Wien-Alsergrund

14. März 2018 05:53; Akt: 14.03.2018 08:54 Print

Ahmad: Jüngste und erste Migrantin als Bezirkschefin

Im Sommer 2018 übernimmt Saya Ahmad das Amt der Bezirksvorsteherin von Martina Malyar. Sie will die Bezirkspolitik näher zu den Menschen bringen.

Die 33-jährige Saya Ahmad tritt im Juni 2018 in die Fußstapfen von Martina Malyar als Alsergrunder Bezirksvorsteherin. (Bild: (c) Markus Sibrawa)

Die 33-jährige Saya Ahmad tritt im Juni 2018 in die Fußstapfen von Martina Malyar als Alsergrunder Bezirksvorsteherin. (Bild: (c) Markus Sibrawa)

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Noch ist nicht viel aus der designierten Alsergrunder Bezirksvorsteherin Saya Ahmad heraus zu bringen. Im Gespräch mit "Heute" erklärte sie, sie freue sich sehr über das Ergebnis und verstehe die Aufgabe als große Verantwortung. In einer Aussendung erklärte Ahmad, sie wolle die Bezirkspolitik näher an die Menschen bringen.

"Bezirkspolitik ist für mich deswegen so wichtig, weil ich auf dieser Ebene in direktem Kontakt mit den Menschen stehe. Gemeinsam mit den AlsergrunderInnen will ich den Bezirk weiterentwickeln", so die designierte Bezirksvorsteherin.

Überraschende Kandidatur, überraschende Wahl

Am Abend des 12. März war die 33-jährige SPÖ-Politikerin überraschend zur Nachfolgerin von Bezirksvorsteherin Martina Malyar gewählt worden. Die Delegierten der SPÖ Alsergrund stimmten mit 73,2 Prozent für die gebürtige Irakerin, die ihren Konkurrenten Thomas Liebich damit deutlich abhängte.

In dieser Dimension unerwartet war nicht nur die Wahl Ahmads, sondern auch deren Kandidatur. Während Thomas Liebich, seit 2012 stellvertretender Bezirksvorsteher im 9. Bezirk, als logischer Nachfolgekandidat für Martina Malyar galt, warf Ahmad ihren Hut erst spät in den Ring.

Im politisch eher linksstehenden Alsergrund - hier schnitten SPÖ und Grüne bei Wahlen bisher immer gut ab - dürfte die junge Mutter mit Migrationshintergrund gezogen haben.

Malyar freut sich über "junge, dynamische" Nachfolgerin

"Wir haben im Alsergrund schon seit 20 Jahren die Möglichkeit, dass sich jeder bewerben kann. Während andere Bezirke schon froh sein können, wenn sie einen geeigneten Nachfolgekandidaten haben, konnten wir im Bezirk gleich zwischen zwei hervorragenden Persönlichkeiten wählen", freut sich die amtierenden Bezirksvorsteherin. Ihr Stellvertreter Thomas Liebich soll in seiner Funktion bleiben.

Sie selbst habe sich schon länger dem Thema Rückzug auseinandergesetzt. "Man soll aufhören, wenn es am schönsten ist", schmunzelt Malyar. Mit der Amtsübergabe zur Hälfte der Legislaturperiode will Malyar ihrer Nachfolgerin auch Zeit geben, sich einzuarbeiten und ein Profil zu entwickeln.

Malyar kehrt als Lehrerin in Schule zurück

Als Mathematiker freut sich die Bezirkschefin vor allem darüber, dass Saya Ahmad mit 33 Jahren genau so alt sei, wie Malyar ein politisches Mandat inne haben. Nach nunmehr 15 Jahren als Alsergrunder Bezirksvorsteherin (Malyar war die erste Frau in dieser Position und hat mit ihrer Amtszeit auch einen Rekord aufgestellt) zieht sie sich nun zurück.

Wie im Februar angekündigt, wird sie ihr Amt am 25. Juni 2018 übergeben. Ihr weiterer Lebensweg führt Malyar nach vierzig Jahren aus der Politik: Die gelernte Diplompädagogin geht als Mathematiklehrerin zurück in die Schule.

Ganz verzichten muss der Alsergrund aber auch in Zukunft nicht auf Martina Malyar. "Ich weiß noch nicht, in welchem Bezirk ich künftig arbeiten werde, aber dass der Alsergrund auch weiterhin mein privates Zuhause bleibt, steht schon jetzt fest.

Ahmad: Vom Irak nach Klagenfurt und Wien

Saya Ahmad ist im Irak geborene Kurdin, die im Kindesalter mit ihrer Familie nach Österreich flüchtete und in Klagenfurt aufwuchs. Nach Wien wechselte sie für ihr Studium der Internationalen Entwicklung, das sie 2004 abschloss. Zuletzt war sie im Bereich der Öffentlichkeitsarbeit tätig. Ahmad ist mit SPÖ-Gemeinderat Marcus Gremel verheiratet, das Paar hat eine gemeinsame Tochter.

Wenn Ahmad im Juni das Amt von Vorgängerin Malyar übernimmt, ist sie damit auch die jüngste Bezirksvorsteherin Wiens.

Offizielle Vorstellung kommende Woche

Ausführlich vorgestellt soll die designierte Bezirksvorsteherin im Rahmen einer Pressekonferenz am 21.März 2018 im Wiener Rathaus.

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(lok)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Vorname/Nachname am 14.03.2018 07:23 Report Diesen Beitrag melden

    Alsergrund

    ist übrigens der Bezirk, welcher das Ausländerwahlrecht möchte. Also alle Ausländer mit Wohnsitz in Österreich und 3 Jahre Anwesenheit sollen wählen dürfen. Für mich ist das ein Fall für den Staatspolizei. Das gefährdet die Republik Österreich

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  • Gerhard am 14.03.2018 07:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Falsche Besetzung bei der spö

    Ja es geht bergab typisch spö , da braucht man sich nicht wundern das sind die Leute die alle ins goldene Österreich reinlassen

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  • Mainstream am 14.03.2018 08:39 Report Diesen Beitrag melden

    Unwählbar

    Rot ist inzwischen genau so wählbar wie Grün.

Die neuesten Leser-Kommentare

  • Gutmensch am 14.03.2018 12:46 Report Diesen Beitrag melden

    Jeder Ausländer ab 3Jahren

    Jetzt ist alles klar. Jeder drei Jahre in Österreich ist egal ob Ausländer soll wahlberechtigt sein. Nichts gegen die Bezirksvorsteherin aber gegen die Politik der SPÖ.

  • Skeptiker am 14.03.2018 12:04 Report Diesen Beitrag melden

    'Prototyp'

    Saya Ahmad hat - im Gegensatz zu einigen anderen österreichischen Politikern - wenigstens ein durchaus brauchbares Studium abgeschlossen. Tatsächlich gibt es jedoch nur sehr wenige dieser 'Vorzeige-Flüchtlinge', die Österreich bereichern könnten. Die meisten von ihnen sind und bleiben, in der Regel, arme Schlucker und stellen Österreich somit vor enorme Probleme, die friedlich kaum noch lösbar zu sein scheinen. Darüber kann leider auch eine, durchaus sympathisch und intelligent wirkende, Saya Ahmad nicht hinwegtäuschen.

  • Necla am 14.03.2018 11:18 Report Diesen Beitrag melden

    Das ist sehr gute Wahl

    Gute Bezirksfrau. Wird da sein für uns. Wird und helfen dass wir nicht mehr werden diskreminiert.

    • Melanie T. am 14.03.2018 13:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Necla

      @Necla:Wie soll Frau Ahmad helfen, dass sie nicht mehr diskriminiert werden?

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  • Franz Absberg am 14.03.2018 10:53 Report Diesen Beitrag melden

    Endzeitstimmung

    Ein weiterer Sargnagel für die Rot/Grüne Chaospartie die hoffentlich bei der nächsten Gemeinderatswahl abgewählt wird, damit die Stadt nicht noch mehr geschädigt wird.

  • Mohammed Piggi am 14.03.2018 10:01 Report Diesen Beitrag melden

    Eine Islambraut?

    Jetzt setzen sie schon eine Muslimin in so eine Position? Wie geht das? Weil sie die einzige ist, die mit fließend Warmwasser aufgewachsen ist? Der Quote zuliebe?

    • Paul am 14.03.2018 10:58 Report Diesen Beitrag melden

      Immerhin trägt sie kein Kopftuch

      Das würde ich dann für wirklich äußerst "problematisch" halten.

    • Oskar Spritzwein am 15.03.2018 11:01 Report Diesen Beitrag melden

      Eine Atheistin

      Vielleicht sollten Sie sich mal über einen Menschen informieren, und ihm nicht anhand des Nachnamens automatisch eine Religion zuschreiben. Frau Ahmad ist Atheistin.

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