Zarema G. hat Verdacht

16. Mai 2018 05:58; Akt: 16.05.2018 08:24 Print

"Beim Tee fragte mich Mama des Täters aus"

von Clemens Oistric - Die Mama von Opfer Hadishat erzählt "Heute", dass die Mutter des später verhafteten Killers noch bei ihr war, um ihr ihr Beileid auszusprechen.

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Robert K. soll das Mädchen in der elterlichen Wohnung ermordet haben. Er will am Freitag eine "allgemeine Wut" verspürt haben: Hadishat war nach seinen Angaben einfach Ihr Tod schockte ganz Wien: Die erst sieben Jahre alte Hadishat wurde am Samstag (12. Mai) Ihre Leiche wurde am Samstag (12. Mai) in einer Wohnhausanlage in der Heiligenstädter Straße in einem Mistkübel entdeckt. Das Mädchen wurde Freitagabend als vermisst gemeldet, nachdem es beim Spielen am Nachmittag plötzlich verschwunden war. Fieberhaft suchten auch Freunde und Verwandte nach dem Kind: Auch auf Facebook wurde ein Suchaufruf gestartet. Wie die Polizei mitteilte, wurde daraufhin von der Polizei im Bereich der Wohnhausanlage und Umgebung eine Suchaktion gestartet. Im Zuge dieser Suchaktion machten Polizisten am Samstagmorgen schließlich die schreckliche Entdeckung. Gegen 8.30 Uhr fanden die Beamten den Leichnam des vermissten Mädchens. Die kleine Hadishat mit tschetschenischen Wurzeln wurde in Plastik gewickelt und ihre Leiche im Restmüll entsorgt. Laut Obduktion wurde das Mädchen durch einen Messerstich getötet. Noch am Samstag musste die Mutter ihre Siebenjährige identifizieren. Bei der Obduktion wurden keine Anzeichen auf ein Sexualdelikt festgestellt, so Polizeisprecherin Irina Steirer. "Ich weiß nicht, wie ich weiterleben soll", klagte die verzweifelte Mutter, Zarema G., "Welche Bestie hat mir das angetan? Denn ein Mensch, der nur etwas Herz hat, kann so etwas nicht machen. Sie war so ein liebes Mädchen - unser Sonnenschein." "Ich kann einfach nicht fassen, was passiert ist. Ich will nicht glauben, dass meine süße Hadishat nicht mehr bei der Tür hereinkommen wird." "Hadish hat niemandem etwas getan. Warum bringt jemand ein unschuldiges Kind um und entsorgt es wie ein Stück Abfall?", so Mama Zarema und äußert einen schrecklichen Verdacht. "Es war bestimmt jemand aus diesem Hof - das spüre ich", hatte sie vermutet und sollte offenbar recht behalten ... In der Nacht auf Dienstag wurde ein Nachbar wegen dringenden Tatverdachts verhaftet. Im Bild: Die versiegelte Wohnungstür des Tatverdächtigen. Der Nachbar soll in einer ersten Einvernahme die Tat ohne jegliche Emotionen gestanden haben.

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Wie viel muss diese Frau noch ertragen? Zarema G., Mutter der getöteten Hadishat, stellte sich am Dienstag nach der Ausforschung des Täters tapfer einem Blitzlichtgewitter.

Zu "Heute" sagte sie: "Ich bin erleichtert, dass der Mörder meiner Tochter jetzt offenbar gefasst ist - aber ich weiß ehrlich gesagt nicht, wie es weitergehen soll. Ich habe permanent Angst und bin todtraurig."

Die 35-Jährige wird von ihrem Sohn Rustam und vielen Verwandten unterstützt. Die Familie organisiert derzeit das Begräbnis für Hadishat. Sie soll in Tschetschenien die letzte Ruhe finden. Landsleute sammeln Geld für die Überführung.

Mutter drückte Beileid aus
Zum Verdächtigen sagt sie: "Ich kenne ihn und seine Familie sehr gut und bin erschüttert. Wie kann man so herzlos sein?" Dann lässt sie aufhorchen: "Die Mutter des Täters kam am Wochenende zu mir, um mit mir Tee zu trinken und mir Beileid auszusprechen. Ich bin aber sicher, dass sie mich nur ausfragen wollte. Die Frau zitterte am ganzen Körper und schwitzte wie wild."

Zarema G. äußert einen Verdacht: "mir kann niemand erzählen, dass Roberts Familie nichts von der Tat mitbekommen oder gewusst hat."

Zarema G. will mit ihren sechs Kindern so rasch wie möglich wegziehen: "Ich kann nicht mehr in diesem Hof leben. Ich fühle mich hier nicht mehr sicher. Immer, wenn ich an den Mistkübeln vorbeigehe, werde ich an das Geschehene erinnert – das ertrage ich nicht."

Laut "Wiener Wohnen" soll sie noch diese Woche eine neue Gemeindewohnung erhalten. Anwalt Nikolaus Rast bedankte sich bei der Polizei für den raschen Fahndungserfolg: "Dadurch wurde eine Mordserie verhindert."

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    Ausgewählte Leser-Kommentare

    Ja es gibts ich habe Bild bekommen von Sparkasse aber ich weiss nicht wie ich dir es senden kann – Assi

    Die beliebtesten Leser-Kommentare

    • ehklar am 16.05.2018 06:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Nur ich

      Da gibt es noch viel zu ermitteln! Es ist völlig unglaubwürdig, dass niemand etwas bemerkt hat! Was mir zu denken gibt ist die Lebenseinstellung der Opferfamilie. Sie sind nach Österreich geflüchtet und wollen unbedingt ihr Kind in Tschetschenien begraben? Wie sieht der weitere Lebensplan aus?

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    • wolf198 am 16.05.2018 06:39 Report Diesen Beitrag melden

      Leider!

      Sorry mir tut nur die Kleine unheimlich leid! Wenn mein Kind getötet wurde, möchte ich das Grab laufend besuchen! Fliegt die Mutter jetzt ständig hin und her! Der Vater des Täters gibt im Tschetschenischen Rundfunk Interview! Diese Familien wollen leider nicht Österreicher werden! Die Österreichische Seele tickt anders!

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    • Christian am 16.05.2018 07:15 Report Diesen Beitrag melden

      Anerkannte Flüchtlinge?

      Das Begräbnis findet in Tschetschenien statt, mein Beileid der Familie! Aber werden die nicht in Tschetschenien verfolgt und müssen mit Gefängnis und Folter rechnen, oder war der Fluchtgrund doch nur eine Ausrede? Warum schreibt man nichts über den Vater, was macht er, von was lebt er, von was lebt die Großfamilie?

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    Die neusten Leser-Kommentare

    • JANA am 17.05.2018 12:40 Report Diesen Beitrag melden

      BITTE BITTE INFORMIEREN

      Tschetschenische Beerdigungen laufen anders ab. Die Mutter muss nicht anwesend sein, das Kind wird von Verwadten empfangen und am Friedhof neben ihren verstorbenen Angehörigen vergraben. Der Grund warum sie dort beerdigt wird ist ganz einfach, man weiß nie wie lange man in Österreich bleiben kann. Wenn sie zurückgehen müssen,wäre das Grab hier gefangen.

    • Chrisi am 17.05.2018 08:51 Report Diesen Beitrag melden

      Kopfschüttel

      Wenn man die Kommentare hier mitverfolgt stellst einem echt die Nackenhaare auf . In welcher Welt leben wir ? Hallo ? hier hat eine Mutter ihr Kind auf grausamste Weise verloren und alle die hier ihren Neid und Missgunst ( nicht auf den Tot des Kindes sondern auf die neue Wohnung haben ) ausdrücken , sollten sich aber sowas von schämen. Alle reden davon dass der Täter keine Empathie besitzt , wo bleibt Euer Mitgefühl den Opfern gegenüber ?

    • Moni am 16.05.2018 22:25 Report Diesen Beitrag melden

      Frau

      Arme kleine Maus! Tut mir im Herzen weh! Die Mutter verstehe ich nicht! Ich wäre zusammen gebrochen, könnte nicht mehr reden, lachen, .... Und so spät die Polizei einschalten, nein verstehe ich nicht und eine 7 las ich nicht allein! Ich war immer dabei und jetzt mit 16 ist bis zur gewissen Zeit ok, aber er meldet sich immer und ich weiß wo er ist undmit wem! Ich bringe ihn und hole ihn! Und ich bin Österreicherin!

      • Anna am 19.05.2018 17:31 Report Diesen Beitrag melden

        Einer Mama

        Mit 16 ist ihr Sohn ein Teenager, da wird er nicht immer erzählen wo er sich herumtreibt.

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    • Emma am 16.05.2018 20:19 Report Diesen Beitrag melden

      --

      Ich finde das hier alles schrecklich, der Täter gehört lebenslänglich. Die Eltern des Täters wussten sicher das mit ihrem Sohn was nicht stimmt aber haben nicht gehandelt eine Mutter weiß das . Ich bin selber damals aus Bosnien vor dem Krieg geflüchtet ich sage nur dazu anpassen respektieren und dankbar sein das Österreich mir und meiner Fammilie eine Chance gibt. Die das nicht tun nicht Arbeiten gehen und glauben sie können in Österreich machen was sie wollen RAUS AUS ÖSTERREICH . Mein Beileid an das Mädchen die anderen tun mir nicht Leid .

    • Lisa am 16.05.2018 19:53 Report Diesen Beitrag melden

      Unverständlich

      Wieso wird das arme Mädchen in Tschetschenien beerdigt? Die war dort doch noch nie, wenn sie hier geboren ist??? Ich als Mutter würde es nicht schaffen, ein paar Tage nach so einem tragischen Todesfall Interviews zu geben und mir eine neue Wohnung zu wünschen

      • Roman Podesva am 16.05.2018 21:00 Report Diesen Beitrag melden

        Purer Hass

        Sie würden also im Wohnhaus bleiben wollen, indem ihr Kind bestialisch abgeschlachtet wurde?!? Wieviel Hass und Abscheu trafen Sie in sich?

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