Gegen das neue Gesetz

15. Dezember 2017 16:36; Akt: 15.12.2017 16:37 Print

Ärzte wollen Bürger zum Rauchverbot befragen

von Gerda Mackerle - Ein "Schritt zurück" sei der Plan, das Rauchverbot in der Gastronomie zurückzunehmen, so die Wiener Ärztekammer.

Die Wiener Ärztekammer will das Volk zum Rauchverbot befragen. (Bild: keine Quellenangabe)

Die Wiener Ärztekammer will das Volk zum Rauchverbot befragen. (Bild: keine Quellenangabe)

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Jetzt schlagen die Ärzte Alarm – und reagieren auf die schwarz-blauen Pläne, das geplante Rauchverbot in der Gastronomie zu kippen. "Wir glauben, dass das ein Schritt in die falsche Richtung ist. Österreich sollte, so wie andere vergleichbare Länder, auch ein Rauchverbot in Lokalen aussprechen", so Ärztekammer-Präsident Thomas Szekeres in einem Video auf Facebook. Und: "Der Schritt zurück ist kontraproduktiv und schadet der Gesundheit der Österreicherinnen und Österreicher", so Szekeres.

Umfrage
Soll die neue Koalition das Rauchverbot kippen?
38 %
19 %
42 %
1 %
Insgesamt 4265 Teilnehmer

(Video: Facebook)

Die statistischen Zahlen seien eindeutig und alarmierend, so Ärztekammer Wien-Vize Wolfgang Weismüller. Denn: "Österreich ist das Land mit den meisten Raucherinnen." Auch bei den Männern belege Österreich einen Spitzenplatz – und bei den Jugendlichen. Außerdem sei das Rauchverbot für Beschäftigte in der Gastronomie wichtig.

Ärztekammer-Vize: "Man sollte das Volk befragen"

"Ich glaube, wenn schon die Politiker nicht in der Lage sind, hier vernünftige Entscheidungen zu treffen, dass man hier das Volk fragen sollte", so Weismüller. Die Ärztekammer überprüfe, wie man hier eine Befragung der österreichischen Bevölkerung einleiten könne.

Breite Front für Nichtraucherschutz

Auch die Vollversammlung der österreichischen Ärztekammer beschloss eine Resolution "Ja zum Nichtraucherschutz!" und warnte: Ein Drittel aller Krebserkrankungen in Österreich seien auf das Rauchen sowie das passive "Mitrauchen" zurückzuführen und 13.000 Österreicher sterben jährlich an den Folgen des Tabakkonsums, so die ÖAK.

Die bisher einzige österreichweite Volksbefragung wurde in Österreich 2013 zur Wehrpflicht durchgeführt – und vom Nationalrat initiiert.

Die von der Krebshilfe initiierte Petition für das Rauchverbot bzw. das Nichtrauchergesetz hat inzwischen 328.646 Unterschriften – es werden jede Minute mehr. Zum Vergleich: Die Unterschriftenaktion "Don't Smoke" – sie führte 2015 zum Beschluss des generellen Rauchverbots in der Gastronomie – hatte rund 40.000 Unterstützer (damals auch ÖVP-Chef Sebastian Kurz).

Heiße Debatte im Gemeinderat

Auch im Wiener Gemeinderat wurde das Rauchverbot am Freitag heiß diskutiert. Die FPÖ ortete einen "Dschihad", also einen "Heiligen Krieg", gegen Freiheitliche und ÖVP. NEOS-Gesundheitssprecher Stefan Gara sagte: "Es ist eine absolute Retro-Politik von Schwarz-Blau, den bereits beschlossenen Schutz der Nichtraucherinnen und Nichtraucher doch noch aushebeln zu wollen. Umso schöner ist es zu sehen, dass die Bürgerinnen und Bürger deutlich zeigen, dass sie das nicht wollen." Shishabars wollen die Pinken aber erhalten.

Die Wiener SPÖ überlegt eine Klage gegen das Gesetz, mit dem das Rauchverbot nun doch gekippt werden soll. "Wien wird nicht tatenlos zusehen, wie die neue Regierung das Rauchen propagiert und in Kauf nimmt, dass tausende Menschen krank werden oder sterben", sagte SPÖ-Umweltausschussvorsitzender Erich Valentin. Auch die ÖVP war nicht komplett auf Koalitionslinie. ÖVP-Klubchef Manfred Juraczka sagte, Rauchen sei "wirklich gesundheitspolitisch problematisch" und auch ÖVP-Gemeinderat Wolfgang Ulm bekannte sich als Fan des Rauchverbots. Zuletzt hatte die Josefstädter VP-Bezirkschefin Veronika Mickel-Göttfert am Dienstag via Facebook-Posting versprochen: "Wir bleiben rauchfrei."

Petition gegen das Rauchverbot

Es läuft mittlerweile auch eine Petition gegen das Rauchverbot – mit 6.147 Unterstützern.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Julia am 15.12.2017 16:59 Report Diesen Beitrag melden

    ja klar mich nicht

    Also ich wurde nicht befragt und meine Eltern, mein Ehemann, meine freunde auch nicht. Ich könnte meine Nachbarn fragen, wenn die befragt haben, ist fraglich, aber uns nicht. Vielleicht weil wir ÖVP und meine Eltern FPÖ gewählt haben, die fragen ja nur die roten und grünen Wichteln.

  • Alois am 15.12.2017 16:58 Report Diesen Beitrag melden

    Raucher

    Liebe Passivraucher. Eine Armlänge Abstand halten und alles ist gut

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  • Nil am 15.12.2017 18:01 Report Diesen Beitrag melden

    Ich mach was ich will

    Ich als Nichtraucher kann das ewige Graunze nicht mehr hören wenn jemand rauchen will dann soll er wenn jemand in eine Raucherkneipe geht dann soll er. Es wird kein einziger Nichtraucher gezwungen in ein Rauchlokal zu gehen.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • helmut am 17.12.2017 10:52 Report Diesen Beitrag melden

    Österreicher sind vollmündig

    Entmündigung nein. Sollte ganze Tabaksteuer in Gesundheitswesen gehen.Auch Steuern von Alkohol und Teile von Mineralölsteuer.Bin nichtraucher seit 5 jahre

  • tschurtle67 am 16.12.2017 15:29 Report Diesen Beitrag melden

    rauchen

    ich rauche weiter egal was die sagen das Steuergeld davon stecken alle ein von den zigaretten

    • asbachuralt am 19.12.2017 11:50 Report Diesen Beitrag melden

      Rücksichtslosigkeit pur, oder?

      Jeder kann rauchen, soviel er will, wenn er andere dadurch nicht schädigt

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  • WolfgangHeute am 16.12.2017 13:43 Report Diesen Beitrag melden

    Den Rauch sieht man

    Nett, wie plötzlich alles Einigkeit zeigt, nur beim Palmöl, dem Glyphosat und den anderen unnötigen Zeug dem mann nicht ausweichen kann da verhalten sich alle ruhig.

  • Nichtraucherin am 16.12.2017 09:56 Report Diesen Beitrag melden

    Minusrechnung

    Wie komme ich als Nichtraucher dazu, die exorbitant hohen Behandlungskosten, enstanden durch jahrelanges Rauchen, mitzutragen. Die Tabaksteuer deckt bei Weitem die Ausgaben für Raucher, die von den Krankenkassen behandelt werden nicht ab, hier entsteht ein dickes Minus. Eigentlich tun mir Raucher leid, gefangen in ihrer Sucht, von der sie scheinbar nicht wegkommen.

    • Preibisch am 16.12.2017 10:48 Report Diesen Beitrag melden

      Nachdenken

      Wie komme ich als mündiger mensch dazu mir vorschreiben zu lassen wie ich meinleben zuführen habe und was die Kosten betrift die Melkkühe der Nation sind die Autofahrer und die Raucher abergerade diese Gruppen sind diese die am meisten schreien und alles diktiren wollen Abgesehen davon habe noch nie gehört das diese miletanten den Zigaretten verkauf verbieten wollen !!! Warum wohl

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  • Pinguin am 15.12.2017 19:58 Report Diesen Beitrag melden

    So wie es jetzt ist passt es!

    Es gibt Politiker die was offensichtlich Rauchen und es gibt genau so Ärzte was Rauchen! Ich verstehe jetzt echt die ganze Aufregung nicht ! In den Lokalen wurden schon Trennwände gemacht und so kann es bleiben!