Parkpickerl-Bericht

09. Februar 2018 05:24; Akt: 08.02.2018 16:23 Print

Favoritner Grüne fordern Radeln gegen die Einbahn

von Gerda Mackerle - Seit September 2017 gibt es das Parkpickerl in Favoriten. Die Grünen im Bezirk fordern weitere Maßnahmen – etwa das Radfahren gegen die Einbahn im Wohngebiet.

Der grüne Bezirksrat Wolfgang Schöpp mit TU-Experte Ulrich Leth:

Der grüne Bezirksrat Wolfgang Schöpp mit TU-Experte Ulrich Leth: "Es ist wichtig, dass Maßnahmen jetzt umgesetzt werden." (Bild: Sabine Hertel)

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"Unser Fokus liegt darauf, die Verkehrssicherheit im öffentlichen Raum in Favoriten zu erhöhen", erklärt der grüne Favoritner Bezirksrat Wolfgang Schöpp. Für Schöpp ist vor allem der Ausbau der Radinfrastruktur wichtig, eines der Probleme: "Der Durchzugsverkehr in Innerfavoriten". Nach der Einführung des Parkpickerls in Favoriten beauftragten die Grünen eine eigene Studie, um zu schauen, wie die neu gewonnene (Park-)Fläche genutzt werden kann. Das Ergebnis: TU-Experte Ulrich Leth empfiehlt mehrere Maßnahmen.

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"Wir haben uns überlegt, wie freier öffentlicher Raum genutzt werden kann und wie man die Sicherheit im Bezirk erhöhen kann", erklärt Leth. Es gehe nicht darum, "Parkplätze mutwillig wegzunehmen, sondern frei gewordenen öffentlichen Raum zu nutzen."

Gerade rund um Schulen wolle man die Sicherheit erhöhen. Das könnte durch Gehsteigvorziehungen passieren – "um das Sichtfeld zu verbessern", außerdem könnten mehr Radabstellanlagen installiert werden, so der Vorschlag. Bei Schrägparkplätzen im Bezirk gebe es oft ein Problem mit dem Queren der Straße. "Mit Kinderwägen oder einer Geh-Einschränkung kann das schwierig sein", erklärt Leth. Ein Vorschlag: Schrägparkplätze wieder in Längsparkplätze umzuwandeln.

Favoritner Grüne fordern Radeln gegen die Einbahn im Wohngebiet

"Beim Radverkehr gibt es Aufholbedarf", findet Leth. Er sieht in Favoriten ein Potential von mindestens "40 Kilometern an Straßenzügen, die fürs Radeln gegen die Einbahn geöffnet werden können." Flächendeckendes Radeln gegen die Einbahn sei die "einfachste Maßnahme". Ein Vorstoß, den der grüne Bezirksrat Schöpp unterstützt: "Wir sind für Radeln gegen die Einbahn im Wohngebiet." Dazu gibt es derzeit rund 15 Anträge der Grünen Favoriten im Bezirk – etwa zur Waldgasse, Herndlgasse und Columbusgasse. "Es hilft auch, wenn einzelne Blöcke für das Radfahren gegen die Einbahn geöffnet werden", sagt TU-Experte Leth. Denn: Man vermeide damit "Gehsteig-Fahrten" und damit Konflikte zwischen Radfahrern und Fußgängern.

Vorschlag: Parkspuren in Busspuren verwandeln

Ein weitere Vorschlag der TU-Studie: "Man könnte zum Teil Parkspuren in Busspuren verwandeln, damit der Öffi-Verkehr nicht im Stau steht", sagt Leth. Das wäre laut den Favoritner Grünen zum Beispiel in der Gudrunstraße oder in der Herndlgasse möglich.

Und: Alle zehn bis 15 Parkplätze könnte man Baumscheiben einpflanzen, "um den öffentlichen Raum zu kühlen und zu begrünen", so Leth. Im grünen Währing funktioniere die Umsetzung verschiedener Maßnahmen bereits gut, so ein Argument.

Gegen der "Durchzugsverkehr in Innerfavoriten" wünscht man sich eine Orientierung an Städten wie Barcelona – "wo der Durchzugsverkehr entlang größerer Blöcke gebündelt wird, um den Verkehr aus den Wohngebieten rauszukriegen", so Leth. Sein Tipp: "Es ist wichtig, dass ein paar Maßnahmen schnell umgesetzt werden, weil sich sonst die Parkplätze wieder füllen", argumentiert der TU-Experte. Die Studie gibt’s unter favoriten.gruene.at.

Aus dem Büro von Bezirksvorsteher Marcus Franz (SPÖ) heißt es: "Die Wunschliste ist legitim", man sei "nicht generell fürs Radeln gegen die Einbahn", aber die Anträge der Grünen würden geprüft. "Wenn es um die Verkehrssicherheit geht, lassen wir das prüfen." "Das Parkpickerl wurde gerade beschlossen, die Favoritner sind großteils froh", so das Büro der Bezirksvorstehung. Auch Vorschläge wie das Umwandeln von Parkspuren in Busspuren werde man "prüfen, wenn sie eingebracht werden".

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Hobo am 09.02.2018 07:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Grüne Geisterfahrer

    Für den Großteil der Radfahrer scheint es so und so keine StVO zu geben. Die radeln bei Rot über die Kreuzung, auf dem Gehsteig und in der Fußgängerzone, treten gegen Autos, wenn sie keinen Platz haben und sind extrem aggressiv, wenn man sie auf ihr Fehlverhalten aufmerksam macht. Und jetzt sollen sie auch noch wie Geisterfahrer u unterwegs sein dürfen. Das führt schon jetzt zu sehr gefährlichen Begegnungen. Baut die Radwege vernünftig aus, das wäre sinnvoller, so dass auch Kinder getrennt vom Autoverkehr sicher unterwegs sein können.

  • myopinion am 09.02.2018 07:17 Report Diesen Beitrag melden

    Radeln gegen Einbahn

    Wenn das keine Parkplatzvernichtung ist, was dann? Gleichzeitig Verknappung an Fahrspuren U. Parkplätzen. Radler U. Grüne sind eine Plage, gegen die es kein Heilmittel gibt - Leider.

  • franka am 09.02.2018 07:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ihr

    seits a Wengerl hintendran mit euren Gedanken. es gibt KEINEN Radfahrer der ,ob einbahn oder nicht ,nicht gegen die einbahn fährt. da brauchst keine Regelung.die fahren alle

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Katharina Ko am 11.02.2018 08:08 Report Diesen Beitrag melden

    Typisch die Grünen

    Typisch die Grünen. Angesehen davon, dass es sehr gefährlich für alle Teilnehmer des Straßenverkehrs ist, sollte man sich die Frage Stellen, warum das Parlpickerl überhaupt eingeführt wurde. Damit es Parkplätze (für Anrainer) gibt. Abends gegen 18/19Uhr sind alle Parkplätze belegt. Das Parlpickerl wird eingeführt und gleichzeitig werden Parkplätze vernichtet. So grün

  • Opapa Petz am 09.02.2018 18:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Radfahrdilemma

    Noch immer verstehe ich die Ablehnung einer Möglichkeit der eindeutigen Identifikation nicht. Radfahrer - im speziellen jene, die trotz ruhiger Seitengasse am Gehsteig fahren - bedeuten für Fußgänger eine immense Gefahr. Dabei meine ich nicht allein für alte Menschen oder Kinder, sondern für ALLE! Man macht Radfahrer seitens der Verwaltung zum NARREN MIT ALLEN FREIHEITEN, und der Radler sagt gefällig DANKE! Statt Lehre einzufordern, ist Verblöden - wie in vielen anderen Belangen auch - die Primisse der Lingsgrupierten, Allen voran die Grüninen.

  • Niko Moto am 09.02.2018 15:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Favoritner Grünen fordern Radfahren gegen die Einb

    Und wieder mal die Grünen. Vor allem Durchzugsverkehr in innen Favoriten ist ein Problem. als ob die Radler im Stau stecken würden. die neu gewonnene Parkplätze sollen abgeschafft werden damit damit mehr Einnahmen durch Parkstrafen eingenommen werden können. aber gerade wegen der Mangelnden Parkplätzen hat man die Kurzparkzone eingeführt. Und außerdem, was haben die gewonnene Parkplätze mit dem Radfahren gegen die Einbahn zu tun. So ein Blödsinn kann nur von den Grünen und den Roten kommen.

  • maxafe am 09.02.2018 12:22 Report Diesen Beitrag melden

    Nix dagegen

    Nur ist das Problem bei der Öffnung der Einbahnstraßen für Fahrradfahrer i.d.R. die Fahrbahnbreite. Die ist oftmals nicht ausreichend. Vor allem, wenn jemand unfähig einparkt und das Auto in die Fahrbahn hineinragt. Ich wohne selber in so einer Gasse, das ist sehr nervig und gefährlich. Da müsste der Gehsteig verkleinert werden oder Parkplätze verschwinden, was natürlich nicht die Lösung sein kann, denn Hinweise fürs anständige parken werden ignoriert. Generell wäre eine richtige Verkehrspolizei (f. Autofahrer, Fahrradfahrer u. Fußgänger) wünschenswert.

  • Seitenblick am 09.02.2018 10:34 Report Diesen Beitrag melden

    Grün in der Politik ist nicht gut.

    Ich fahre mit dem Rad wenn es das Wetter erlaubt. Ich fahre mit dem Auto wenn ich das Rad stehenlassen muss. Die Grünen sind weltfremd das ist mir seit Jahrzehnten klar. Gut für ein paar Ideen. Ganz schlecht in Positionen wo sie entscheiden oder verhindern dürfen. Ganz ganz schlecht weil Chaoten. Auch bei den allermeisten Entscheidungen was die Flüchtlinge oder Migranten betrifft ist grün einfach vollständig abzulehnen.