Schadensmeldungen fingiert

10. Oktober 2011 16:57; Akt: 14.10.2011 10:11 Print

Frau ergaunert 400.000 Euro von KfZ-Versicherung

Zwischen 2007 und 2009 ließ eine KfZ-Versicherungsreferentin 400.000 Euro in die eigene Tasche wandern. Die Chefs vertrauten ihr, während sie Anzeigen und Berichte fälschte, um ihre Privatschulden zu tilgen. Schuldenfrei ist sie noch immer nicht, doch jetzt muss sie für zwei Jahre ins Gefängnis.

Fehler gesehen?

Die 29-jährige Frau arbeitete seit Jahren für eine große Wiener Versicherung in der KfZ-Abteilung. Da die Chefs ihr vertrauten wurde die als verlässlich geltende Angestellte nicht mehr kontrolliert. Erst als sich langsam herumsprach, dass die Kollegin finanzielle Probleme habe, schaute man ihr wieder auf die Finger.

Geld an Leute ohne Versicherung ausgezahlt

Als dann auffiel, dass die 29-Jährige Geld an Leute auszahlte, die gar keine Versicherung abgeschlossen hatten, wurde man in der Firma hellhörig. "Es hat hinten und vorn nicht mehr gereicht", jammert die Angeklagte. Sie sei "schon jahrelang exekutiert" worden, bevor sie begann das Geld abzuzweigen.

400.000 Euro in die eigene Tasche

Die Versicherungsangestellte begann Schadensmeldungen zu fingieren, fälschte Anzeigen und stellte Ambulanzberichte aus. Im Laufe der Jahre kamen so 400.000 Euro zusammen. Eine ihrer Kolleginnen hatte sie als Komplizin, die dafür sorgte, dass mehrere Personen, so auch deren Mutter, ihre Konten zur Verfügung stellten. Auf diese Konten wurden die Geldbeträge überwiesen.

Neues Auto, Schmuck - und Schulden

Obwohl die Angeklagte jahrelang Geld abgezweigt hatte, sitzt sie trotzdem noch auf einem Berg Schulden. Als Grund gibt sie an, dass sie ihrer Komplizin Geld geben musste. Doch Kollgegen fiel auf, dass sie plötzlich Schmuck zu tragen begann und einen neuen schnittigen Sportwagen fuhr.

Zwei Jahre Haft

Als man ihr auf die Schliche kam, wurde die Frau hinausgeworfen. Am Montag gestand die Versicherungskauffrau vor Gericht ihren Betrug ein. Nun muss sie für zwei Jahre unbedingt in Haft. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

APA/Red.