Drama um Kind

12. Januar 2018 05:00; Akt: 12.01.2018 06:13 Print

Diplomat: Sex-Spielzeug wird auf DNA untersucht

von Clemens Oistric - Die verworrene Tragödie um eine Diplomaten-Familie könnte nun durch einen Gen-Test geklärt werden: Die Polizei stellte einen Dildo sicher.

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Hat ein ehemals schillernder Staatsdiener seine eigene Enkeltochter (4) missbraucht und dadurch ein erschütterndes Familiendrama ausgelöst? Diese Frage beschäftigt seit Tagen das Land.

In einem von der Mutter gedrehten "Belastungsvideo" bestätigt die Kleine auf die explizite Frage der Mama "Zauberspiele" mit einem ominösen Stab des Opas. Wie "Heute" erfuhr, stellten Ermittler Sexspielzeug in der Wohnung des Diplomaten sicher – nachdem sie die 24-minütige Aufnahme gesehen hatten.

Anwalt bestätigt Sicherstellung

Rudolf Mayer, der renommierte Anwalt des Verdächtigen, bestätigte dies gestern auf Anfrage: "Ja, die Polizei hat einen Dildo mitgenommen, der war aber auch gar nicht versteckt. Darüber hinaus haben die Ermittler einen Holznudelwalker und eine Mont-Blanc-Füllfeder sichergestellt." Der Verteidiger des Diplomaten beantragte nun eine Untersuchung dieser Gegenstände auf DNA-Spuren, denn: "Mein Mandant kann das nicht nachvollziehen und bestreitet die Vorwüfe. Das Kind ist völlig unverletzt."

In einem zehnseitigen Protokoll beschreibt das Mädchen den Zauberstab seines Opas als "aus Holz, blau – und es war ein Kasperl drauf". Das magische Teil könne "Einhörner zaubern", "alles aufsaugen" und brauche "100 Batterien". Der aufgefundene Dildo soll jedoch rosa, nicht blau sein.

Karges Zimmer

Zu dem vermeintlichen Sex-Übergriff soll es am Christtag in einem spärlich mit Einzelbett, Röhrenferseher und Madonnenbild ausgestalteten Zimmer in der Wohnung des Diplomaten in der Wiener City gekommen sein.

Die Mutter – sie soll als Kind in den Fängen eines Kinderschänder-Rings gewesen sein – wollte dieses Trauma mit ihren Kindern im SMZ-Ost aufarbeiten. Dort soll sie in völliger Verzweiflung ihren Sohn mit einem Polster erstickt und dann versucht haben, sich umzubringen. Die mordverdächtige Stewardess sitzt nun wie ihr Schwiegervater in U-Haft. Für alle Beteiligten gilt die Unschuldsvermutung.

Lesen Sie die Chronologie der Ereignisse hier:

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