In Wien, NÖ und OÖ aktiv

27. September 2017 10:33; Akt: 27.09.2017 11:30 Print

Mafia-Netzwerk am Bau: Millionen-Betrug entdeckt

Das Firmengeflecht diente nur dazu, Steuern und Abgaben zu hinterziehen und Gläubiger zu betrügen. Der Schaden beträgt über 55 Millionen Euro.

24 Hausdurchsuchungen fanden in Wien, NÖ und Oberösterreich statt (Symbolbild).  (Bild: picturedesk.com)

24 Hausdurchsuchungen fanden in Wien, NÖ und Oberösterreich statt (Symbolbild). (Bild: picturedesk.com)

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Drei Jahre lang heftete sich die Kripo an die Fersen eines professionellen Betrugs-Netzwerks am Bau. Mafiöse Firmen sollen in betrügerischer Absicht Steuern und Abgaben hinterzogen, sowie Gläubiger geschädigt haben. Die Verdächtigen stammen vorwiegend aus dem ehemaligen Jugoslawien.

Die Kriminellen beschäftigten mehr als 755 Arbeitnehmer in einem internationalen Netzwerk aus mehr als 30 Scheinfirmen. Durch illegale Preisabsprachen, Steuerhinterziehung sowie Hinterziehung von Sozialabgaben beläuft sich die vorläufige Schadenshöhe laut Polizei auf mehr als 55 Millionen Euro.

Geld über Scheinfirmen verschoben
Arbeiter aus Billiglohnländern wie Bulgarien, Rumänien, Tschechien, Ungarn und der Slowakei wurden bei inländischen Scheinfirmen gemeldet. Die An-bzw. Ummeldung der Beschäftigten, sowie die Auftragsvergabe und die Rechnungsabwicklung erfolgte über Mittelsmänner in Österreich. Die Rechnungsgelder wurden auf ausländische Konten überwiesen, dort allerdings von den Betrügern abgehoben und teils wieder in Form von Bargeld nach Österreich rückübermittelt ("Kickback-Zahlungen"). Die Ermittlungen ergaben zudem, dass die Arbeiter in den Entsendestaaten nicht sozialversichert waren bzw. gefälschte Dokumente vorlegten.

Beschäftigte mussten auf Baustellen schlafen
Die Arbeiter im Alter zwischen 20 und 60 Jahren lebten zum Großteil ganzjährig in Wien. Gegen sehr geringen Lohn arbeiteten die Männer auf diversen Baustellen und wohnten unter menschenunwürdigen Umständen in Massenquartieren oder direkt auf den Baustellen.

19 Hausdurchsuchungen allein in Wien
Am 26. September erfolgten nun insgesamt 24 Hausdurchsuchungen, 19 davon in Wien, der Rest in Nieder- und Oberösterreich. Sechs Verdächtige wurden festgenommen, zahlreiche Geschäftsunterlagen, Datenträger und Bargeld wurden sichergestellt.

Rund 100 Beamte des Landeskriminalamtes Wien und zahlreiche Mitarbeiter der Finanzpolizei waren im Einsatz. Weitere Einvernahmen sowie die Sichtung der Daten und Unterlagen erfolgen in den nächsten Wochen.

(pet)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Michi am 27.09.2017 11:46 Report Diesen Beitrag melden

    Politische Aufsicht

    Unter welcher sozialen / politischen Aufsicht ist das passiert?

  • Erich am 27.09.2017 11:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wir haben es immer gewusst

    Darum der Pfusch an vielen Neubauten.

  • Österreicher am 27.09.2017 13:58 Report Diesen Beitrag melden

    Grenzenlose Geschäfte

    sind eine Chance für uns alle; die Globalisierung sei nicht aufzuhalten; man benötigt Facharbeiter aus dem Ausland; Stellenmarkt für Asylwerber öffnen Das sind die Slogans einer SPÖVP-Regierung. Vor solchen Maßnahmen warnte die FPÖ und wurde dafür ins 'rechte Eck' geschoben und als ausländerfeindlich abgetan. Heute sehen wir die Folgen einer völlig verfhelten Arbeitsmarktpolitik. 55 Millionen Euro. Damit könnten wir die Ausbildung unseren Kinder fördern. Aber stattdessen setzt man auf Ausländer.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Adrian am 29.09.2017 15:25 Report Diesen Beitrag melden

    Gross Firmen

    Die Großen Firmen sind daran schuld, Leute auf der Baustelle schlafen da sind die großfirmen mit in Geschäft weil denen interessiert nur billig billig.

  • Engelbert Pichl. am 28.09.2017 17:08 Report Diesen Beitrag melden

    Aufgedeckt

    Wahnsinn , habe vorhin erfahren um welche Firma es geht . Ist nicht gerade unbekannt und hat(te) massig Aufträge in Wien , Nö und dem Burgenland . Bin gespannt wer da jetzt alles mitgerissen wird . Das wird größere Kreise ziehen .

  • Hans am 27.09.2017 17:27 Report Diesen Beitrag melden

    Wenn man nur wollte könnte man

    Ich wüsste, wie man solcherart Korruption sofort beenden könnte: Einfach 5 Prozent der Schadenssumme als Belohnung für den Anzeiger aussetzen, wenn an einer solchen Sache was dran ist. Überall in Österreich in den einschlägigen Sprachen plakatieren. Binnen weniger Wochen hat sich das Problem erledigt. Es gibt nämlich sehr viele arme Angestellte, die hier Mitwisser sind.

  • Jemek am 27.09.2017 15:23 Report Diesen Beitrag melden

    ganz kleine Spitze vom Eisberg.....

    was glaubt ihr wie es noch zugeht in der mafiösen Baubranche, das kannst ja nicht alles kontrollieren, wenn ich zum Spaß mit meiner alten uniformähnlichen Montour bei Baustellen vorbei gehe, schaun die meisten und einige fangen sogar zum Laufen an, ha..ha..ha..

    • Tour de Autriche am 28.09.2017 17:03 Report Diesen Beitrag melden

      Tour in der Mont(o)ur

      Machen sie eine Tour in ihrer "Montour" ?

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  • Johann am 27.09.2017 14:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wundert mich nicht!

    Bei fast jeder Baustelle stehen die Kombis und Kleinbusse mit SK HU CZ usw. Deutsch wird auf einer Baustelle schon länger nicht mehr gesprochen. Bei unserem Hochhaus wurde eine neue Fassade aufgebracht und die Fenster getauscht. mit der Fensterfirma hat man reden können. Mit der Baufirma kein Wort. Nur Einer der Arbeiter hat übersetzt und konnte sich gebrochen mit dem Polier unterhalten.

    • Polier am 27.09.2017 19:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Johann

      Schön ausgedrückt aber wer soll noch auf der Baustelle arbeiten? Österreicher sicher nicht,.....

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