Das sagen Analysten

06. Dezember 2016 03:23; Akt: 22.01.2017 03:42 Print

65,7 Prozent für VdB: Weil er Häupls Wahlkampf kopierte?

Das Endergebnis inklusive Wahlkarten ist da: In Wien konnte Alexander Van der Bellen seinen Vorsprung auf Norbert Hofer noch ausbauen, liegt jetzt mit 65,7 % vorne. Das sagen Analysten zur Wahl.

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Das Endergebnis inklusive Wahlkarten ist da: In Wien konnte noch ausbauen, liegt jetzt mit 65,7 % vorne. Das sagen Analysten zur Wahl.


Das starke Abschneiden des Ex- Grünen Van der Bellen – er holte alle 23 Bezirke, konnte 17.000 Nichtwähler mobilisieren (achtmal so viel wie Hofer) – habe "Bürgermeister Häupl nochmal gestärkt", so Meinungsforscher Thomas Hofer. "Hätte FP-Kandidat Hofer in Flächenbezirken gewonnen, wäre der Druck innerparteilich auf Häupl gestiegen." Van der Bellen habe in seinem Wahlkampf Anleihen bei Häupls Wien-Wahlkampf 2015 genommen, so Hofer: "Er präsentierte sich als Anti-Hofer, so wie 2015 Häupl als Anti-Strache."

Schwierig werde es für die Wiener Grünen, den Erfolg für sich zu nutzen, so Hofer. Analyst Peter Hajek meint, "der Sieg Van der Bellens wird auf die Grünen wenig Auswir-kung haben" und sei "für die SPÖ nebensächlich". Dafür zeige sich in Wien klar, "dass die Freiheitlichen an eine gläserne Decke stoßen". Bei 35 % ende heute das Potenzial für einzelne Parteien. Die große Zustimmung für Van der Bellen sieht Hajek im urbanen Umfeld: "In Wien gibt es mehr Bildung, Einkommen und Optimismus – damit eine größere Zustimmung für Grüne."

U. Hauft


Lehren aus Wahl? "Bespreche ich mit meinen Freunden"

"52 % der Auslandsinvestitionen werden in Wien getätigt. Das hätte sich bei einem Bundespräsidenten Norbert Hofer sicher geändert", so Bürgermeister Michael Häupl (SPÖ) am Montag. So werbe man derzeit massiv um die Europäische Arzneimittel- Agentur, die nach der Brexit-Entscheidung Großbritanniens aus London wegverlegt wird. Auch hier seien die Chancen für Wien als neuen Standort mit Alexander Van der Bellen größer, glaubt Häupl, der aus der Wahl auch politische Lehren ziehen möchte.

Welche? "Das bespreche ich mit meinen Freunden", so der Stadtchef. Der FPÖ-Kandidat Hofer kam in Wien auf 34,3 %. Dass bei der nächsten Wahl ebenso viele blau wählen werden, hält Häupl für ausgeschlossen. Wie weiterhin auch eine Zusammenarbeit mit der FPÖ: "Die inhaltliche Schnittmenge müsste groß genug sein – und das sehe ich derzeit bei Weitem nicht", erklärt Wiens SPÖ-Chef.

C. Kramsl

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