Gegen Hundekot und Tschick

07. März 2018 05:55; Akt: 06.03.2018 17:05 Print

MA 48: Neue Kampagne für ein sauberes Wien

von Louis Kraft - Passend zu Frühlingsbeginn startet die Stadt eine neue Kampagne. Wie gewohnt werden die Wiener mit einem Augenzwinkern zu mehr Reinlichkeit "ermahnt".

(c) MA48 (Bild: zVg)

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Mit einer Prise Humor erinnert die neue Kampagne die Wiener daran, wie einfach sie zu einer sauberen Stadt beitragen können. Mit der heurigen Sauberkeitsoffensive der MA 48 nimmt die Stadt Wien vor allem Hundekot und weggeworfene Zigaretten ins Visier.

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"Wien zeigt sich auch in Sachen Sauberkeit von seiner schönsten Seite. Dies ist international bekannt und das soll auch so bleiben. Daher erinnern wir am Ende des Winters auch heuer wieder mit Augenzwinkern an die Sauberkeitsspielregeln und daran, dass die WasteWatcher Verfehlungen strafen", betont Umweltstadträtin Ulli Sima (SPÖ).

"… oder einfach so"

Mit Slogans wie "Hundeklo oder einfacher so" und "Aschenbecher to go oder einfacher so" will die Stadt die Verschmutzung durch Hundekot oder Zigaretten in Erinnerung rufen und Bewusstsein dafür schaffen, wie leicht dies zu vermeiden ist.

Die witzigen und vor allem auffallenden Sujets sind bald auf den Eigenflächen der MA 48 wie etwa auf den Müllautos oder auf den Mistplätzen und in diversen anderen Kommunikationskanälen zu sehen. "Wir ahnden alle Sauberkeitsverfehlungen seit 10 Jahren und das mit großem Erfolg, denn der Großteil der Wienerinnen und Wiener hält sich an die Spielregeln. Die letzten Uneinsichtigen wollen wir mit jährlichen Offensiven erreichen", so Sima.

Wienweit über 3.500 Hundekotsackerlspender

Verstreut über das Wiener Stadtgebiet stehen derzeit 3.536 Hundekotsackerlspender zur Verfügung, bei denen Hundehalter rund um die Uhr die Gratissackerln entnehmen können. Nach dem Motto "Wenn muss, dann muss" können die Vierbeiner ihr Geschäft dann ganz einfach dort verrichten, wo es gerade nötig ist. Einzige Voraussetzung ist, dass die gefüllten Sackerln dann auch wieder richtig entsorgt werden, ansonsten droht eine Strafe durch die WasteWatcher von 50 € bei einer Organstrafe, in Falle von Anzeigen wird es deutlich teurer.

Für den Großteil der Hundebesitzer sei es mittlerweilen eine Selbstverständlichkeit, Hundekot wegzuräumen, heißt es seitens der Stadt. So finden sich täglich rund 100.000 mit "eindeutigem Inhalt" gefüllte Hundekotsackerl in Wiens öffentlichen Mistkübeln und Restmüllbehältern auf den privaten Liegenschaften.

Jährlich landen rund 36 Millionen Sackerl mit Hundekot in den Wiener öffentlichen Mistkübeln und Restmülltonnen. Auch in den Parks und auf den öffentlichen Straßen stehen insgesamt über 25.000 Papierkörbe für die Entsorgung des Hundekots bereit.

Bei der Stadt freut sich über die gute Annahme der Gratis-Sackerln durch die Hundehalter. Bei 55.600 gemeldeten Hunden in Wien sei dies eine echte Erfolgsgeschichte.


(Quelle: MA48)

Aschenbecher to go oder einfach so

Auch für die Entsorgung der Zigarettenstummel bietet Wien Möglichkeiten, die in den letzten Jahren laufend ausgeweitet wurden. Mittlerweile gebe es über 19.700 Papierkorb/Ascher- Kombinationen und 2.100 freistehende Aschenrohre, die immer besser angenommen werden.

Landeten im Jahr 2009 nur etwa 6,6 Millionen Zigaretten in den Aschenbechern, so waren dies 2017 schon über 123 Millionen. Das spricht weniger für den gestiegenen Anteil an Rauchern als für die gehobene "Entsorgungsmoral". Seit 2009 hat sich die Anzahl an ordnungsgemäß entsorgten Zigarettenstummeln auf 2017 um den Faktor 18 erhöht.


(Quelle: MA48)

Illegal entsorgte Abfälle nehmen ab

Eine erfreuliche Entwicklung sieht die Stadt Wien auch in Sachen illegal abgelagerten Sperrmülls und sonstiger Ablagerungen. In den letzten zehn Jahren nahmen die Verunreinigungen in diesem Bereich gleich um rund 58 Prozent ab. Anders gesagt, sank die Zahl von etwa 103.000 Kubikmeter im Jahr 2007 auf 43.000 Kubikmeter im Jahr 2017. Die Anzahl der auf Gehsteigen, in Grünflächen abgestellten Kühlgeräte wurde von 2007 auf 2017 sogar um 60 Prozent reduziert.

Für die legale und kostenlose Entsorgung von Sperrmüll stehen ebenfalls die Wiener Mistplätze zur Verfügung. 2014 startete die MA 48 mit der Modernisierung der Mistplätze, mittlerweile sind bereits sechs Mistplätze fertig umgebaut, der Mistplatz Stammersdorf wird heuer adaptiert.

Auf den Wiener Mistplätzen können auch Kühlgeräte und alle anderen Elektrogeräte gratis abgegeben werden. Zudem nimmt auch der Handel beim Kauf eines entsprechenden Neugeräts die alten Geräte mit. Noch funktionstüchtige Elektrogeräte können in der Tandler-Box auf den Mistplätzen zur Weiterverwendung abgegeben werden.

"In Wien gibt es keine Ausreden"

Angesichts des Angebots an legalen Entsorgungsmöglichkeiten steht für Sima fest: "Es gibt in unserer Stadt wirklich keine Ausreden. Mit über 19.700 öffentlichen Papierkörben mit integriertem Aschenbecher allein bei der MA 48, über 446.000 Restmüll- und Altstoffbehältern findet wohl jeder eine Möglichkeit, Tschick, Hundekotsackerl oder Flaschen und Dosen zu entsorgen. Für Elektrogeräte Sperrmüll und Co. bieten die Wiener Mistpätze ein bequemes Service, um auch diese Abfälle kostengünstig einer umweltgerechten Entsorgung zukommen zu lassen".

Die Wiener Mistplätze haben von Montag bis Samstag von 7 bis 18 Uhr geöffnet. Der Mistplatz in der Percostraße (Donaustadt) hat sogar am Sonntag geöffnet.

10 Jahre WasteWatcher

Ein genaues Auge auf die Sauberkeit in Wien haben seit zehn Jahren die WasteWatcher. Von Februar 2008 bis Dezember 2017 tätigten die Mitarbeiter rund 64.000 Amtshandlungen in Sachen Sauberkeit.

Aktuell sind in Wien 50 hauptberufliche WasteWatcher in Sachen "Sauberes Wien" im Einsatz, rund 400 Mitarbeiter bei MA 48 und bei den Wiener Stadtgärtnern üben ihre Kontrolltätigkeit im Rahmen ihrer anderen Aufgaben aus. Sie sind sowohl in Zweier-Teams als auch alleine unterwegs, meist in zivil.

Ein Organmandat kostet 50 Euro, bei Anzeigen wird es mit einem Strafausmaß von bis zu 2.000 Euro deutlich teuer. "Die Gelder kommen ausschließlich weiteren Sauberkeitsmaßnahmen zu Gute – aber jeder kann sich die Strafen ersparen, indem er sich an die Sauberkeitsspielregeln hält ", so Sima.


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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • WolfgangHeute am 07.03.2018 07:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sauberes Wien?

    Bei den Wiesen in unserer Wohngegend findet man die Hundstrümmerln nicht mehr zwischen den Papierln, aus den Fenstern geworfenen Mistsackerln, Lebensmitteln und Zigarettenresten. Dazwischen liegen die zertretenen Getränkedosen und die Hundstrümmerln werden durch den Mist aus den aufgetretenen grünen Mistkübeln den die Raben verteilen zugedeckt.

  • horst am 07.03.2018 07:25 Report Diesen Beitrag melden

    Sacki

    Was nutzen die "Sacki fürs Gacki" wenn die lieben Hundebesitzer zwar die Trümmerl damit wegputzen, aber die vollen Sackerl dann erst wieder irgendwo - meist gleich vor Ort und nicht in einem Mistkübel - entsorgen?

  • Dr. Frankenstein am 07.03.2018 09:39 Report Diesen Beitrag melden

    Verbesserungswürdig..

    Am witzigsten find ich die Tschikvasen am Mülleimer. Die werden sozusagen nie ausgeräumt und wenns dann bis oben voll sind und das ganze dann mal zum glosen anfängt stinkts meilenweit nach verbranntem Filter.

Die neuesten Leser-Kommentare

  • Heizer am 07.03.2018 22:35 Report Diesen Beitrag melden

    Nikotin

    Also dem Raucher schmecken die Tschick net wirklich.

  • Mela ich am 07.03.2018 20:07 Report Diesen Beitrag melden

    Igitt

    Bei uns in Bruck an der Leitha gibt es angeblich dog watcher im Park, die haben doch glatt die Hundehaufen vor der Rutsche und im Sandkasten und dessen Verursacher nicht gesehen. Und der Park ist nicht gross. Aber bitte man geht ja gern mit Kot auf Schuhen heim und Putz sie freudig.

  • Free am 07.03.2018 14:16 Report Diesen Beitrag melden

    MA 48: Neue Kampagne

    Es ist eine Frechheit , dass das mit der MA 48: Neue Kampagne eine Verschwendung - von Steuergelder (Subventionen) ist. Genaus ein Statement abzugeben Wien Luftgüte ist top bzw. entspricht nicht der Wahrheit. Alleine durch Streusplitt in den Straßen, Gassen, Gehsteigen und Hofanlagen in den Wohnhäusern im Winter. Auch die CO2 Emissionen (Treihausgasausstoß) ist angestiegen. Wir können nicht einmal die Kyoto-Ziele bis 2020 umsetzten. Diese Umweltstadträtin Ulli Sima gehört angezeigt!

    • olga.chraska am 07.03.2018 20:01 Report Diesen Beitrag melden

      Streusplitt

      Streusplitt ist für Tierpfoten und Menschenfüße und Schuhe gesund und gut??? Muß das ja Wochen herumliegen. Ist kein Verbrechen gegen das Wiener Reinhaltegesetz?? Stimmt da so manches nicht. Schon von Reinlichkeitsmanie gehört. Ist eine angeborene Neurose. Vielleicht sogar schon schizoid. Auf der einen Seite jedem Zigarettenstummel und Futterkörnchen nachlaufen und auf der anderen Seite???????????????

    einklappen einklappen
  • Jennifer am 07.03.2018 10:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    unhygienisch

    die sollten lieber eine Kampagne gegen das spucken auf der Straße machen ehrlich man kann keine zwei Schritte machen ohne einen Ausländer zu sehen der auf die Straße spuckt

    • olga.chraska am 07.03.2018 19:54 Report Diesen Beitrag melden

      Sauberes Wien

      Ja, stimmt.. Wie schön, daß man Hunden und Tauben das Gacken verbietet, ja kein Essen für die Tauben, sonst gacken die vielleicht irgendwohin. Tierliebe und Verständnis? Was ist denn das? Wir in Wien lieben das Stadtreinhaltegesetz, Vogelfutter ist Mist, Hundegack eine Frechheit . Dagegen lieben wir Wildpinkeln überall hin. Vorallem bei Mistcontainer, Hausecken, Hauseingängen usw. Ist ja viel schöner als Tiergack und Tierfutter. Ist ja das unhygienisch. Menschenexkrete , vorallem Harn riecht manchen wahrscheinlich so gut. Das verbieten, Mobiclos aufstellen? Warum? Es lebe das Wildpinkeln

    einklappen einklappen
  • fireone am 07.03.2018 10:31 Report Diesen Beitrag melden

    Ich war voriges Jahr in Rußland,

    in St. Petersburg, Moskau und anderen Orten. Mir ist dort aufgefallen, die Strassen sind sauber, dort liegt kein Mist herum. Obwohl weniger Mistkübel vorhanden sind. Es sind nicht nur unsere Ausländer, die die Straße verschmutzen. Es sind auch sehr wohl etliche autochthone Österreicher dabei. Schad ums Geld für die Plakate, die werden auch nichts verbessern.