen sieht. "Wenn wir nicht wissen, wo sich Klienten aufhalten, können wir nicht helfen." Kältetelefon: 01/4804553, Infos: www.gruft.at

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Eva L. am 12.01.2018 06:56 Report Diesen Beitrag melden

    Unfassbar, solche Zustände in Österreich!

    Nach 30 Jahren? Das sind Zustände in Österreich! Anderen werden Quartiere zur Verfügung gestellt, bekommen warmes Essen und Fahrscheine, viele davon regen sich über das Essen auf und wissen das nicht zu schätzen! Wie wäre es denn wenn man mehr Quartiere für Obdachlose zur Verfügung stellt die von der Stadt Wien und der Regierung bezahlt werden? Es wird Zeit das man sich mal um Österreicher kümmert und dann um die Asylbewerber (um die kümmert man sich sowieso, die kommen nach Österreich und haben gleich eine Unterkunft).

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  • Thomas am 12.01.2018 07:50 Report Diesen Beitrag melden

    Nimmer lustig

    Tja, schon recht traurig was in Wien abgeht. Pkt.1 - Bis Dezember 2015 war im Haus Otto (Pavillon 25 - Otto Wagner Spital) eine Notschlafstelle für wohnungslose Österreicher eingerichtet. Seitdem steht diese Notunterkunft nur mehr Flüchtlingen zur Verfügung. Pkt.2 - Seit 12.10.2006 (also seit über 11 Jahren) steht das ehem. Haus der Barmherzigkeit im 18. Bezirk leer und wird vom Eigentümer der Kirche/Caritas dem Verfall überlassen. Dieses Gebäude würde z.B. Platz für bis zu 700 Betten bieten.

  • Konfusius am 12.01.2018 14:41 Report Diesen Beitrag melden

    Wie geht sowas zu?

    Er wartete 30 Jahre auf eine Herberge? Was haben denn die Sozialarbeiter währenddessen gearbeitet?

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Die neuesten Leser-Kommentare

  • para graf am 13.01.2018 03:11 Report Diesen Beitrag melden

    Arctur und Beteigeuze als beste Freunde

    Solche stories sind naturgemäß ein gfundenes Fressen für die Medien. Hat jemand die 30 Jahre nachgeprüft? Steht das mit dem Erstbett fest? Es ist eher unwahrscheinlich, dass das stimmt. Er wird einer von jenen sein, die zwischendurch unter einem Dach gewohnt haben und die Freiheit des Himmels nicht missen wollten. Sollte er diese Wohngemeinschaft wieder verlassen, werden die heute-Leser allerdings nichts davon erfahren.

  • Ich am 12.01.2018 21:35 Report Diesen Beitrag melden

    Conteiner. ....

    Wieso werden nicht Conteiner für die Leute die auf der Straße leben aufgestellte? Für Asylbewerber war alles möglich. TRAURIG!

    • Chris am 13.01.2018 10:27 Report Diesen Beitrag melden

      Vielleicht weil

      es keine Conteiner gibt?

    • Linkswähler am 13.01.2018 11:20 Report Diesen Beitrag melden

      Gibt Notquartiere

      Es gibt Notquartiere von mehreren Organisationen (im winter sind es 1200) sowie betreute Wohnformen, aber viele Obdachlose in Betreuten Wohnen finden es als Verbesserung, wenn sie wieder auf der Straße leben. Die Gruft betreut mehr Rückläufer als neue Klienten.

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  • spürnase am 12.01.2018 19:48 Report Diesen Beitrag melden

    alles gute!

    das glaub ich nicht, war der nie krank? nie im Spital? nie sonst wo stationär in all den Jahrzehnten.... und der absturz begann mit 40 herum... das man sich da schon so unendlich aufgeben kann, bzw. nicht mehr zurückwill , unpackbar ... ein förster ein polizist und die gruft macht sich auf die suche nach dem Kurt... einfach so das er eine Wohnung bekommt ... das klingt alles ein bissl schöngeredet .... aber hoffentlich lässt sich er kurt jetzt mal pflegen und versorgen!

  • Konfusius am 12.01.2018 14:41 Report Diesen Beitrag melden

    Wie geht sowas zu?

    Er wartete 30 Jahre auf eine Herberge? Was haben denn die Sozialarbeiter währenddessen gearbeitet?

    • Angelika. am 12.01.2018 16:16 Report Diesen Beitrag melden

      @Konfusius

      Gegenfrage: Was hat dieser...Sandler gemacht, um seiner tristen Situation zu entkommen? Kontakt mit zuständigen Behörden aufgenommen? Sich wenigstens wohin bemüht? Nein! War wahrscheinlich jeden Tag ang'soffen wie ein Häusl-Tschick! Die Behördenwege sollen gefälligst die anderen machen, damit der ,,feine Herr'' eine Wohnung kriegt! So schaut's aus!

    • Alex am 13.01.2018 10:24 Report Diesen Beitrag melden

      @Angelika

      Naja nicht jeder ist psychisch so gut am Damm wie sie vielleicht. Solche Menschen sind meist psychisch labil und kommen durch einen Schicksalsschlag in so eine Situation. A bisserl Empathielos find ich.

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  • Marie am 12.01.2018 08:32 Report Diesen Beitrag melden

    Mhmm

    Keiner muss in österreich auf der straße schlafen. Was diese Geschichte mit Zivilcourage zu tun hat ist ebenfalls nicht verständlich.

    • Rorschach am 12.01.2018 11:36 Report Diesen Beitrag melden

      Zivilcourage ist

      wenn Sie überfallen werden, ein Passant Ihnen direkt beisteht, anstatt weiterzugehen, in der Meinung, dass für sowas ja Institutionen wie die Polizei zuständig sind oder gar, dass Sie selbst schuld sind, weil Sie als Frau um diese Uhrzeit in dieser Gegend aufhältig sind.

    • Angelika. am 12.01.2018 16:17 Report Diesen Beitrag melden

      @Marie

      Richtig, Marie! Sehe ich auch so.

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