Dramatische Überparkung

03. November 2011 14:16; Akt: 03.11.2011 20:14 Print

Kommt das Parkpickerl für ganz Wien ab 2012?

Laut aktueller Studie sollte das Parkpickerl für alle Wiener Bezirke gelten. Verkehrsstadträtin Maria Vassilakou (G) spricht von einer derzeit "dramatischen Überparkung". Die ersten Ausweitungsschritte beim Parkpickerl könnten aller Voraussicht nach bereits im September 2012 erfolgen.

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Laut aktueller Studie sollte das Parkpickerl für alle Wiener Bezirke gelten. Verkehrsstadträtin Maria Vassilakou (G) spricht von einer derzeit "dramatischen Überparkung". Die ersten Ausweitungsschritte beim Parkpickerl könnten aller Voraussicht nach bereits im September 2012 erfolgen.

Sechs Bezirke - Meidling, Penzing, Rudolfsheim-Fünfhaus, Ottakring, Hernals und Währing - seien jetzt schon zu 85 Prozent ausgelastet, so das Ergebnis der Studie. Würde ein Parkpickerl flächendeckend in den Bezirken 10 bis 19 eingeführt, hätte das zur Folge, dass die Nachfrage nach Stellplätzen um 35 Prozent abnimmt, sagen Modellrechnungen.

Geprüft wurden auch Insellösungen für Floridsdorf, die Donaustadt und Liesing. Hier gibt es den Studienautoren zufolge ein Reduktionspotenzial von rund 40 Prozent. Vassilakou und der SPÖ-Verkehrssprecher Karlheinz Hora betonten am Donnerstag allerdings, dass Insellösungen für die West-Gürtelbezirke keinesfalls sinnvoll seien, da dies lediglich einen Verdrängungswettbewerb zur Folge hätte.

Umsetzung steht bevor

Die neuen gebührenpflichtigen Zonen, die bereits im September 2012 umgesetzt werden könnten, würden dabei den jetzt gültigen Bedingungen unterliegen. Das bedeutet, dass diese sich etwa in Sachen Preis und Geltungsdauer an den bereits existierenden Parkpickerlbereichen orientieren würden.

Es habe die Frage nach preislichen Staffelungen gegeben - sprich: ob das Pickerl desto billiger wäre, je weiter das Areal vom Stadtzentrum entfernt ist. "Aber zum gegenwärtigen Zeitpunkt liegt kein solcher Vorschlag auf dem Tisch", erklärt Vassilakou. Sie erwarte sich von den Bezirken noch heuer eine "grundsätzliche Entscheidung", ob sie das Pickerl wollen oder nicht.

15. Bezirk gab Ausschlag

SP-Verkehrssprecher Karlheinz Hora teilte mit, dass der 15. Bezirk seinen Wunsch nach einem flächendeckenden Pickerl bekräftigt habe. Sollten sich ein Bezirk westlich des Gürtels dagegen entscheiden, "muss er die Verantwortung dafür übernehmen, was auf ihn zukommt", stellte er klar. Im Fall einer wienweiten Einführung seien Mehreinnahmen für die Stadt in der Höhe von bis zu 50 Millionen Euro durchaus realistisch.