Gegen Türkis-Blau

09. Januar 2018 18:31; Akt: 10.01.2018 10:24 Print

Samstag "blüht" Wien die nächste Großdemo

Auch im neuen Jahr wird gegen Türkis-Blau protestiert. Bei der Groß-Demo am 13. Jänner werden bis zu 10.000 Teilnehmer erwartet.

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Die Angelobung der neuen Bundesregierung in der Wiener Hofburg am Montagvormittag wurde von Tausenden Demonstranten begleitet. Im Resselpark / Karlsplatz formieren sich ein weiterer Protestzug gegen Türkis-Blau. Vor der Universität Wien versammelte sich einer von neun offiziell angemeldeten Demozügen. Neben Antifaschisten und linken Gruppierungen gingen bei der #Schulstreik-Demo auch hunderte SchülerInnen auf die Straße. Durch die Demonstrationen mussten zahlreiche oberirdische Öffi-Linien vorübergehend ausgesetzt, umgeleitet oder kurz geführt werden. Die geplanten Routen der Protestmärsche. Gegen 10 Uhr trafen die diversen Protestmärsche schließlich am Heldenplatz ein, eine Stunde vor der offiziellen Angelobung der neuen Bundesregierung. Hunderte Polizisten waren in Schutzausrüstung hinter Tretschutzgittern in Position gegangen um das Platzverbot im Regierungsviertel durchzusetzen und die eintreffenden Neo-Minister abzuschirmen. Immer wieder kam es allerdings zu kleineren Tumulten. Einzelne Demoteilnehmer versuchten die Polizeiabsperrung zu durchbrechen und die Exekutivbeamten, die aus ganz Österreich hinzugezogen wurden, wurden mit Orangen, Paradeiser, Bananen und Eiern beworfen. Immer wieder musste die Polizei Straßensperren errichten und Demonstranten zurückdrängen. Es wurden mindestens drei Personen nach "aggressivem Verhalten" festgenommen. Kurz vor der Angelobung gab es noch ein Pfeifkonzert für den inzwischen eingetroffen und zu dem Zeitpunkt noch amtierenden Innenminister Wolfgang Sobotka (ÖVP), als sich dieser bei den befehlshabenden Polizeibeamten über die Lage informierte. Zwischendurch wurde auf dem Heldenplatz auch ein fruchtiges Feuer gelegt, Unbekannte fackelten am Fuß einer Straßenlaterne einen Haufen Birnen (!) ab. Warum wissen wohl nur die Zündler. Die Flammen wurden umgehend von Polizei und Feuerwehr gelöscht. Zwei Chaoten hatten es offenbar geschafft durch einen Seiteneingang in das Hohe Haus zu gelangen. Die Polizei setzte sofort zur Verfolgung an und konnte die beiden wieder aus dem Gebäude geleiten. Auch vor dem Christkindlmarkt am Wiener Rathausplatz nahmen Polizisten Aufstellung. Gegen 13.30 Uhr war der Spuk schließlich vorbei: Die letzte Demonstration wurde vor der Universität Wien friedlich aufgelöst. Die vorübergehende Ringsperre konnte erneut aufgehoben werden. Auch die Wiener Linien hatten wieder freie Fahrt. Die neue Bundesregierung begann in der Zwischenzeit damit, ihre Amtsgeschäfte zu übernehmen. Zwei Wasserwerfer der Wiener Polizei waren hinter dem Reiterstandbild Erzherzog Karls Stellung gebracht worden - ihr Einsatz war glücklicherweise nicht nötig. Die Demonstrationszüge stürzten Wien ins Verkehrschaos. Der Tag verging nicht ohne Festnahmen.

Bereits am Tag der Angelobung kam es zu Protesten.

Zum Thema
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Während die FPÖ ihren Neujahrsempfang in der Eventpyramide Vösendorf (Niederösterreich) feiert, rufen linken Gruppen unter dem selben Motto zum Protestmarsch auf. Mit der Großdemo will man ein lautstarkes Zeichen gegen Rassismus, Sexismus und Sozialabbau sowie gegen die "Normalisierung von Rechtsextremismus" setzen.

Start soll um 14 Uhr beim Christian-Broda-Platz beim Wiener Westbahnhof sein. Von da aus wird über die Innere Mariahilfer Straße über den Burgring bis zum Heldenplatz/Ballhausplatz gezogen.

Bei der Polizei rechnet man mit 5.000 bis 10.000 Teilnehmern, bis zu 1.000 Beamte werden im Dienst sein. Laut Polizeisprecher Paul Eidenberger ist die Kundgebung bis 20 Uhr genehmigt.

Busreisen zur Demo

Auf verschiedenen Webseiten, darunter auch die der KPÖ Oberösterreich, kann man sich für Busreisen zur Demo in Wien anmelden. Organisiert werden die Reisen vom "Bündnis Linz gegen Rechts". Bisher haben sich rund 110 Personen angemeldet, das entspreche zwei vollen Bussen, heißt es beim Bündnis.

Bereits seit Ende Dezember laufen auf Youtube Trailer, bei denen für die Demo gegen Türkis-Blau geworben wird. Auch auf Facebook ruft die "Offensive gegen Rechts" zur Teilnahme an der Demo auf.


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(lok)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • martina karl am 09.01.2018 18:26 Report Diesen Beitrag melden

    demo gegen türkis- blau in wien

    die linken brüder müssen lernen mit der demokratie zu leben. türkis- blau haben > 57% wäheranteil. so wollten es die bürger haben. das muss jeder akzeptieren. hätte die fpö mit spö koaliert, wäre die welt in ordnung gewesen. die kpö muss sich damit abfinden, dass sie eine unbedeutende partei ist. inkl. junge grüne hat sie nicht einmal 1% zuspruch bekommem aber schreit am lautesten.

  • Gunti eli am 09.01.2018 18:24 Report Diesen Beitrag melden

    Minderheit geißelt österreich

    Österreich hat ca 8,8 Millionen Einwohner. 10000 erscheinen zu einer Demo. Also eine echte Minderheit von demokratiefeinden und ein paar Verlierer von sozialspenden. Mit Zubringer aus den Bundesländern, ist das sehr wenig. Eine zum aussterben verurteilte Minderheit. Schade das es nicht kälter ist, dann kommen noch weniger. Aber 10000 in einer Stadt die 1,8 Millionen Einwohner hat, sind sie doch Zuviel. Ergo, Austragungsort Wienerwald, wobei hier auch die armen Tiere belästigt würden.....

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  • zimbo am 09.01.2018 17:59 Report Diesen Beitrag melden

    In Wien ist eigentlich

    schon fast alles egal.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Anni am 12.01.2018 08:35 Report Diesen Beitrag melden

    Muss es immer der Ring sein?????

    Diese ... Demos gehen mir echt schon wohin. Muss es denn immer am Ring sein. Es gibt auch Menschen die arbeiten für Ihr Geld und dann wird ihnen der Weg in die Arbeit auch noch erschwert! Dank der Demo hab ich einen Umweg von gut 20 Minuten. Weil auch die Station Friedensbrücke gesperrt ist.

  • Christine am 10.01.2018 23:26 Report Diesen Beitrag melden

    Genug is genug

    Ich hab genug von der Regierung, ich geh auch hin. Zu wenige Arbeitsplätze und die neue Mannschaft unterstellen den arbeitslosen Menschen Notstandshilfe auszunützen.

    • Gunti eli am 10.01.2018 23:35 Report Diesen Beitrag melden

      Sie suchen

      Es gibt genug Arbeit! Welche suchen sie?

    • Gunti eli am 11.01.2018 15:04 Report Diesen Beitrag melden

      Also keine arbeit

      Also keine Arbeit wird gesucht! Dachte ich mir, ist ja leichter ohne Leistung Geld zu bekommen. Halt, ohne Leistung ist es ja nicht, die ganzen Amtswege und Arztbesuche um sein Geld zu bekommen.

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  • Taschen Tuch am 10.01.2018 22:05 Report Diesen Beitrag melden

    Pfoten falten, Goschen halten?!

    Ja, die Regierung wurde gewählt. Und trotzdem muss man nicht mit ihr einverstanden sein, und es darf auch demonstriert werden.

    • Gunti eli am 10.01.2018 23:42 Report Diesen Beitrag melden

      Klar

      Mimimi, natürlich dürfen sie, ist ja ihr Recht. Man sollte die Identitäten der Teilnehmer aufnehmen und bei Schäden zur Kasse bitten! Wiedergutmachung von Schäden durch die demoteilnehmer ist ein Recht des belästigten Steuerzahler.

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  • Erwin Pflügl am 10.01.2018 16:09 Report Diesen Beitrag melden

    Herr

    Geltenfür die Linken und Grünen die demokratischen Regeln nicht mehr nur weil es nicht passt. Ein sehr schlechter Dienst an der Demokratie. Van der Bellen war auch nicht mein Wunschpräsident aber ich respektiere ihn als solchen.

    • Chris am 10.01.2018 23:31 Report Diesen Beitrag melden

      Demokratie und Rechte

      Wenn VdB die Regierung mit seinen Mitteln und begründet absetzen würde, würden Sie es auch respektieren? Oder möchten Sie dann auch protestieren können, falls Sie anderer Meinung wären?

    • Gunti eli am 10.01.2018 23:45 Report Diesen Beitrag melden

      Äpfel und birnen

      Komische vergleiche haben sie. Sind sie von dem was sie so denken, überzeugt?

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  • Österreichischer Patriot am 10.01.2018 14:13 Report Diesen Beitrag melden

    Freiheitsbewegung

    Die Demokratie-Bewegung verschwindet nicht so einfach,da muss man die Rechten Glatzen leider entäuschen.

    • Kritischer Geist am 10.01.2018 14:20 Report Diesen Beitrag melden

      @Österreichischer Patriot

      Eine Demokratiebewegung, die gegen ein demokratisches Wahlergebnis demonstriert, verdient diesen Namen nicht. Es handelt sich um eine kleine linksradikale Minderheit, die seit jeher ihren Selbstwert aus der Täuschung bezieht, die Mehrheit zu repräsentieren. Wacht endlich auf und akeztpiert, dass wir in einer Demokratie leben in denen das Volk in Wahlkabinen entscheidet und nicht auf der Straße.

    • Gunti eli am 10.01.2018 15:47 Report Diesen Beitrag melden

      Welche glatzen

      Eine demokratischer Umbruch ging durch Österreich, mit allen Mitteln konnte eine neue Regierung der Mitte nicht verhindert werden! Auch die Linken Anarchisten werden an dieser Demokratie nichts ändern! Ihr könnt schreien und toben was ihr wollt, ihr werdet nichts ändern. Um so mehr ihr mit Gewalt gegen die demokratische Bevölkerung vorgeht, um so härter werden die Gesetze werden. Macht bessere Politik, das wird der einzige Weg sein um wieder Gehör zu finden. Sonst bleibt ihr nur eine überschaubare Randgruppe voller Hass und keine idealen.

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