Mutter verzweifelt

12. Oktober 2017 12:59; Akt: 12.10.2017 14:51 Print

Gemobbter Volksschüler muss in der Klasse bleiben

Seit mehr als einem Jahr wird Don (7) von Mitschülern schikaniert. Seine Mutter, Azra V., wollte, dass er die Klasse wiederholt, die Schule weigerte sich.

Azra V. klagt über Mobbing ihres Sohnes Don (7). (Bild: Sabine Hertel)

Azra V. klagt über Mobbing ihres Sohnes Don (7). (Bild: Sabine Hertel)

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"Die Kinder schlagen mich jeden Tag", erzählt Don im "Heute"-Gespräch. Der Siebenjährige besucht derzeit eine zweite
Klasse der Volksschule Simoningplatz (Simmering). Seit vergangenem Jahr wird der Schüler in der Klasse gemobbt, klagt seine Mutter Azra V.: "Er wird beschimpft, schikaniert und erniedrigt", erzählt die 36-jährige Alleinerzieherin.

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Begonnen hatte laut der gebürtigen Serbin alles im vergangenen Schuljahr: "Die Lehrerin hat ihn vor der ganzen Klasse wegen seiner Jause – ein normales Croissant – lächerlich gemacht." Die Mitschüler hätten ihn daraufhin immer wieder ausgelacht und gehänselt. Vor allem zwei Buben aus der Klasse dürften es auf Don abgesehen haben: "Sie verstecken meine Hausschuhe, werfen mein Federpenal in den Mistkübel, beschimpfen und hauen mich", meint Don.

Konzentrations-Verlust durch Schikane

Weil sich ihr Sohn wegen des Mobbings in der Schule nicht mehr konzentrieren konnte - "Es hat ihn die ganze Zeit beschäftigt!" – wollte Azra V., dass Don die 1. Klasse wiederholt – doch die Schule lehnte ab: "Don ist nicht so leistungsschwach, dass er die Klasse hätte wiederholen müssen", erklärt Direktorin Dagmar Buczolits auf Nachfrage.

Die Schule sei "schon lange an der Sache dran" und an einer Lösung interessiert. Kommende Woche soll daher ein Gespräch unter anderem mit Azra V. und dem Jugendamt in der Volksschule stattfinden.

Jedes 5. Schulkind von Mobbing betroffen

Laut einer Nebenauswertung der heurigen PISA-Studie wird bereits jedes fünfte Schulkind in Österreich schikaniert – die Dunkelziffer dürfte jedoch weitaus höher sein. Laut Niels Dopp, Schulpsychologe des ÖZPGS (Österreichisches Zentrum für psychologische Gewaltprävention im Schulbereich), tritt das Problem etwa in jeder dritten Schulklasse auf.

Um den Opfern gezielt helfen zu können, wurde das sogenannte "Peer Mediation"-Programm ins Leben gerufen. Dabei werden ältere Schüler so trainiert, dass sie bei (leichten) Mobbing-Fällen eingreifen können. Fühlen sich die Mediatoren überfordert, können sie sich an "Peer Coaches" wenden. In Wien wird das Programm bereits an 61 Schulen angeboten, davon 50 AHS.

Info im Internet unter www.schulpsychologie.at/gewaltpraevention

(cz)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Kalinka am 12.10.2017 15:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Warum lässt man die Kinder gewähren

    Das sind dann die Kinder die Suizidgefährdet sind. Eine sauerei. Muss doch möglich sein, dieses Mobbing einzustellen

  • Mayer am 12.10.2017 15:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hr

    Interessant. Die Kraft um sich mit dem Jugendamt zusammen zusetzen ist da. Die Kraft um den Kind mit einem simplen Klassenwechsel zu helfen nicht. Hoffentlich erleben alle Verantwortlichen bzw die, die dem Kind nicht helfen möchten und die Eltern der Rotzlöffel bzw die Rotzlöffel selbst genau das was dem Jungen angetan wird! Da wird der Verbrecher Nachwuchs herangezüchtet!

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  • Egon am 12.10.2017 15:41 Report Diesen Beitrag melden

    Ich kenne diese Schule

    Wenn man sieht, welche Schüler in diese Schule gehen, dann ist alles klar. In Wirklichkeit ist es ein interkulturelles Mobbing - vorsichtig ausgedrückt. Wer Simmering kennt, weiss welche Religion dort das SAgen hat.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Carniko am 12.10.2017 19:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Mobbing

    Das ist wieder mal typisch Lehrer die Mobbing ignorieren und somit eine Mitschuld tragen.

    • Der Dom schon wieder... am 12.10.2017 21:51 Report Diesen Beitrag melden

      Re: Mobbing

      Meine Tochter geht in dieselbe Schule. Der Junge und seine aufbrausende Mutter sind dort schon lange bekannt. Eine Verhaltensstörung wurde diagnostiziert und der Junge selbst ist derjenige, der andere Kinder anstachelt. Der ist so weit weg vom unschuldig oder Opfer sein, wie es nur geht.

    • Anonym Anonym am 15.10.2017 14:04 Report Diesen Beitrag melden

      Ja...

      Eben, und ich kann mir nicht vorstellen, dass eine Lehrerin das Kind vor der ganzen Klasse auslacht, nur weil es ein Kipferl als Jause hat? Das ist doch eine "normale Frühstücks-Jause" Tja, wie wäre es mit einer privaten Schule? ;-)

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  • Christine am 12.10.2017 17:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ein Tipp: Schulwechsel

    Mein Sohn wurde auch in einer Volksschule gemoppt und keine Lehrerin tat was dagegen! Darauf habe ich ihn aus der Schule rausgenommen und ihn in eine andere Schule gegeben! Und siehe da er hatte seine Konzentration wieder bekommen und noch dazu ganz tolle Freunde!

    • Sonia am 12.10.2017 22:00 Report Diesen Beitrag melden

      Re: Schulwechsel

      Die Mutter ist bereits in anderen Schulen bekannt. Ihre anderen Kinder sind ebefalls solche "Unschuldsengerl" wie ihr Don. Schule wechseln geht nicht, da sich die anderen Schulen keines von ihren Kindern haben möchte.

    • apfel am 13.10.2017 09:11 Report Diesen Beitrag melden

      jugendamt

      @Sonja: also diese aussage wäre eine frechheit: "da die anderen Schulen keines ihrer Kinder haben möchte". aber da sind wir wieder : direktoren können inform v freunderlwirtschaft nach oben tun u walten wie sie wollen. hauptsache bequem. wahrscheinl. ist die junge alleinerzieheherin mit ihrer verantwortung überfordert. gibt hiefür nicht das jugendamt; evtl zur abwechslung mit kompetenten fürsorglichen "experten" u nicht ahnungslos

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  • Ori am 12.10.2017 16:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ori

    Als erstes würde ich sagen gehört einmal die Lehrerin , die die Sache anscheinend ins Rollen gebracht hat zur Verantwortung gezogen. Einen Schüler vor der ganzen Klasse zu denunzieren ist weder pädagogisch noch menschlich. Lehrer haben eine riesen Verantwortung in der Vorbildwirkung, deren sie sich aber leider sehr oft nicht bewusst sind....

    • Erwin am 12.10.2017 16:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Ori

      da muss ich ihnen voll zustimmen, wenn das vorher nicht wahr?

    • Simmeringer Mama am 12.10.2017 22:03 Report Diesen Beitrag melden

      @Ori

      Die Mutter ist in der Schule lange Zeit bekannt. Don ist seit jeher ein Problemschüler. Da keine andere Schule ihm einen Platz geben möchte ging die Mutter an die Medien. Sehr aufbrausende Frau die meint alle Sozialträger müssen ihr zu Füßen liegen

    • susi am 13.10.2017 09:14 Report Diesen Beitrag melden

      leviten lesen

      in wahrheit wird sie in ihrer verantwortung vom sozialstaat "im stich" gelassen. jemand (jugendamt, mutterberatung), nicht die eingeschworenen bildungspsychologen, müsste sie beraten u ihr gleichzeitig die leviten lesen

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  • Markus am 12.10.2017 16:05 Report Diesen Beitrag melden

    Hier kommt der Hass

    Mobben und gemobbt essentiell für die Entwicklung eines jeden. Wenn man als Kind nicht lernt mit Kritik umzugehen und selbst konstruktiv zu kritisieren endet man als dauerstudierender Grün-Wähler.

    • Erwin am 12.10.2017 16:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Markus

      wollen sie damit sagen das alle grünwähler,in der Vergangenheit gemobbt wurden

    • Ori am 12.10.2017 16:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Markus

      Mobbing hat absolut NICHTS mit konstruktiver Kritik zu tun!!

    • Markus am 12.10.2017 17:15 Report Diesen Beitrag melden

      man lernt mit der Zeit

      Wenn junge Katzen miteinander spielen hat das auch nichts mit Jagd zu tun

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  • Kalinka am 12.10.2017 16:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Lehrerin? Sie hat das Mobbing verursacht

    Die Lehrerin hat ihn vor der ganzen Klasse lächerlich gemacht gehört sofort versetzt, die würde von mir was hören wenn sie das mit meinem Kind macht eine Frechheit

    • Magrit am 12.10.2017 21:57 Report Diesen Beitrag melden

      Re: Lehrer sind sicher nicht schuld

      Das war die Aussage vom Kind. Die Mutter ist schon in 2 anderen Schulen wegen ihrer zwei anderen Kinder verschrien. Frau V. hat die Schule vor einem halben Jahr bei einer Polizeistelle angezeigt, weigert sich aber ihren Sohn in eine andere Schule zu versetzten, weil sie keine mehr nimmt.

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