Alarmierend

19. Juni 2017 11:42; Akt: 19.06.2017 14:25 Print

Jedes zweite Kind kann nicht schwimmen!

Selbst die verpflichtenden Schulschwimmkurse verbessern die Quote nur minimal. Laut Expertin Elisabeth Kellner besteht starker Nachholbedarf.

Kinder im Bad (Bild: keine Quellenangabe)

Kinder im Bad (Bild: keine Quellenangabe)

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Wie jedes Jahr müssen Schüler der dritten Volksschulklasse zum verpflichtenden Schwimmkurs antreten. Ein Pflichtkurs, den es so österreichweit nur in Wien gibt. 16.000 waren es im vorigen Schuljahr. Vor dem Kurs stellte man fest, dass nur 8.000 von ihnen als Schwimmer durchgehen. Die Zahlen nach dem Kurs fallen ebenfalls nicht positiv aus: 30 Prozent können sich nach dem Kurs nach wie vor nicht sicher über Wasser halten. Das ist eine besorgniserregende Zahl, wenn man bedenkt, wie Kleinkinder ertrinken: Lautlos. Sie schreien nicht um Hilfe wie Erwachsene es tun würden. Sie gehen einfach unter, warnen Experten.

Umfrage
Wann sollten Kinder schwimmen lernen?
89 %
8 %
1 %
2 %
Insgesamt 814 Teilnehmer

In einem Interview mit wien.ORF.at erklärt Elisabeth Kellner, Koordinatorin für Schulschwimmkurse beim Wiener Stadtschulrat, was einen Nichtschwimmer ausmacht: Kinder, die keine 15 Meter problemlos frei schwimmen können, werden als solche eingestuft. Die Kinder von heute könnten mit Schwimmen wenig anfangen. Die bedauerliche Entwicklung hätte aber, laut der Expertin, kaum etwas mit mangelndem Interesse der Kinder zu tun. Die Eltern seien oftmals zu beschäftigt und hätten kaum Zeit. Wenn die Familie ins Freibad geht, dann in Freizeitbäder, wo die Kinder den ganzen Tag auf Wasserrutschen verbringen oder im kniehohen Wasser rumtoben. Vor 20 Jahren war es selbstverständlich, dass sie von den Sprungbrettern ins Wasser gehüpft sind und mühelos zurück an den Beckenrand kamen, führt die Schwimmkurs-Kooridantorin weiter aus.

Nicht weiter verwunderlich also, dass der Nichtschwimmer-Anteil seit 1999 kontinuierlich ansteigt. Während sich bei der Datenerhebung vor 2000 nur 25 Prozent schwer taten, sich über Wasser zu halten, waren es 2006 schon 44 Prozent. Ein weitaus größeres Problem ist die Angst vor dem Wasser, sagt Kellner. Die "acht bis zehn Einheiten zu je 35 Minuten" bei den Pflichtkurs wären auch nicht genug, um den Kindern diese Angst zu nehmen.

(bai)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Gerlinde am 19.06.2017 12:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schwimmen

    Wir haben unserem Kind das Schwimmen selber beigebracht! Heute bleibt fast alles der Schule überlassen! Wo bleibt die Eigenverantwortung der Eltern? G

  • wolf198 am 19.06.2017 13:33 Report Diesen Beitrag melden

    Eltern - Kind Beziehung?

    Wenn wundert es! In Zeiten wo Eltern nur am Handy, I-Pad und PC und Fernseher hängen! Kinder nicht lesen, schreiben, zeichnen, nicht mit Schere uvm. umgehen können! Keine Gesellschaftsspiele kennen! In den Parks sich selbst überlassen sind! Eltern oft nicht mal anwesend sind! Bis 22:00 Uhr und oft auch weit darüber hinaus im Hof spielen obwohl am nächsten Tag Schule ist. Wem von solchen Rabeneltern interessiert daher ob Ihr Kind schwimmen kann!

  • Bertl Kral am 19.06.2017 13:10 Report Diesen Beitrag melden

    Die Eltern seien oftmals zu beschäftigt und hätten

    Das war bereits in den 60-70ern der Fall, da meine Mutter damals schon 3 Jobs machen musste ! Und dennoch lernte wir ausser Schwimmen, damals vieles mehr als heute, in den Schulen ! Schwimmen brachte ich mir mit ~10 selbst bei indem ich im Dianabad lange am Beckenrand anderen zusah, und dann langsam alles selbst probierte .... mit 14 machte ich dann den Rettungsschwimmer incl tauchen. Heute braucht man wohl für unsere Gäste die nix selber tun wollen, bald schon auch ein eigenes Ministerium für Wasser-Badeerziehung in dem auch die Badekleidung geregelt wird ?? Ich verstehs nicht !

Die neusten Leser-Kommentare

  • emmi31 am 19.06.2017 16:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Auch

    schwimmen-können ist wichtig genug !

  • Angel66 am 19.06.2017 16:26 Report Diesen Beitrag melden

    Eigenartig...

    Also mitteleuropäische Kinder sind mir im Urlaub noch nie als Nichtschwimmer aufgefallen!...und ich war schon in vielen Ländern ( und auch in allen 9 Bundesländern) auf Urlaub.

  • Peter am 19.06.2017 15:34 Report Diesen Beitrag melden

    Staatsbürgerschaft

    Wieviele von den Nicht-Schwimmern haben die öster. Staatsbürgerschaft ? Ich wette nicht viele !

  • Censorship am 19.06.2017 15:20 Report Diesen Beitrag melden

    Logische Konsequenz..

    Was erwartet man, wenn Eltern mit ihren Kindern nichts unternehmen, ausser in "ausländische Klubs" bis tief in die Nacht zu gehen, wenn Kinder nicht am Turnunterricht teilnehmen dürfen, weil, oh mein Gott da sind Knäblein und Mädlein zusammen... Ist wohl ein Resultat, der eingeforderten und durchgezogenen "Toleranz" gegenüber anderen "Lebensweisen"... Wobei es irelebvant ist, ob das nun ausländische, oder inländische Asoziale sind, die ihre Kinder nicht erziehen...

  • wolf198 am 19.06.2017 13:33 Report Diesen Beitrag melden

    Eltern - Kind Beziehung?

    Wenn wundert es! In Zeiten wo Eltern nur am Handy, I-Pad und PC und Fernseher hängen! Kinder nicht lesen, schreiben, zeichnen, nicht mit Schere uvm. umgehen können! Keine Gesellschaftsspiele kennen! In den Parks sich selbst überlassen sind! Eltern oft nicht mal anwesend sind! Bis 22:00 Uhr und oft auch weit darüber hinaus im Hof spielen obwohl am nächsten Tag Schule ist. Wem von solchen Rabeneltern interessiert daher ob Ihr Kind schwimmen kann!

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