Nach Opernball im "Heute"-Talk

09. Februar 2018 17:10; Akt: 09.02.2018 17:11 Print

Die Femen-Nackte: "Darum müssen wir sexy sein"

Die "Nackte vom Opernball", Alisa Vinogradova, spricht einen Tag nach dem Skandal mit "Heute.at" über die Gründe, frühere Aktionen und sexy Aktivistinnen.

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Sie sorgte für den größten Eklat am Opernball 2018: Die Aktivistin Alisa Vinogradova protestierte auf dem Red Carpet gegen den ukrainischen Präsidenten Petro Poroschenko – oben ohne! Die 26-Jährige zeigte ihre nackten Brüste, auf denen die Botschaft "Poroschenko, schleich’ dich" geschrieben stand. Mit "Heute" sprach sie über die Beweggründe, aus denen sie sich in der Öffentlichkeit für die Frauenrechtsorganisation Femen auszog.

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"Eine Stunde auf Poroschenko gewartet"

Die Aktion plante sie kurzfristig: "Vor einer Woche habe ich erfahren, dass Poroschenko zum Wiener Opernball kommt. Davor war er auf den Malediven. Wir haben begonnen, uns auf die Aktion vorzubereiten. Ich bin nach Wien gekommen, um Tickets zu kaufen und zum Opernball zu gehen. Ich habe ungefähr eine Stunde auf dem Red Carpet auf Poroschenko gewartet. Es war sehr kalt." Dann habe sie ihr Cape und das Oberteil ausgezogen. Der Effekt: Alle sahen es, nur Poroschenko nicht. Zu viel Polizei war um den Präsidenten herum. Alisa erzählt, sie sei zuerst aggressiv auf den Boden gedrückt und anschließend auf die Polizeistation gebracht worden. Zurück blieben blaue Flecken auf dem rechten Oberarm.

"Sie haben mich auf die Polizeistation gebracht und mir Geld und Handy abgenommen", erzählt die junge Frau. "Danach haben sie mich wieder freigelassen und zu meinem Hotel gebracht. Zuerst schlugen sie mir vor, ich solle zu Fuß losgehen, doch ich hatte ja kein Geld mehr, weil sie es mir abgenommen hatten." Nun droht ihr eine Anzeige wegen Ordnungsstörung und Anstandsverletzung.

Wachsende Akzeptanz

Die Beweggründe für den aufsehenerregenden Protest? "Poroschenko ist der reichste Präsident des ärmsten Landes Euopas. Er ist ein Milliardär, der sein Geld in Übersee versteckt", so Vinogradova. Vor einigen Jahren sei es noch sehr gefährlich gewesen, zu protestieren: "Als wir starteten, wurden wir verhaftet. Das ist jetzt anders. Es ist akzeptierter."

Dennoch sei die Hauptstadt nach wie vor nicht sicher. "Kiev ist sehr gefährlich bei Nacht. Mein Aktivismus ist gefährlich für mich und meine Freunde, aber es ist unsere Mission."

Klar ist für Vinogradova auch, dass man sexy sein muss, um für Femen nackt zu protestieren: "Ja natürlich, weil das Patriarchat Frauen als Sexobjekte sieht. Nur auf diese Weise können wir kämpfen." Sie ist nicht der Ansicht, dass es nicht normal sei, seine Brüste zu zeigen. "Wenn Männer ihre T-Shirts ausziehen, ist das ganz normal. Es ist ein Zeichen unseres Fortschritts."

Nicht der erste Nackt-Protest

Die "Nackte vom Opernball" ist eine Wiederholungstäterin: Sie stürmt im Dezember halbnackt die große Krippe am Petersplatz und wollte sich die Jesus-Figur schnappen. Polizisten griffen umgehend ein und bekleideten die Frau. Auch für diese Aktion hat sie eine Erklärung: "Gott ist eine Frau."

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Vinogradova hat übrigens auch einen Job, dem sie nachgeht, wenn sie sich nicht gerade auszieht. Sie ist in der PR-Branche als Freelancerin tätig. Die Organisation Femen finanziert sich über Spenden und den Verkauf von "Fanartikeln", etwa T-Shirts. Aus diesen Geldern wurde unter anderem auch das Opernball-Ticket bezahlt.

Vinogradovas persönliche Nachricht an Poroschenko: "Schleich’ dich aus der Ukraine."

(isa/mj/lu/vg)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Die Katze am 09.02.2018 17:21 Report Diesen Beitrag melden

    Eigenartig

    Wie passt den das zusammen!? Die einen schreien Vergewaltigung, weil ihnen ein Mann aufs Knie gegriffen hat und die anderen rennen Nackt herum um ihre Meinung kund zu tun...

    einklappen einklappen
  • Richard Lego Österreicher am 09.02.2018 18:27 Report Diesen Beitrag melden

    Man muß

    auch mal die Wahrheit sagen dürfen...die Frau ist einfach unnötig !!

    einklappen einklappen
  • Jawollus am 09.02.2018 18:01 Report Diesen Beitrag melden

    Naja...

    Sehr sinnig. Sie bekämpft also die oberflächliche Wahrnehmung weiblicher Reize indem sie weibliche Reize exhibitioniert? Diese Logik muss man nicht verstehen, oder? Ich persönlich habe eher den Eindruck, dass sie ganz gut von ihren "Skandälchen" lebt und irgendwie irgendein Argument sucht, um ihre einträglichen Skandalmethoden zu rechtfertigen. Vom Job kommt das Geld sicher nicht "Freelancerin in der PR-Branche" sagt schon ganz gut aus, dass man davon alleine wohl nicht unbedingt gut leben kann. Das ist eine ähnlich kaschierende Berufsbezeichnung wie "freischaffender Künstler"...

Die neusten Leser-Kommentare

  • Eaglehawk am 11.02.2018 08:46 Report Diesen Beitrag melden

    Warum überhaupt ein Bericht?

    Die Spezialität der Femen-Damen ist wohl überall und allerorts im Namen welcher Unterdrückung auch immer die Brüste auszupacken. Hurra, Was für ein Zeichen, was für ein Armutszeugnis ... Das ist schlichter Exhibitionismus. Und die Medien? Die steigen drauf ein - machen noch Interviews ...! Manchmal würde man sich wünschen, dass auch die Medien nicht jeden "faulen Apfel" fressen.

  • Maria Leming am 10.02.2018 23:30 Report Diesen Beitrag melden

    unerfreulicher Jetzt-Zustand

    Sexy??? Ganz ohne Sexismus: die Früchte lassen schon arg zu wünschen übrig. So das wichtig ist, empfehle ich deutlich fettreichere Ernährung - fettreicheres Joghurt, Milchprodukte, etc. - sonst ist der unerfreuliche Jetzt-Zustand noch länger bei allen möglichen Anlässen öffentlich zu sehen.

  • KarliBua am 10.02.2018 11:43 Report Diesen Beitrag melden

    schämen

    Es muss erst jemand vom Ausland kommen um aufmerksam zu machen welch eine Person da der Herr Präsident eingeladen hat. Manche schämen sich dafür

    • Norbertus Amy am 10.02.2018 17:43 Report Diesen Beitrag melden

      Nackte vom Opernball

      Hat man schon die Opernballkarte bezahlz,bzw das Geld zurückgegeben??

    einklappen einklappen
  • Guziwuzi am 10.02.2018 10:32 Report Diesen Beitrag melden

    Hübsch

    Also Nackt gefällt sie mir ganz gut, könnte gerne mehr protestieren (;-))

  • Helmut am 10.02.2018 09:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    mutig

    Sehr mutig haben eine obenohne Frau niedergeriesen hätte abführen auch gereicht wenigstens kein silikon