Rückführung zur Mutter

14. Juni 2018 14:59; Akt: 14.06.2018 18:28 Print

Bub (9) wehrt sich gegen Mitnahme durch Beamte

Schwere Vorwürfe erhebt Cameron P. (53) gegenüber der Polizei: Die Beamten wollten die Rückführung seines Sohnes Alyosha durchsetzen – allerdings unter Zwang.

Drei Beamte packten den Buben an Armen und Beinen. (Bild: privat)

Drei Beamte packten den Buben an Armen und Beinen. (Bild: privat)

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Seit Sommer 2017 leben Cameron P. (53) und sein Sohn Alyosha P. (9) in Wien. Laut Angaben des US-Amerikaners flüchtete er vor der Mutter seines Kindes, weil diese angeblich Morddrohungen gegen ihn ausgestoßen hatte. Die gebürtige Thailänderin (37) lebt illegal in den USA, nach der Flucht ihres Lebensgefährten mit dem gemeinsamen Kind nach Wien – nach internationalem Recht eine Kindesentführung – beantragte sie eine Rückführung, der stattgegeben wurde.

Heute, Donnerstag, um 6 Uhr Früh sollte Alyosha, der im Dezember 2008 geboren wurde, von der Polizei per Gerichtsbeschluss aus der Wohnung des Vaters in Hietzing abgeholt werden: "Gleich drei Gerichtsvollzieher und vier Beamte kamen in die Wohnung. Der Bub hat sich heftig gegen die Mitnahme gewehrt. Die Polizisten dürfen keine unmittelbare Gewalt ausüben. Zudem darf die Durchsetzung der Rückführung das Kindeswohl nicht gefährden. Das Ganze war klar rechtswidrig", erklärt der Anwalt des Vaters, Marco Nademleinsky. "Weder die Richterin noch eine psychologische Betreuungsperson waren anwesend. Zudem sprach niemand wirklich Englisch", kritisiert er.

Stellungnahme der Polizei

Seitens der Landespolizeidirektion Wien heißt es dazu: "Die Polizei wurde informiert, dass eine Kindesabnahme durch zwei Gerichtsvollzieher erfolgt. Zusätzlich war der Leiter des Gerichtsvollzugs des OLG Wien anwesend. Da mit massivem Widerstand zur rechnen war, wurde die Polizei zur Assistenzleistung angefordert. Gemäß § 26 (Abs. 2, Exekutionsordnung) haben die Polizisten nur das getan, worum sie von den Justizbeamten ersucht wurden. Die Polizei ist nicht berechtigt, Verhältnismäßigkeits-Erwägungen anzustellen, d.h. ob die Abnahme des Kindes verhältnismäßig ist. Die Verantwortung für die generelle Rechtmäßigkeit der Amtshandlung liegt ausschließlich im Bereich der Justiz. Die Polizeibeamten haben mit der in diesem Fall erforderlichen Körperkraft die Abnahme des Kindes durchgeführt."

Laut Bericht der Beamten, die den Einsatz durchführten, wurde der Bub zudem mit höchster Vorsicht und äußerster Bedachtnahme aus der Wohnung gebracht. Demnach wurde sogar versucht, eine Decke zu verwenden, damit er nicht mit den Armen oder Beinen gegen einen Gegenstand stößt.

Beziehung zwischen den Eltern zerrüttet

Die Beziehung zwischen Cameron P. und der Mutter des Neunjährigen dürfte ziemlich zerrüttet sein. Die Eltern lebten – getrennt voneinander – im Raum Los Angeles. Der US-Amerikaner kümmerte sich um Alyosha, dieser durfte einmal pro Woche seine Mutter sehen. Der 53-Jährige erhebt schwere Vorwürfe gegen die 37-Jährige: Sie soll im Rotlicht- und Drogenmilieu verkehren.

Derzeit befindet sich Alyosha an einem unbekannten Ort, er wurde einer Vertrauten seiner Mutter übergeben. Diese soll einen Thai-Massage-Salon in Los Angeles betreiben. "Ich habe bei Gericht beantragt, dass der Aufenthaltsort des Kindes bekannt gegeben werden muss. Außerdem habe ich ein Protokoll der zuständigen Polizeiinspektion angefordert und werde auch eine Maßnahmen-Beschwerde einbringen", erklärt Anwalt Nademleinsky, der die Rückführung noch in letzter Minute stoppen will.

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(cz)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Jennifer am 14.06.2018 16:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ja

    aber die ganzen gewalttätigen Flüchtlinge dürfen dableiben während ein unbescholtener Amerikaner der nur sein Kind schützen wollte und ein Kind das offensichtlich bei seinem Vater bleiben will ausgewiesen wird

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  • Darius am 14.06.2018 16:28 Report Diesen Beitrag melden

    Bedenklich

    Komisch. Mit illegalen Immigranten aus dam Orient wird nicht so umgegangen. Aber bei Kindern ist das ja was anderes. Man hat ja auch mit massivem Wiederstand gerechnet.

  • Gerti am 14.06.2018 16:17 Report Diesen Beitrag melden

    Kindeswohl

    Wenn das Kind nicht mitgehen will, interessiert das offenbar null. Hauptsache man handelt nach irgendwelchen beglaubigten Papierln. Armselig ist sowas!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Leolion am 20.06.2018 00:29 Report Diesen Beitrag melden

    Herr

    Habe das am eigenen Leib verspürt. Unsere Kinder wurden nur auf Grund einer Vermutung von der Schule ins Heim gesteckt. Was ein großer Kampf war, sie wieder von dort rauszubekommen. Der zuständige Sachbearbeiter ( Strauss vom scheibbser Jugendamt) ging nachher wegen angeblicher Überforderung in den frühzeitigen Ruhestand. Was rausgekommen ist , die Kinder waren niemals gefährdet oder sonstiges. Warum machen sie das nicht bei den"richtigen gefährdeten Kindern?" Hier leben Flüchtlinge wie im schlaraffenland und jeder Politiker erhält Pro Person noch dazu eine Prämie. Mach Du das im Ausland

  • herhhhhh am 18.06.2018 15:36 Report Diesen Beitrag melden

    AllesRichtig

    Gerichtsbeschluss sagt Kind muss gehen. Wenn das Gericht sagt ich muss in den Knast, muss ich. Warum ist das verwerflich? Er wehrt sich stark - Behinderung der Justiz, dies ist ebenfalls eine Straftat. Wenn ein Gericht keine Kindesgefährdung sieht wird es so sein. Gerichte sind dafür da Entscheidungen zu treffen. Nicht normale Bürger, sondern Richter.

  • M.Z am 15.06.2018 20:48 Report Diesen Beitrag melden

    Rückführung zur Mutter

    Auch der Vater hat eine Straftat begangen

    • Mambo am 18.06.2018 10:21 Report Diesen Beitrag melden

      Na und?

      Straftat nach Ihrer Definition ist offenbar alles, was gegen das im jeweiligen Land geltende Recht verstößt. Im Buch "Nicht ohne meine Tochter" hat Betty Mahmoody, die gemeinsam mit ihrer Tochter vor ihrem gewalttätigen Ehemann, der sie beide zuvor in den Iran verschleppt hatte, geflohen ist, auch eine Straftat begangen, weil sie nach dem im Iran geltenden Recht weder alleine noch mit ihrer Tochter gegen den Willen ihres Ehemanns das Land hätte verlassen dürfen. Sie hätte sich für den Rest ihres Lebens von ihrem Mann verprügeln lassen und zusehen müssen, wie ihre Tochter zwangsverheiratet wird

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  • petra am 15.06.2018 17:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Geldverschwendung

    wofür gibt es Urteile, wenn diese immer wieder nicht vollzogen werden können. in der heutigen Zeit ist bald jedes Verfahren von Rückführungen sinnlose Geldverschwendung , da es keine Möglichkeit gibt die Urteile umzusetzen. was soll man davon noch halten?

  • Tini am 15.06.2018 15:46 Report Diesen Beitrag melden

    Kindeswohl...

    darf nicht gefährdet werden, aber durch diese Aktion ist das Kind jedenfalls traumatisiert. Echt arg.