Vier Pfoten zum Tierhaltegesetz

10. Oktober 2018 13:44; Akt: 10.10.2018 13:44 Print

Verschärfte Strafen lösen das Problem nicht

Die neue Wiener Hunde-Gesetzesnovelle reicht nach Ansicht von "Vier Pfoten" nicht aus. Sie setze zum Teil auf falsche Maßnahmen.

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Am Mittwoch präsentierten Stadträtin Ulli Sima und Polizeipräsident Gerhard Pürstl gemeinsam die zwölfte Novelle vom Wiener Tierhaltegesetz. Es beinhaltet einige verschärfte Maßnahmen für Hundehalter – mehr dazu hier. Für "Vier Pfoten" kommt das Thema Aufklärung dabei viel zu kurz.

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Generelle Beißkorbpflicht für Hunde?

Laut Kampagnenleiterin Martina Pluda seien Sima und Pürstl den einfachen Weg gegangen, der vor allem Wähler rasch zufriedenstellen solle: "Es gibt eine generelle Leinen- und Beißkorbpflicht für Listenhunde und harte Strafen. Ob das aber wirklich sinnvoll ist, ist mehr als fraglich."

Zunächst kritisiert der Verein, dass so genannte Listenhunde im Fokus stehen. "Der Rassetyp bedeutet nicht automatisch, dass ein Hund gefährlich ist. Wir sehen das gerade aktuell am Fall des Dackels, der ein kleines Kind gebissen hat", so Pluda (lesen Sie mehr dazu hier >>>). "Oft hat dies mehr mit dem Besitzer und seinem Mangel an Verantwortung für das Tier zu tun. Das Problem sitzt eigentlich immer am anderen Ende der Leine." Wesentlich sinnvoller wäre ein verpflichtender Hundeführschein für alle Hundehalter, nicht nur für die Halter von Listenhunden, so der Verein. In Einzelfällen könne immer eine Beißkorbpflicht verordnet werden.

Hundeführschein zur Aufklärung

Ebenso wichtig sei es, auf Aufklärungskampagnen und Schulungen zum Thema "Umgang mit dem Hund im öffentlichen Raum" zu setzen."Hier liegt das Problem. Die Bevölkerung weiß einfach zu wenig über Hunde, ihre Sprache, wie man sie richtig führt bzw. über das richtige Verhalten in der Öffentlichkeit. Darauf müssen wir unser Augenmerk legen", betont Pluda.

Strafen lösen das Problem nicht

Außer Frage stünde, dass Strafen einen "Abschreckungseffekt" haben, das Ziel solle aber sein, "dass sich die Besitzer mit dem Tier auseinandersetzen und es einschätzen können. Die wirklich sehr hohen Strafen, die die Stadt Wien nun verhängen wird, werden bestimmt abschrecken, aber das Problem nicht lösen."

Manches beurteilt "Vier Pfoten" auch positiv, allen voran, dass die Prüfung zum verpflichtenden Hundeführschein für Listenhunde-Besitzer verschärft und der Praxisteil ausgeweitet wird. Die Polizei bekommt außerdem bessere Möglichkeiten, die mangelnde Vertrauenswürdigkeit eines Tierhalters rascher festzustellen. "Bisher musste erst eine Strafe verhängt werden, um einschreiten zu können. Jetzt kann die Polizei viel rascher agieren und ein Tierhalteverbot verhängen – das kann in einzelnen Situation wirklich entscheidend sein", so Pluda.

Im Video: die Präsentation der neuen Maßnahmen:

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(red)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Andreas am 10.10.2018 14:52 Report Diesen Beitrag melden

    Hundehaltung verbessern statt Strafen

    Vollkommen richtig die Einwände. Mehr Auseinandersetzung mit den eigenen Hunden und Umgang lernen, Strafen machen keinen Sinn. Politisch oberflächliche Lösungen sind zu wenig. Selbst Hundebesitzer, Hund von klein an- knapp zwei Jahre regelmäßig trainiert. Heute gehorsam, verbreitet keine Angst und weiß was er darf und was nicht. Viele Spaziergänge, häufig in der freien Natur. Physische Anwesenheit des Besitzers in einem Ausmaß das hundegerecht ist, sozialer Kontakt und klare Strukturen. Ein Hund ist nichts zum spielen, ein echter Hundefreundlichkeit nimmt seine Verantwortung wahr.

  • Andreas am 10.10.2018 14:24 Report Diesen Beitrag melden

    Hundebesitzer müssen ihren Hund einfach nur artger

    Uns nun ist diese Sache für die Politiker wieder abgehakt. Es gibt unzählige Hundebesitzer die ihren Hund nicht ausrasten oder trainieren. Das und mehr sind die Gründe warum sie mitunter beißen. Es gibt auch unzählige Hundehalter, Die ihren Hund ohne Leine oder Maulkorb hinter sich oder vor sich herlaufen lassen. Das geht nicht. Wozu soll die Beißkorbpflicht jetzt für die Listenhunde gelten..? Das ist doch absurd und sich an di3 Gesetze halten.

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  • A.D am 10.10.2018 15:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bitte nachfragen!

    Liebe Heute Zeitung, Könntet Ihr mal nach fragen warum die Hunderasse Cane Corso nicht in der Listenhunde geführt wird? Diese Hunde sind weit überlegener als Pitbulls und der gleichen ! Hab mit einem zufällig auf der Straße gesprochen der ein Cane Corso besitzt und gassi war er lachte das System aus und meinte für erm brauch ich kein Hundeführschein ?????

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Die neuesten Leser-Kommentare

  • Robert am 11.10.2018 11:40 Report Diesen Beitrag melden

    Totes Kind

    Der Schritt ist Gold richtig! Ich mag keine Hunde und fürchte mich wenn ich so eine Killermaschine sehe! Ein Maulkorb beruhigt mich unheimlich! Und die Besitzer halten sich an nichts! Immer wieder renn ich solchen Hunden ohne Maulkorb und leine über den Weg! Ich habe zwei kleine Kinder und weiss wie es sich anfühlt wenn so ein 50 kg Vieh auf dich zu kommt Besitzer noch nicht zu sehen! Wie kommt ein Mensch dazu Angst zu bekommen aufgrund solcher Hundehalter! 3 mal und weck is er ist toll! Und der tote Bub hätte auch überlebt!

  • Tierfreund am 10.10.2018 16:28 Report Diesen Beitrag melden

    Unnöitge 4Pfoten Kommentare

    Die Vier Pfoten sollten sich zurückhalten - wenn die Hundehalter aufhören zu spenden dann wirds aber mager. Die Entscheidung der Stadt war weise - hundertprozentig ist keine Maßnahme - wir verbieten auch nicht alle Autos in Wien .... Eine Generalbestrafung aller Hunde mit Maulkorb wäre ein Skandal gewesen. Aufklärung ist wichtig - die Dackelgeschichte wäre nicht passiert wenn die Eltern auf ihr Kind geachtet hätten ... nicht immer liegt die Schuld am Tier oder Hundehalter ...

  • WauWau am 10.10.2018 15:57 Report Diesen Beitrag melden

    und wieso sollen die

    "sehr hohen Strafen" das Problem nicht lösen? Weil sie nicht exekutiert werden? Genau da liegt der Hund begraben. Man muß die Vorschriften beinhart und kompromisslos durchsetzen, dann wird auch der lustigste Hundehalter das aktzeptieren.

  • Klaus Bern am 10.10.2018 15:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Problem

    Das Grundproblem ist die Hundehaltung an sich.

    • Josch am 10.10.2018 16:31 Report Diesen Beitrag melden

      Tierhasser und andere Problemfälle

      @Klaus Bern - das Grundproblem ist ihre Einstellung. Sie mögen keine Hunde - das ist ihr Problem - deshalb wird niemand die Hundehaltung einstellen. Und das ist auch gut so ...

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  • A.D am 10.10.2018 15:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bitte nachfragen!

    Liebe Heute Zeitung, Könntet Ihr mal nach fragen warum die Hunderasse Cane Corso nicht in der Listenhunde geführt wird? Diese Hunde sind weit überlegener als Pitbulls und der gleichen ! Hab mit einem zufällig auf der Straße gesprochen der ein Cane Corso besitzt und gassi war er lachte das System aus und meinte für erm brauch ich kein Hundeführschein ?????

    • Ss am 10.10.2018 20:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @A.D

      Dasselbe habe ich mich bei der Rasse Dobermann gefragt. Diese Rasse sollte auf jeden Fall auf der Liste stehen.

    • Mario am 11.10.2018 08:48 Report Diesen Beitrag melden

      Weil es Experten so entscheiden.

      das gleiche gilt für herdenschutzhunde auch

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