"Reif für die Insel"

08. Juni 2018 06:09; Akt: 08.06.2018 06:10 Print

Mobiler Schanigarten wandert durch Neubau

von Louis Kraft - Weil Sitzgelegenheiten im 7. Wiener Gemeindebezirk Mangelware sind, hatten die Unternehmer eine findige Idee: Sie schufen den mobilen Schanigarten, der alle 14 Tage den Standort wechselt.

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So toll Schanigärten auch sind, sie sind mit einigen Nachteilen verbunden: Zum einen kann die Genehmigung zuweilen mühsam und langwierig sein. Zum anderen sind Schanigarten mit verpflichtendem Konsum verbunden und die nehmen Parkplätze weg, die gerade in den innerstädtischen Bezirken wie Neubau ohnehin Mangelware sind.

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Unter dem Motto "Reif für die Insel" haben die kreativen Unternehmer der IG Kaufleute Westbahnstraße und IG Unternehmer an der Kaiserstraße mit ihren mobilen Schanigarten eine Lösung gefunden, die (fast) all diese Probleme löst. Seit Montag steht die neue Bezirksinsel vor dem Geschäft "Sehprojekt" in der Westbahnstraße 6. Bis Ende September tourt das Wohnzimmer im Freien dann durch den Bezirk.

Zwei Parkplätze machen temporär Platz für Insel

"Unsere 'Insel' nimmt zwar zwei Parkplätze weg, aber weil das klar auf zwei Wochen begrenzt ist, ist das für die Bewohner kein großes Problem. Die meisten freuen sich über den Schanigarten", erzählt Mitinitiatorin Gudrun Kirchert (48). Die leidenschaftliche Neubauerin bloggt auf im7ten.com regelmäßig Neuigkeiten aus dem Bezirk.

Die Idee sei bereits vor rund drei Jahren entstanden. "Wir hatten einen Zukunftsworkshop in der Bezirksvorstehung. Dabei äußerten viele Bewohner den Wunsch nach mehr Sitzgelegenheiten oder Orten, wo man einfach für eine Weile ausruhen kann", erinnert sich Kirchert.

Daraus sei der Schanigarten entstanden. Dass die Insel mobil sein und durch den Bezirk wandern könnte, damit möglichst viele Bewohner davon profitieren, sei die Idee von Katharine Franke (von Franke Leuchten, Anm.) gewesen. Physisch umgesetzt wurde die "Insel" durch Gudrun Kirchert und den Geschäftinhaber von "Wauwau Pfeffermühlen" Thomas Kreuz (47).

Die Gesamtkosten für das Projekt belaufen sich auf 10.000 Euro. Ein Teil davon kommt aus der Geschäftsgebietsförderung der Wirtschaftsagentur Wien, für den Rest kommt der Einkaufsstraßen-Verein Westbahnstraße auf.

Ausrangierte Baumulde als Wohnzimmer im Freien

Kreuz hat Design an der Universität für Angewandte Kunst studiert und steckte all sein Können in die Planung des Schanigartens. Grundelement ist eine ausrangierte Baumulde, von der ein Seitenteil entfernt wurde. Ein Tischler setzte die Pläne für die Sitzgelegenheiten um, die durch ihre runde Form sowohl bequem als auch kommunikationsfördernd wirkt. "Wir wollten in der Gestaltung von der kantigen Form des Funktionsgegenstandes Baumulde weg und hin zu weicheren und wohnlichen Formen. Schließlich soll der Schanigarten so etwas wie eine Wohnzimmer im Freien sein", erzählt Kreuz.

Die neue Insel ist 1,90 Meter breit und 5,40 Meter lang. Zur Gehsteigseite ist die Baumulde zur Gänze offen, zur Straßenseite Die Farbgestaltung orientiert sich an Naturtönen und lässt gemeinsam mit den gepflanzten Palmen Urlaubsstimmung aufkommen. Bewegt wird der Schanigarten mittels LKW, der die Insel an der Aufhängung an der Frontseite hochhebt und über zwei Metallwalzen, die am anderen Ende befestigt sind, nachzieht.


(Video: Gudrun Kirchert)

Insel für alle Bewohner ohne Konsumzwang

Der Schanigarten soll allen Bewohnern zur Verfügung stehen. Hier kann man auf seinen Wegen durch den Bezirk kurz verweilen, aber auch seine Mittagspause hier verbringen. "Wir wollten keinen klassischen Schanigarten mit Tischen nachbauen. Uns war wichtig, dass wir eine gemütliche Sitzgelegenheit ohne Konsumzwang schaffen, die niederschwellig ist und von allen Bewohnern und Passanten genutzt werden kann", betont Kreuz.

Paten umsorgen ihre Insel

Damit der Schanigarten nicht ungewollt zum wandernden Mistkübel wird, kümmern sich die Unternehmer als Paten um ihn. Zu den Aufgaben gehört es auch, die Pflanzen auf der "Insel" regelmäßig zu gießen, wie Kirchert erklärt.

Begeistert von der Idee zeigte sich auch der Neubauer Bezirksvorsteher Markus Reiter (Grüne), der sich am Montag nachmittag selbst ein Bild der Insel machte. "Dass unser Bezirk und seine Einkaufsstraßen so lebendig ist, ist auch Verdienst der engagierten Unternehmer. Der mobile Schanigarten bietet einen bequemen Ort für kurzweiliges Verweilen ohne Konsumzwang und ist ein neues Juwel im 7. Bezirk".

"Komm auf die Insel"

Der mobile Schanigarten macht noch bis 18. Juni 2018 Station vor dem "Sehprojekt" in der Westbahnstraße 6. Danach wandert er zur IG Fahrrad in der Westbahnstraße 29 weiter.

Hier eine Übersicht der Standorte:

- 4. Juni – 18. Juni, "Sehprojekt", Westbahnstraße 6
- 19. Juni – 3. Juli, "ig fahrrad", Westbahnstraße 28
- 4. Juli – 18. Juli, "Franke Leuchten", Westbahnstraße 5
- 19. Juli – 16. August, "WauWau Pfeffermühlen", Hermanngasse
13/Westbahnstraße 7
- 17. August – 31. August, "WaldundWiese", Neubaugasse 26
- 1. September – 16. September, "buntwäsche", Kaiserstraße 52
- 17. September – 30. September, Bezirksvorstehung Neubau,
Hermanngasse 24-26

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Anti Bobo am 08.06.2018 09:38 Report Diesen Beitrag melden

    Bobo Unsinn

    Schon wieder irgendso ein Bobo Schas, der den Bewohnern im 7. die Parkplätze raubt.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Anti Bobo am 08.06.2018 09:38 Report Diesen Beitrag melden

    Bobo Unsinn

    Schon wieder irgendso ein Bobo Schas, der den Bewohnern im 7. die Parkplätze raubt.