Bei Abschiebung

26. Juli 2017 11:49; Akt: 26.07.2017 16:14 Print

Beißattacke auf Polizistin? Journalistin suspendiert

Wie "Heute" berichtete, soll Ines S. bei der Abschiebung einer tschetschenischen Familie eine Beamtin attackiert haben. Jetzt wehrt sich die Journalistin.

Der Polizei-Einsatz bei einer geplanten Abschiebung eskalierte. (Bild: iStock/Symbolbild)

Der Polizei-Einsatz bei einer geplanten Abschiebung eskalierte. (Bild: iStock/Symbolbild)

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Beamte der Abteilung Fremdenpolizei und Anhaltevollzug (AFA) wollten am Montag um 6.45 Uhr am Rennbahnweg (Donaustadt) einen Festnahme-Auftrag des Bundesamts für Fremdenwesen und Asylum durchführen. Eine 34-Jährige, ein 38-Jähriger sowie deren sechs Kinder aus Tschetschenien, die seit vergangenem Herbst in Wien leben, sollten nach dem "Dublin-Verfahren" nach Polen abgeschoben werden. Eines der Kinder soll schwer behindert, ein anderes erst kürzlich zur Welt gekommen sein.

Situation bei Polizei-Einsatz eskalierte

Dabei eskalierte die Situation: Ines S. (51), Journalistin und Lebensgefährtin des Großvaters (58) der Kinder, soll laut Polizei-Aussendung die Beamten lautstark beschimpft, herumgeschrien, um sich geschlagen und versucht haben, einer Polizistin ins Bein zu beißen. Laut Polizei wurde die Beamtin dabei leicht verletzt

Nun wehrt sich Ines S. via Aussendung von "Asyl in Not": "Mir wurde der Zugang zur Wohnung verweigert. Ein Polizist, der die Wohnungstür aufmachte, riss mich zu Boden, als ich versuchte, reinzukommen. 'Ich bin Journalistin, bitte lassen Sie mich rein, flehte ich ihn an'. Kurz drauf lag ich mit dem Kopf zwischen Tür und Türrahmen, weshalb der Polizist die Türe nicht zumachen konnte. Also wollte eine Polizistin meinen Kopf mit ihren Füßen rausschieben, woraufhin ich sie am Hosenbein hielt. Sie sagte zur mir: 'Lassen Sie mein Bein los, dann mach ich die Tür auf.' Ich ließ sofort los, als ich mich erhob, wurde mir die Tür vor der Nase zugeknallt."

Großvater saß im Rollstuhl

In der Wohnung befand sich auch der Großvater der Kinder, der in Österreich als Flüchtling anerkannte tschetschenische Menschenrechtskämpfer Vaha B. (58). Laut Polizei verhielt er sich gegenüber den Beamten äußerst aggressiv. Ein Polizist wurde demnach zu Boden gerissen und verletzt.

Wie "Asyl in Not" in der der Aussendung berichtet, saß B., der auch Diabetiker ist, allerdings während des Polizei-Einsatzes im Rollstuhl. Im Zuge des Einsatzes wurde der Rollstuhl laut "Asyl in Not" umgestoßen und B. verletzt – er konnte sein rechtes Bein nicht mehr bewegen.

Journalistin wurde suspendiert

Ines S. und Vaha B.wurden unter anderem wegen "Widerstands gegen die Staatsgewalt" angezeigt. Die Journalistin wurde daraufhin von ihrem Arbeitgeber, der "Wiener Zeitung", bis zur vollständigen Klärung des Sachverhalts suspendiert. Wie die "Wiener Zeitung" in einer Aussendung mitteilt, werden die Vorwürfe, die gegen Ines S. erhoben wurden, einer Überprüfung unterzogen.

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(cz)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Mirreichts am 26.07.2017 13:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ab in die Heimat 

    und wieder diese böse, böse Polizei... Ich kanns nicht mehr hören. Wenn sich die nicht wehren würde, müsste man die Maßnahmen nicht mit Gewalt durchsetzen. Tschetschenien ist kein Kriegsgebiet, also ab in die Heimat. Eigentlich unglaublich wieviel linkslinke Institutionen es gibt...

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  • Tomcat76 am 26.07.2017 13:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wer nicht hören will

    Es sind immer und nur die anderen Schuld. Es sollte jeder wissen, dass den Anweisungen der Polizei folge zu leisten ist. Was die Polizei sagt, ist keine Bitte. Das gilt auch für Journalisten. Die Polizisten machen ihre Arbeit. Aber etliche Journalisten halten sich für etwas besseres und meinen, Sie können tun und lassen was und wie sie wollen.

  • zimbo am 26.07.2017 13:13 Report Diesen Beitrag melden

    Asyl in Not fordert Konsequenzen

    Gerne, schiebt den zuckerkranken, aber äußerst aggressiven Rollstuhlfahrer ab.Sie müsste dann ja aus Liebe mit ihm gehen.Ru ist ein sicheres Land, zumindest sicherer als einige österreichische Städte.

Die neuesten Leser-Kommentare

  • Bertl K. am 29.07.2017 12:21 Report Diesen Beitrag melden

    Und wann entzieht man dem

    "anerkannte tschetschenische Menschenrechtskämpfer Vaha B. (58)" den Asylstaus, der wohl hier nicht mehr gerechtfertigt erscheint ?! Seine Freundin kann ihn ja gerne wohin auch immer begleiten, denn auch als Journalistin hat sie versagt ! Man kann nur hoffen, daß im Herbst diesmal richig gewählt wird, bevor wir noch schlimmere Zustände als früher in Chikago haben werden !

  • Christian am 28.07.2017 16:38 Report Diesen Beitrag melden

    Richtig so

    Bei einer Amtshandlung haben Unbeteiligte nichts zu melden, auch keine Journalistin. Was hat uns der Familienclan bis jetzt gekostet?

  • Eaglehawk am 26.07.2017 18:44 Report Diesen Beitrag melden

    ...und weiter?

    Sollten abgeschoben werden? Ich hoffe der Vorgang wurde dennoch korrekt abgewickelt und die Störenfriede angezeigt .... wer sich als Aussenstehender in eine Amtshandlung mischt - hat eben mit einer Anzeige zu rechnen. Die Exekutive zu attackieren - kann kein Kavaliersdelikt sein.

  • katercarlo am 26.07.2017 18:36 Report Diesen Beitrag melden

    ZEITUNG RICHTIG GEMACHT

    da gibt's nicht zu prüfen !!!!!!!!! die ist beissend auf Polizisten losgegangen und sowas hat eine Reporterin nicht zu machen,das macht keinen guten eindruck für die Zeitung bei der sie gearbeitet hat !!!!!!!!!! hoffe das was die Zeitung schreibt auch stimmt ??????????

  • Lisbeth am 26.07.2017 14:50 Report Diesen Beitrag melden

    Tschetschenien

    Gut so!!!!Ab in die Heimat.Die Polizei darf sich nicht alles gefallen lassen. Diese Person die sich jetzt rechtfertigen will, soll bedenken, daß haben viele Leute mitbekommen. Das sie gekünigt wurde ist richtig. Sie kann gleich mitgehen nach Tschetschenien. Dort ist es sicher friedlich. Die Rabauken sind eh alle in Österreich.