Skurriler Prozess

11. Januar 2017 03:15; Akt: 22.01.2017 03:42 Print

Opfer zeigte Überfall nicht an, aber Polizei lauschte mit

Im Gerichtssaal brabbelte ein fünf Monate alter Bub am Schoß der Mama. Vorn auf der Anklagebank saßen Papa Michael M. (36) und sein Freund Markus W. (41). Beide bekannten sich schuldig, einen Raubüberfall begangen zu haben, den das Opfer gar nicht angezeigt hat.

 (Bild: Denise Auer)

(Bild: Denise Auer)

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Skurriler kann ein Strafprozess kaum sein. Die Beschuldigten sind suchtkrank und mehrfach vorbestraft. Lange bezogen sie Heroin von Mirko D. (23), um 30 Euro das Gramm. Im Juli des Vorjahres aber waren sie pleite und wollten ihren Dealer ausrauben. Argument dabei: eine Teleskopstange.

Doch das Opfer konnte sich losreißen und erzählte später nur am Handy einem Kumpel von dem Überfall. Pech für alle: Fahnder hatten den Drogenverkäufer im Visier und lauschten erstaunt mit. Dienstag vor Gericht in Wien wollte der Dealer nicht aussagen.

Michael M. (Anwalt Roland Friis) und sein Komplize baten reuig um "eine letzte Chance". Richterin Sonja Weis schüttelte den Kopf: 4 und 4 1/2 Jahre Haft. Der Jungvater durfte sein Baby noch einmal umarmen.

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