"Wir haben es geschafft!"

11. August 2017 06:00; Akt: 11.08.2017 06:09 Print

"Mit nichts außer meinem Stethoskop geflüchtet"

Nach einem Drohbrief von Al Kaida packte die Gynakologin und bekennende Christin, Ban Ibraheem, ihre Sachen und flüchtete.

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Ban Ibraheem (42) war in ihrer Heimat Irak Gynakologin. Sie und ihr Mann sind sehr gläubig – als christlich Orthodoxe glauben sie an Jesus, die Jungfrau Maria, und sogar an den Nikolo - "ich bin am Nikolaustag geboren", so die 42-Jährige, die im Wohnzimmer neben Heiligenfiguren auch ein Foto mit ihrem Mann und dem Kardinal Schönborn aufgestellt hat.

Drohbrief ins Krankenhaus

In zehn Jahren sind rund 1,5 Mio Christen aus dem Irak geflüchtet, weil sie politisch verfolgt wurden. Als in Bagdad eine Kirche bombardiert wurde und sie im Krankenhaus schwer Verletzte versorgte, bekam Ban Ibraheem einen Drohbrief einer Al Kaida-Organisation. Wenn sie die Stadt nicht verlasse, würden sie und ihr Mann, ärztlicher Leiter eines Spitals, sterben.

"Plötzlich waren wir auf der Philadelphiabrücke"

Zwei Tage später begann eine Irrfahrt nach Europa mit nichts, außer ihren liebsten medizinischen Geräten: einem Stethoskop und einem Blutdruck-Messgerät. Die beiden wollten nach England flüchten. Gelandet sind sie auf der Philadelphiabrücke in Wien – das wurde ihnen bewusst, als sie aus einem Bus stiegen und die Straßenschilder entzifferten. Schlepper hatten sie dort ausgesetzt.

Von dort ging es nach Traiskirchen und in ein Asylheim nach Zeltweg, ehe sie in einer verschimmelten Bleibe in Margareten Unterkunft fanden.

Inzwischen hat Ban Ibraheem Deutsch gelernt, wohnt in einem Gemeindebau und ist Mutter eines dreijährigen Buben. Sie arbeitet jetzt als freiwillige Mitarbeiterin bei Amber Med, der ambulant medizinischen Versorgung der Erzdiözese. Ban ist für sportmedizinische Erstversorgung verantwortlich und ist in das Peer-Projekt der MA 17 für Schwangere und junge Mütter eingebunden. Ihr Ziel: wieder als Gynakologin in einem Spital, oder als Gesundheitsberaterin arbeiten. Ihr Mann, der ebenfalls Deutsch gelernt hat, hofft auf die baldige Nostrifizierung seiner medizinischen Ausbildung, um wieder als Arzt arbeiten zu können.

(jem)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Pferdetaxi am 11.08.2017 08:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Und wieder haben Schlepper gute ...

    ... Geschäfte gemacht! Und diese Familie - scheinbar top ausgebildet - hängt seit 6,5 Jahren im Sozialen Netz! Das liegt wohl auch an den mangelden, bzw. gestrichenen Stellen für Ärzte...

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  • Auge am 11.08.2017 06:14 Report Diesen Beitrag melden

    Wien o du schönes Wien

    Ich kanns nimmer hören und lesen.

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  • Marius am 11.08.2017 08:53 Report Diesen Beitrag melden

    Unnedig

    Interessant das wir für reisende gemeindewohnungen ohne ende haben und man als österreicher manchmal bis zu 3 jahre auf eine wohnung warten muss. Und im irak ist kein krieg - was macht sie also hier ? Diese 'ich bin christ' gschichtln sind schon langweilig...

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Die neusten Leser-Kommentare

  • mwp am 12.08.2017 01:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Flucht

    warum nach Österreich? vom irak direkt auf die philadelphiabrücke? nur das stetoskop gerettet?sehr interessant das gschichtl!!!!

  • Mara am 11.08.2017 14:15 Report Diesen Beitrag melden

    Rassisten...

    Wahrlich rassistisch, anders kann ich diese Kommentare nicht ein ordnen. Ich verstand das man die ganzen super moslems nicht toll findet, sind eingebildet und deutsch ist ihnen auch Fremd. aber bei dieser symphatischen Frau die kämpft um arbeiten zu können und christlich ist. Habt ihr wieder Probleme, kurz gesagt, ihr mögt sie nicht weil sie eine Ausländerin ist, selbst wenn sie perfekt deutsch spricht. Euer Problem sind nicht die gemeindewohnungen und Jobs darum geht es nicht, ihr seid Rassisten. So schau es aus, wenn ihr sie nicht mögt, werdet ihr auch mich nicht mögen, bin auch Ausländer.

  • gerraldo am 11.08.2017 12:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Was jetzt?

    An alle die hier schon wieder mosern: Jetzt sind's mal übereilt geflohene, verfolgte Christen, ein Ärzteehepaar, offenbar gut integriert und engagiert. Und das passt euch noch immer nicht?! Also echt jetzt! BTW: Tatsächlich sind es die Christen (also WIR), die weltweit am meisten verfolgt und mit dem Tode bedroht werden (u.a. vom "friedlichen" Islam)! Wenn schon, dann sollten wir vermehrt christliche Flüchtlinge unterstützen!!!

    • Mara am 11.08.2017 14:03 Report Diesen Beitrag melden

      Rassisten weiter nichts

      Die jammern immer, denen passt nie was!!!! Und nur nebenbei ich höre Weihnachtsmusik im Sommer, weil ich hier gelesen habe das sich einer darüber auf geregt hat, ich frage mich wieviel % überhaupt christlich sind, wenn sie das stört, der Nikolo auf der Wand!!!! Bin selbst Ausländer, und ich weiß ihr mögt uns weder als Christen noch als sonst was, das ist die Wahrheit. Also schreibt doch das ihr uns überhaupt nicht mögt, Feige rassisten.

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  • gerraldo am 11.08.2017 12:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hmmmm...

    Ihr Mann war Leiter eines Spitals! Trotzdem kann er offenbar seit über 6 Jahren nicht als Arzt arbeiten. Was läuft da schief und wie war das mit den fehlenden Fachkräften?!

    • Tarkov am 11.08.2017 15:30 Report Diesen Beitrag melden

      Stichwort Nostrifikation

      Die wird einem in Österreich nicht allzu leicht gemacht.

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  • Censorship am 11.08.2017 10:46 Report Diesen Beitrag melden

    Verfolgter Christ? Pech..

    Bitte, das ist doch uninteressant.. Ob Christen verfolgt, bedroht werden, interessiert doch die Gutmenschen nicht. Wichtiger ist es Fundamentalisten aufzunehmen und dann deren kranke Religionsauslegung zu tolerieren. Dass es regelmäßig zu regelrechten Jagten auf Christen kommt in moslemischen Ländern, ist doch keine große Sache.. Wir nehmen lieber die Täter auf, als die Opfer... Langsam verstehe ich Polen...