Österreichweit

03. März 2018 09:32; Akt: 03.03.2018 11:48 Print

Beraterinnen beim AMS haben Kopftuch-Verbot

Das AMS teilt Arbeitssuchenden mit Kopftuch auch mit, dass ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt damit sinken.

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Das Arbeitsmarktservice (AMS) beschäftigt in ganz Österreich keine einzige Mitarbeiterin mit Kundenkontakt, die ein Kopftuch trägt. Das berichtet das Magazin "Profil" in Montagausgabe.

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Das AMS Wien habe bisher bewusst keine Frauen mit Kopftuch als Beraterinnen aufgenommen. "Wir sind generell dagegen, dass im direkten Kundenkontakt Religion oder Weltanschauung offen zur Schau gestellt werden", so Winfried Göschl, der stellvertretende AMS-Wien-Chef, gegenüber dem Magazin. Beim AMS Wien sind 1.800 Beraterinnen und Berater beschäftigt.

Schlechtere Chancen auf dem Arbeitsmarkt

Aber auch bei der Arbeitssuche kann das Kopftuch zu Problemen führen, so Göschl. "Unsere Erfahrung zeigt klar: Das Kopftuch verringert die Chancen auf dem Arbeitsmarkt deutlich. Das sagen wir Frauen, die wir beraten, auch." So ehrlich müsse man schon sein.

Bisher ungeklärt ist, wie mit vollverschleierten Frauen umgegangen werden soll, wenn diese beim AMS um Arbeitslosengeld oder Mindestsicherung ansuchen. Verhüllungsverbot, allgemein auch als "Burka-Verbot" bekannt, ist seit Herbst 2017 in Kraft. In dieser Sache wartet das AMS noch auf eine Rückmeldung aus dem Sozialministerium.

Das AMS wollte diese Aussagen nicht unkommentiert stehen lassen. "Das AMS Wien hat in jüngerer Zeit zumindest drei Frauen aufgenommen, die ein Kopftuch tragen", heißt es in einer Aussendung. "Richtig ist allerdings, dass derzeit keine dieser Beraterinnen das Kopftuch im direkten und persönlichen Kontakt mit Kundinnen und Kunden trägt. Dazu haben sich diese Kolleginnen aus völlig freien Stücken entschieden."

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(red)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • dsgl am 03.03.2018 09:40 Report Diesen Beitrag melden

    Arbeitende Vollverschleierte?

    Was wollen bzw. sollen denn Vollverschleierte arbeiten können? Diese Verhüllungen sind doch bei der Arbeit total hinderlich. Kein Zweifel: Kein Anspruch auf Mindestsicherung, solange diese Verkleidung nicht aufgegeben wird !

  • Ja am 03.03.2018 09:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Endlich wer richtige Weg

    Sehr guter Schritt!!! Gehört überall verboten.

  • Edith am 03.03.2018 10:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Anpassung ist wichtig

    Ich gehe nicht mehr zum Billa in Nussdorf weil für mich die Angestellten mit Kopftuch derart befremdlich sind. Ich finde es daher wichtig dass das AMS darauf aufmerksam macht, dass sich die Arbeitssuchenden in Österreich befinden.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Alex am 05.03.2018 10:59 Report Diesen Beitrag melden

    Trennung Staat/Kirhce/Sport/etc.

    Die Trennung zw Politik/Kirhce, Politik/Sport. Politik/Kultur wird endlich auch mit der Kleidungsvorschrift umgesetzt. Wer für den Staat (Bund/Land/Gemeinde/usw.) arbeitet hat dieser Trennung auch Respekt zu zeigen.

  • Susanne Egger am 04.03.2018 20:25 Report Diesen Beitrag melden

    Frau

    Ich möchte noch erwähnen, dass bei uns die Zeit noch nicht reif ist, mit Kopftuch keinen Konflikt zu erzeugen. Obwohl es keine heilige Maria oder Nonne ohne Kopftuch gibt. Ich lebe in diesem Land und akzeptiere diese Kultur, deswegen trage ich kein Kopftuch.

    • Rorschach am 04.03.2018 23:22 Report Diesen Beitrag melden

      Und aus nichtreligiösen Gründen

      darf man auch kein Kopftuch tragen? So wie es früher viele Frauen gemacht haben, hatte es mit Tradition, Gewohnheit und Praktikabilität zu tun. Wenn jemand also konservativ, retro, etc. ist, aber nicht religiös...

    • Censorship am 05.03.2018 12:19 Report Diesen Beitrag melden

      @Rorschach

      Das sieht halt auch ganz anderes aus.. Es ist ein eklatanter Unterschied, zwischen dem Kopftuch, das unsere Omas trugen und den religiösen Insignien für Frauenhass... Von daher kann man das durchaus unterscheiden..

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  • Susanne Egger am 04.03.2018 20:16 Report Diesen Beitrag melden

    Frau

    Ich bin auch der Ansicht, dass man seinen Glauben oder andere Meinungen nicht offen zur Schau stellen sollte. Im Geiste ist man immer frei und kann denken, was immer man will. Wir leben in einer westlichen Kultur und mit einem Kopftuch werden Konflikte bewusst vorprogrammiert. Und das sollte man auch all den Flüchtlingen bereits vor der Einreise erklären. Wer mit diesem Gesetz nicht leben kann, sollte sich ein anderes Land aussuchen. Nach Saudi-Arabien darf man als Frau nur verhüllt einreisen, was ich akzeptiere und auch machen werde. Zu meiner Person, ich bin eine sehr gläubige Muslime

  • ingrid Paul-Dawod am 04.03.2018 15:53 Report Diesen Beitrag melden

    Kopftuchverbot für AMS-Beraterinnen

    Burka ist kein Kopftuch auch wenn dieses Gesetz so genannt wird!

  • Aufklärer am 04.03.2018 13:25 Report Diesen Beitrag melden

    Rechte Paranoia

    @Edith Österreich ist seit 50 Jahren ein Einwanderungsland,sie haben bestimmt oft Urlaub im Ausland gemacht und sind immer noch nicht Modern geworden ansonsten würden sie Menschen nicht als "befremdlich" empfinden nur wegen irgendwelchen Klamotten?

    • sapperlot am 04.03.2018 16:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Aufklärer

      Gehen sie gekleidet wie ein Europäischer Tourist im Arabischen Raum Viel Glück bei der Freizügigkeit

    • Sepp am 04.03.2018 21:57 Report Diesen Beitrag melden

      Besser Informieren

      @sapperlot Das war in den 70er und 80er Jahren ganz normal im Arabischen Raum,diese Entwicklungen haben nix mit Kultur zutun sondern mit falscher Politik und religiösen Fanatikern. Ausserdem in Dubai sind alle nicht-einheimischen Touristen halb nackt im Bikini,jetzt sind sie baff oder?

    • Rorschach am 04.03.2018 23:25 Report Diesen Beitrag melden

      Wir waren mal in Jordanien

      Ganz normal gekleidet. Nix passiert.

    • Censorship am 05.03.2018 13:17 Report Diesen Beitrag melden

      @Aufklärer

      Nicht wegen irgendwelcher Klamotten, sonder dem faschistoiden, Frauen hassenden Gedankengut, dass diese "Klamotten" ausdrücken... Aber das Nichtrauchervolksbegehren zeugt ja davon, dass selbstständiges Denken abgelehnt wird...

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