Chip in der Hand

21. November 2017 06:01; Akt: 21.11.2017 10:40 Print

Österreicherin: "Implantat entsperrt mein Handy!"

von L. Kraft/C. Ziechert - Die Niederösterreicherin Marina W. hat sich einen Chip in die Hand einpflanzen lassen. Damit kann sie etwa ihr Handy entsperren.

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Seit 7. August 2017 trägt die 41-jährige Marina W. (Name von der Redaktion geändert) einen Chip in der linken Hand. Was nach Cyborg klingt, kann durchaus praktischen Nutzen haben: "Ich kann mit dem Chip mein Handy entsperren, Spiele darauf starten oder Kontakte teilen", berichtet die Niederösterreicherin. Ihr großer Traum ist es aber, einmal damit auch ihr Auto starten zu können.

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Der Chip wurde der 41-Jährigen im Piercingstudio "Arno" in Wien-Mariahilf mittels einer steril verpackten Injektionsvorrichtung in das Gewebe zwischen Daumen und Zeigefinger eingepflanzt. Mit einer Länge von zwölf Millimetern und einer Breite von zwei Millimetern ist das Glasröhrchen unter der Haut nicht zu sehen.

Die Kosten für das Implantat selbst (Chip inklusive Injektionsvorrichtung) belaufen sich auf 50 Euro, das "Piercen" wird separat verrechnet und kostet ebenfalls 50 Euro.

"Chippen" wird langsam zum Trend

"Ich bin technisch sehr interessiert und war einfach neugierig", erklärt die Hobby-Reisebloggerin ihre Entscheidung und ergänzt: "Ich bin noch immer happy damit, im Dezember bekomme ich mein zweites Implantat." Mit diesem will Marina W. dann einen Safe öffnen: "Es gibt da bestimmte Wandregale, in denen man den Safe verbergen kann. So etwas möchte ich mir kaufen."

Trotz Marina W.'s Begeisterung hält sich das generelle Interesse noch in Grenzen, wie Arno Klein, der Besitzer des Piercingstudios "Arno" erzählt: "Bei uns in Österreich ist das Implantieren dieser NFC-Chips derzeit noch nicht so stark verbreitet, wie zum Beispiel in Deutschland, aber es wird immer mehr zum Trend, vor allem bei jüngeren Leuten zwischen 18 und 30 Jahren."

Im Schnitt seien es derzeit nicht mehr als ein bis zwei Kunden pro Monat, die sich für ein Implantat interessieren und sich dieses auch setzen lassen – die Tendenz sei aber steigend.

Kontaktloser Daten-Austausch

Das Chip-Implantat gehört technisch in die Nahfeldkommunikation (Near Field Communication, abgekürzt NFC) und ermöglicht den kontaktlosen Austausch von Daten, sowie es auch bei der bargeldlosen Bezahlung kleiner Beträge zum Einsatz kommt. Die Übertragung geschieht über einen sogenannten "passiven HF-RFID-Tag" mit einer Frequenz von 13,56 MHz.

Frei beschreibbarer Speicher

Der Chip von Marina W. bietet 888 Bytes Speicherkapazität, der mit unterschiedlichen Daten beschrieben werden kann. Android-Telefonate eignen sich laut der 41-Jährigen für das Programmieren am besten. Seitdem es das Apple-Betriebssystem iOS 11 gibt, kann man den Chip auch mit dem iPhone7 lesen. Batterie benötigt das Gerät keine, der notwendige Strom wird durch das Handy bezogen.

Vielfältige Anwendungsmöglichkeiten

Neben dem Entsperren von Mobiltelefonen können implantierte Chips – abhängig von deren Programmierung – auch als elektronische Fahrkarte oder Wohnungsschlüssel, Zutrittskarte zu Fitness-Studios oder Arbeitsplätzen sowie als Notfallkarte, auf deren wesentliche Informationen wie Allergien gespeichert werden, genutzt werden.

Dass man als "Gechippter" rund um die Uhr ort- und überwachbar werde, wie es manche Hollywood-Filme vermuten lassen könnten, stimme aber nicht, erzählt Marina W. "Der Chip ist auch bei medizinischen Untersuchungen wie MRT oder bei den Sicherheitskontrollen am Flughafen völlig sicher."

Nähere Informationen und Beschreibungen des Chips und dessen Funktionsweise sowie Fotos und Videos zum Einsetzen des Implantats bietet die Firma "I Am Robot".

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Hubert am 21.11.2017 06:56 Report Diesen Beitrag melden

    Vorsicht

    Leute, hütet euch davor, das ist eine ganz gefährliche Entwicklung. Jetzt mag man darin einige Vorteile sehen, aber es könnte zB dèr nächste Schritt in Richtung Bargeldabschaffung werden. Mit so einem Ding werden wir über kurz oder lange alle Freiheiten verlieren

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  • Hans Müller am 21.11.2017 08:57 Report Diesen Beitrag melden

    Komisch

    Lustig wirds, wenn die ersten Hände abgehackt werden, um an Daten, Bargeld etc.. ranzukommen.

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  • TantePolly am 21.11.2017 10:25 Report Diesen Beitrag melden

    Ein großer Fortschritt für die Dummheit

    und ein kleiner Rückschritt für die Freiheit. Da hat doch kürzlich eine Iranerin während eines Fluges das Handy ihres schlafenden Mannes mit seinem Fingerabdruck entsperrt. Das geht natürlich auch mit so einem Chip. Und wenn sie zuhause überfallen wird und die Räuber nach Öffnen des Safes mit ihrem Auto fliehen wollen, dann werden sie dafür ihren Chip nach einer kleinen OP mit Messer oder Küchenschere mitnehmen. Da man ohne Röntgen die genaue Lage des Implantats nicht kennt wird das eine längere Schnetzlerei oder eine Handamputation ohne Narkose.

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Die neuesten Leser-Kommentare

  • Peter Neubauer am 22.11.2017 14:35 Report Diesen Beitrag melden

    Cool bleiben. Aluhut abnehmen.

    Genau. Als Dieb hackt man lieber Hände ab, anstatt die Brieftasche zu klauen :D Welche Freiheit man mit diesem Chip aufgibt, hat bisher noch niemand erläutern können. Ich verschenke kostenfreie Aluhelme für diejenigen die es mir erklären können. Jeder Mitgliedsausweis besitzt derweil NFC bzw. RFID und ich denke, dass keiner irgendetwas damit verloren hat. Zumal die totale Überwachung mittels Smartphone bereits stattfindet.

  • Börnsn am 22.11.2017 07:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ganz toll

    Sie kann ihr Handy mit dem Handgelenk entsperren.... Richtig toll!! Ich kann mein Handy mit dem Finger entsperren und das ganz ohne Chip!!!

  • Anne am 21.11.2017 17:51 Report Diesen Beitrag melden

    Chip

    Das wichtigste im Leben Handy entsperren jeder Mensch hat as Recht zu tun was er will für mich ist das Blösinn würde ich nie tun

  • Michael hübsch am 21.11.2017 10:52 Report Diesen Beitrag melden

    Studio name falsch

    Nichts für ungut aber das studio heisst "Hangcock". Der Piercer heist Arno Klein und trotz seines für viele verschreckendes Aussehens der ruhigste liebste und beste Piercer der Stadt.

  • TantePolly am 21.11.2017 10:25 Report Diesen Beitrag melden

    Ein großer Fortschritt für die Dummheit

    und ein kleiner Rückschritt für die Freiheit. Da hat doch kürzlich eine Iranerin während eines Fluges das Handy ihres schlafenden Mannes mit seinem Fingerabdruck entsperrt. Das geht natürlich auch mit so einem Chip. Und wenn sie zuhause überfallen wird und die Räuber nach Öffnen des Safes mit ihrem Auto fliehen wollen, dann werden sie dafür ihren Chip nach einer kleinen OP mit Messer oder Küchenschere mitnehmen. Da man ohne Röntgen die genaue Lage des Implantats nicht kennt wird das eine längere Schnetzlerei oder eine Handamputation ohne Narkose.

    • AnnJones am 21.11.2017 12:09 Report Diesen Beitrag melden

      viel zu umständlich

      Wahrscheinlich hast du zuviele Horrorfilme gesehen. Ich glaube, einer der z.B ein Auto stehlen will, greift einfach das Funksignal der Fernbedienung ab. Einen Safe muß man erst finden, die stehen nicht einfach offen in der Wohnung rum. Das ganze wäre viel zu umständlich, wenn wer wo einbrechen möchte, kundschaftet er alles vorher aus, und macht es wenn die Person nicht daheim ist. Ist ja viel einfacher - er hat mehr Ruhe. Wieviele Leute gibt es, die sogar den Code für die Bankomatkarte in der Geldbörse haben - nichts ist einfacher für einen Dieb, er kann dann ganz locker abheben gehen.

    • TantePolly am 21.11.2017 12:37 Report Diesen Beitrag melden

      Trugschluss

      Wahrscheinlich hast du noch nie etwas davon gehört, dass manche Einbrecher durchaus erfeut sind wenn der Hausbesitzer anwesend ist. Das erspart viel Mühe beim Suchen wo der Safe, der Code, oder die Schlüssel sind.

    • AnnJones am 21.11.2017 13:27 Report Diesen Beitrag melden

      Stadt vs Land

      Klar hab ich davon gehört... Ich denke in der Stadt ist das alles anonym - da schert sich keiner um den Anderen - auf dem Land, fallen sofort Leute auf, die sich etwas ungewöhnlich verhalten oder eben nicht ins Schema passen ;)

    • Anne tilus am 22.11.2017 17:37 Report Diesen Beitrag melden

      Zusammenhang?

      Und was hat deine argumentation mit dem chip zutun?

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