Neuer Style für Wiener Wohnungslose

02. Mai 2018 05:33; Akt: 01.05.2018 16:10 Print

Flüchtling schneidet Obdachlosen die Haare

von Louis Kraft - Der junge Iraner Hadi hat in Wien nach seiner Flucht im Haus Erdberg vom Samariterbund ein neues Zuhause gefunden. Mit der sympathischen Aktion will der gelernte Friseur nun anderen helfen.

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Hadi (28) ist vor dem Krieg aus dem Iran geflüchtet, auf Umwegen ist er 2015 nach Wien gekommen. Im "Haus Erdberg" im 3. Wiener Gemeindebezirk hat er ein neues Zuhause gefunden. Seit Dezember 2015 werden hier Flüchtlinge gemeinsam von Samariterbund Wien und Caritas Wien betreut. Zurzeit bietet das Haus Platz für rund 600 Flüchtlinge, die von einem interdisziplinären und interkulturellen Team betreut werden.

"Will etwas zurückgeben und anderen helfen"

Die Bewohner des "Haus Erdberg" sind erwachsene Männer oder Familien und stammen mehrheitlich aus Afghanistan, Irak, Syrien, Somalia und dem Iran. "Ich bin hier wirklich toll aufgenommen worden", erzählt Hadi im Gespräch mit "Heute". Als kleines Dankeschön will er nun etwas zurückgeben und anderen Menschen helfen. "Mit der Aktion will ich auch Bewusstsein für das soziale Problem der Obdachlosigkeit schaffen und darauf hinweisen, dass es auch Menschen gibt, die sich sonst keinen Haarschnitt oder eine Rasur leisten können", betont der engagierte junge Kurde.

Acht Obdachlose nutzten Chance auf Gratis-Haarschnitt

Das Frisör-Handwerk hat Hadi in seiner Heimat erlernt, war dort auch in verschiedenen TV-Shows zu sehen. "Ich schneide seit meinem 16. Lebensjahr Haare", erzählt der junge Iraner, der auch in Österreich gerne wieder seinem Beruf nachgehen würde. Daraus ist die Idee entstanden, sein Handwerk als Hilfe für andere einzusetzen.

Aus Anlass des "Saisonende" im Nachtquartier des Samariterbundes schwang Hadi in der Gudrunstraße 145 (Favoriten) für den guten Zweck wieder Schere und Kamm. Acht Wiener Obdachlose nützten die Chance auf einen kostenlosen neuen Haarschnitt samt Rasur.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Patriot5611 am 02.05.2018 06:45 Report Diesen Beitrag melden

    Also tatsächlich eine "echte" Fachkraft.

    Schade dass solche Typen in der Minderheit sind. In so einem Fall: Beschleunigtes Asylverfahren, rasche Einbürgerung, (sofern er es will), Arbeitsbewilligung und fertig. WAS aber nicht heißt, dass wir ein Einwanderungsland sind! Fazit: Nur wer gebraucht wird, sich anständig benimmt und integrationswillig ist, darf bleiben, für all die anderen gilt: Asyl ist SCHUTZ AUF ZEIT!

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  • mitdenker am 02.05.2018 06:51 Report Diesen Beitrag melden

    Endlich ein positives Beispiel

    Endlich mal ein positivies Beispiel - davon gehört genauso berichtet. Wie ich schon immer vermutet hab gibts sicher einige unter den Zugereisten die zeigen dass sie wirklich wollen. Bitte solche Leut eine Chance geben, arbeiten lassen und net abschieben. Zum Abschieben gibts genug andere (Gewaltverbrecher u. Co).

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  • Konrad am 02.05.2018 07:42 Report Diesen Beitrag melden

    Vor welchem Krieg ist er denn geflüchtet

    Der letzte Krieg im Iran war der Golfkrieg von 1980 bis 1988.

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Die neuesten Leser-Kommentare

  • Wien am 02.05.2018 10:41 Report Diesen Beitrag melden

    Herr

    Von allen gibt es gute und schlechte man muss halt eben nur aussortieren! Solche Leute müssen Förderungen erhalten und keine dubiosen islamistische Vereine! Ich wünsche ihm eine erfolgreiche Zukunft.

  • Marlok am 02.05.2018 09:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hilft mit ein paar Haarschnitte

    Kassiert aber seit 2015 840 /Monat + Wohnung, Fahrkarte, Versicherung.Wir warten auf deine Familiennachzug! Tolle Hilfe!

    • Leser am 02.05.2018 10:30 Report Diesen Beitrag melden

      8

      Er will was zurück geben und schneidet 8! Obdachlosen die Haare. Bei so einem Artikel muss sich jeder Friseurlehrling, der mehr als 8 pro Tag schneidet und weniger Einkommen hat, schon sehr veräppelt vorkommen!

    • Lagertha am 03.05.2018 16:30 Report Diesen Beitrag melden

      Schau genau

      Kassiert er nicht, da er noch im Asylverfahren ist. Da bekommt man ein Dach über dem Kopf und Taschengeld für Essen, einmal im Jahr etwas für Kleidung und einmal im Jahr etwas für Schulsachen. Die Mindestsicherung bekommt man erst nach Anerkennung. Und diese ist sinnvoll, damit man eine Chance hat.

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  • rea am 02.05.2018 08:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    das ist normales Denken

    ich finde derartige Aktionen nur MEHR als normal und angebracht um seine Zeit, die er hier als GAST verbringt, zu nutzen.

  • helmar am 02.05.2018 08:26 Report Diesen Beitrag melden

    Er sollte eine Chance bekommen

    Vielleicht hat jemand einen Job für ihn. Dann kann er selber für sich sorgen. Und wenn er nicht unerfreulich auf fällt, sollte er dann bleiben können. Anders sollte man aber mit jenen verfahren welche am AMS Jobs ab lehnen weil sie zwar nichts können, aber Hilfsarbeiten oder "dienende " Arbeit ab lehnen.

  • Konrad am 02.05.2018 07:42 Report Diesen Beitrag melden

    Vor welchem Krieg ist er denn geflüchtet

    Der letzte Krieg im Iran war der Golfkrieg von 1980 bis 1988.

    • Pavel am 02.05.2018 11:17 Report Diesen Beitrag melden

      @Konrad

      Gratulation, du hast es immer noch nicht verstanden!

    • Lagertha am 03.05.2018 16:34 Report Diesen Beitrag melden

      Es gibt mehr...

      Vor dem des westlichen Weltbildes mit einer antidemokratisch religiösen Regierung... Es gibt übrigens noch andere Fluchtgründe als Krieg.

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