Reaktionen auf den Abgang

20. März 2017 11:30; Akt: 20.03.2017 16:00 Print

Kaum jemand weint Spitäler-Chef Janßen nach

Blitzartig wurde KAV-Chef Udo Janßen am Montag von Gesundheitsstadträtin Sandra Frauenberger freigestellt. In der Stadtpolitik und im Gesundheitswesen weint dem Deutschen kaum jemand eine Träne nach. "Der Abgang war überfällig", meint die FPÖ.

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(Bild: Sabine Hertel)

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Blitzartig wurde In der Stadtpolitik und im Gesundheitswesen weint dem Deutschen kaum jemand eine Träne nach. "Der Abgang war überfällig", meint die FPÖ. 
Die Reaktionen auf die Abberufung von Udo Janßen sind durchwegs positiv. "Der Abgang des völlig überforderten Krankenanstaltenverbund-Chefs Janßen war lange überfällig", meint Wiens FPÖ-Vizebürgermeister Johann Gudenus. Der Blaue sieht den Personalwechsel als Chance, aus Fehlern zu lernen. "Wenn der KAV sparen will, ist das zu begrüßen – allerdings soll er damit gleich beim Janßen-Nachfolger beginne", spielt Gudenus auf das fürstliche 24.000-Euro-Gehalt von Janßen an und fordert, dass kein Stadt-Manager mehr verdienen soll als der Bürgermeister, also 17.000 Euro im Monat.

"Janßens Amtszeit war geprägt von Gefechten mit dem eigenen Personal, dem er einen Maulkorb verpasst hat. Sie war geprägt von massiven Problemen bei Bauprojekten wie dem Krankenhaus Nord und sie war geprägt von teils unerträglichen Zuständen für Patientinnen und Patienten. Die Wartezeiten für die Strahlentherapien von Krebspatientinnen und Krebspatienten sind bereits lebensgefährlich lang, wie der Stadtrechnungshof warnt", so NEOS-Wien Klubobfrau Beate Meinl-Reisinger. "Unter Janßen und Wehsely wurde die Zwei-Klassenmedizin in den Wiener Spitälern verschärft, anstatt bekämpft. Es war abzusehen, dass Gesundheitsstadträtin Frauenberger keine andere Wahl haben wird als Janßen abzusetzen."

"Mit Genugtuung" nimmt die Wiener Ärztekammer den Abgang von Udo Janßen auf. Ärztekammerpräsident Thomas Szekeres sieht damit die Forderung nach einer "Veränderung im inkompetenten KAV-Management" vom Warnstreik im September letzten Jahres als "großteils erfüllt" an. Man müsse jedoch noch die Auswahl der Nachfolge "abwarten". Für Szekeres ist es deshalb "höchst an der Zeit, dass nunmehr eine Ärztin oder ein Arzt mit Erfahrung die vakante Position übernimmt". Nur so könne das verlorene Vertrauen zwischen dem KAV und den Angestellten wiederhergestellt werden.

ÖVP-Wien-Chef Gernot Blümel sieht die Trennung von KAV-Chef Udo Janßen als "einen ersten Schritt in einem Neuanfang für den Wiener Krankenanstaltenverbund und der dringend notwendigen Professionalisierung des Wiener Gesundheitsbereichs." Blümel betont: "Diese Personalentscheidung darf jedoch nicht dazu führen, dass die politische Verantwortung weiterhin abgewälzt wird und dies lediglich als Manöver benutzt wird, um von eigenen Versäumnissen abzulenken. Stadträtin Frauenberger muss ihre Verantwortung wahrnehmen und die notwendigen und längst überfälligen Reformmaßnahmen in der Wiener Gesundheitspolitik einleiten. Denn die Probleme und Verfehlungen der Wehsely-Ära sind mit dem Austausch

einer Person längst nicht erledigt."