Absage an Bieter-Konsortium

28. August 2018 14:40; Akt: 28.08.2018 17:31 Print

KH Nord: Hesoun erstaunt über Verhandlungs-Aus

Überrascht über die Absage der Stadt an das Bieterkonsortiums von Porr, Siemens und Vamed gab sich am Dienstag Wolfgang Hesoun vor der U-Kommission.

Zeuge im Krankenhaus Nord: Ex-Porr-Chef Wolfgang Hesoun gab sich von Verhandlungs-Aus mit der Stadt überrascht. (Bild: Sabine Hertel)

Zeuge im Krankenhaus Nord: Ex-Porr-Chef Wolfgang Hesoun gab sich von Verhandlungs-Aus mit der Stadt überrascht. (Bild: Sabine Hertel)

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Knalleffekt in der U-Kommission zum Krankenhaus Nord: Zeuge Wolfgang Hesoun, ehemaliger Porr-Chef und jetziger Siemens-Generaldirektor, gab an, vom Verhandlungs-Abbruch durch die Stadt überrascht worden zu sein. Hintergrund: Das Bieterkonsortium um Porr, Siemens und Vamed hatte drei Jahre lang mit der Stadt Wien verhandelt. Es hatte so ausgesehen, als würde die Porr das Krankenhaus Nord miterrichten. Als früherer Porr-Chef war Hesoun Teil des Konsortiums. Nachdem es lange so gewirkt hatte, als würde das Konsortium das KH Nord errichten, ließ die Stadt die Gespräche 2010 platzen – und entschied, das Spital in Floridsdorf selbst zu errichten.

ÖVP: "SPÖ-System in Erklärungsnot"

Der Abbruch der Verhandlungen sei "rechtens"gewesen. "Mit so etwas muss man sich im Geschäftsleben auch abfinden", so Hesoun laut wien.orf.at. Die ÖVP sieht das "SPÖ-System in Erklärungsnot". Der ehemalige Porr-Generaldirektor und jetzige Siemens-Generaldirektor Wolfgang Hesoun habe angegeben, dass das Bieterkonsortium das Krankenhaus Nord um 825 Millionen Euro errichtet hätte. Unter der Voraussetzung keiner Umplanungen und der Einhaltung des Zeithorizonts wäre laut ÖVP eine Inbetriebnahme bereits 2015 möglich gewesen.

Wolfgang Hesoun habe die Freude über den Verhandlungsabbruch mit der Stadt Wien als "überschaubar" genannt, so die ÖVP. Aufklärungsbedürftig sei auch, warum das Vorkaufsrecht am ÖBB-Grundstück vom Konsortium an den KAV abgetreten wurde. "Stadtrat Hacker hat Maximalkosten von 1,34 Milliarden Euro ausgegeben. Die Aussagen von Hesoun bringen das SPÖ-System jetzt in Erklärungsnot. Die jetzige Kostenexplosion muss nämlich von allen Steuerzahlerinnen und Steuerzahlern gezahlt werden", hält ÖVP-Gesundheitssprecherin Ingrid Korosec fest. Bürgermeister Michael Ludwig sei nun gefordert, alle von der Opposition geforderten Unterlagen zu veröffentlichen, "die Aufklärung nicht länger zu blockieren und eine Erklärung zur heutigen Zeugenaussage abzugeben", so Korosec.

FPÖ: "Kostenexplosion auf fast das Doppelte"

Auch die FPÖ übt scharfe Kritik. "Wie der KAV und die rot-grüne Stadtregierung die Kostenexplosion auf fast das Doppelte und den in den Sternen stehenden Eröffnungstermin jetzt rechtfertigen wollen, wird spannend", so der FPÖ-Gesundheitssprecher Wolfgang Seidl. Kritische Stimmen im Vorfeld seien "überhört" worden, der KAV habe "unbedingt selbst Baumeister spielen wollen", so Seidl.

FPÖ: "Rathaus-Besenkammerl unerträglich"

Von Seite der FPÖ kommt auch Kritik am Austragunsort der U-Kommission. Das "Rathaus-Besenkammerl" sei "schlicht und einfach ein Witz", so FPÖ-Gesundheitssprecher Seidl. Dem Ausschuss seien Räumlichkeiten zugewiesen worden, die offenbar den Willen der rot-grünen Bauspezialisten zur Aufklärung der unzähligen Skandale widerspiegeln.

"Neben uns ist eine Baustelle, die so laut ist, dass man als UK-Teilnehmer glaubt, man sitzt selber auf der Baustelle des KH-Nord. Deswegen müssen die Fenster geschlossen bleiben – die Hitze drinnen ist unerträglich", berichtet Seidl. Die FPÖ vermutet, dass unter diesen Bedingungen die Aufklärungsarbeit bewusst erschwert werden soll.

FPÖ für Livestream bei U-Kommission

"Man kann uns nicht erklären, dass es im gesamten Wiener Rathaus keinen geeigneteren Ort gebe", so Seidl, der sich auch fragt, warum es ausgerechnet bei diesem wichtigen Instrument der Transparenz zudem weder Livestream noch Gehörlosenübersetzung angeboten wird. "Transparente Aufklärung sieht anders aus", so Seidl.

KH-Nord-Architekt Wimmer: "Habe mehr als genau gearbeitet"

"Ich habe mehr als genau gearbeitet", beteuerte KH-Nord-Architekt Albert Wimmer laut APA, dass er selbst keinerlei Fehler in der Detailplanung gemacht habe. Der Zeuge kritisierte in der U-Kommission, es habe "keinen Fertigstellungsdruck" gegeben, sprach von Auftragslücken. Schuld an höheren Kosten und Verzögerungen sei das Fehlen eines Generalplaners. Das zeige "das Management-Versagen des KAV", so VP-Mandatarin Ingrid Korosec.

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(mag)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Francis Lane am 28.08.2018 15:01 Report Diesen Beitrag melden

    Vitamin B

    tja, da wird dem konsortium wohl das Vitamin B ausgegangen sein.... bzw. wird ein anderer ein paar Körberl mehr davon gehabt haben....

  • Habakuk am 28.08.2018 16:54 Report Diesen Beitrag melden

    Verstehe ich nicht

    Zuerst "schmeist" die Stadtverwaltung Siemens aus dem rennen und dann wird Siemens trotzdem der Arbeitgeber, pardon, Gehaltszahler der Wehsely.

    einklappen einklappen
  • Jack Bauer am 28.08.2018 22:05 Report Diesen Beitrag melden

    Wien ist verloren

    Würde rotgrün nicht soviele Kopftüchln einwienern und diese Bagage einmal abgewählt würde jeder SPÖ- und Grünpolitiker der letzten 15 Jahre eingesperrt werden wenn da alles herauskommt.

Die neuesten Leser-Kommentare

  • Friedrich am 29.08.2018 05:05 Report Diesen Beitrag melden

    der dumme August ist der Steuerzahler

    so viele gescheite Experten und Studierte in dem Land u. so viel Wissen vorhanden wie nie zuvor u. dann ist man nicht in der Lage Kosten richtig einschätzen zu können. Sind ja nur ein paar hundert Millionen EURO mehr die der Steuerzahler u. Eigentümer zahlen kann....

  • Jack Bauer am 28.08.2018 22:05 Report Diesen Beitrag melden

    Wien ist verloren

    Würde rotgrün nicht soviele Kopftüchln einwienern und diese Bagage einmal abgewählt würde jeder SPÖ- und Grünpolitiker der letzten 15 Jahre eingesperrt werden wenn da alles herauskommt.

  • Habakuk am 28.08.2018 16:54 Report Diesen Beitrag melden

    Verstehe ich nicht

    Zuerst "schmeist" die Stadtverwaltung Siemens aus dem rennen und dann wird Siemens trotzdem der Arbeitgeber, pardon, Gehaltszahler der Wehsely.

    • Fragefix am 28.08.2018 19:06 Report Diesen Beitrag melden

      Sub

      Ist dann ein Gewerk, also ein Subunternehmer. Da kann man besser verschleiern oder wem snderen die Schuld geben...

    • Pferdetaxi am 28.08.2018 21:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Habakuk

      Die teuren Gerätschaften (Health Care) kommen schon von Siemens .... und Wehsely kam genau dort hin, zu Siemens. Frage ist nur: vor/während/nach den Verhandlungen. Es sieht fast so aus, als ob ein gutdotierter Job der Bonus war ... aber das Thema hat die SPÖ genauso wie 1000 andere Themen unter den Teppich gekehrt!

    einklappen einklappen
  • Francis Lane am 28.08.2018 15:01 Report Diesen Beitrag melden

    Vitamin B

    tja, da wird dem konsortium wohl das Vitamin B ausgegangen sein.... bzw. wird ein anderer ein paar Körberl mehr davon gehabt haben....