Wirbel um "Manipulation"

03. Januar 2018 16:24; Akt: 03.01.2018 16:30 Print

Radeln um Zählstelle war "Protest-Aktion"

von Gerda Mackerle - Mehrere Radler, die im Kreis rund um die Zählstelle am Praterstern kurvten, sorgen derzeit für eine Debatte. Manipulation? Nein, es war eine Kunstaktion, heißt es.

Ende Dezember sprang die Zahl der Radler an der Zählstelle am Praterstern auf 1 Million. Die Zahlen der Protestaktion

Ende Dezember sprang die Zahl der Radler an der Zählstelle am Praterstern auf 1 Million. Die Zahlen der Protestaktion "Radeln gegen Rechts" werden aber wieder herausgerechnet, so die Mobilitätsagentur. (Bild: privat)

Zum Thema
Fehler gesehen?

Darüber spricht ganz Wien: Ein Video, auf dem mehrere Radler rund um die Zählstelle am Praterstern fahren. Eine "gezielte Manipulation" befürchtete die "Krone". Denn: Der Effekt des Kreisens rund um die Radzählstelle war natürlich, dass die Zahl der Radler virtuell nach oben schoss. Auch die ÖVP Wien befürchtet "gefälschte Statistiken". ÖVP-Wien-Verkehrssprecher Manfred Juraczka forderte am Mittwoch von Verkehrsstadträtin Maria Vassilakou (Grüne), dass "kinderleicht durchführbare Zählstellen-Manipulationen am Praterstern künftig verhindert werden".

Umfrage
Finden Sie die Protestaktion bei der Radzählstelle in Ordnung?
13 %
71 %
16 %
Insgesamt 103 Teilnehmer

Aktion "Radeln gegen Rechts" war Protest

"Heute" fragte nach, was es mit der Radaktion auf sich hat – und machte die Organisatoren Angela Stief, Thomas Miessgang und Thomas Draschan ausfindig. "Das war eine politisch motivierte Kunstaktion.Wir sind in zwei Kreisen um die Radzählstelle gefahren, um gegen die rechtspopulistische Regierung zu protestieren", sagt Angela Stief, Kuratorin und eine der Initiatorinnen. Am Freitag, den 29. und am Samstag, den 30. Dezember radelten jeweils rund 15 Teilnehmer um die Zählstelle am Praterstern – "jeweils drei bis vier Stunden lang", so Stief. Von Manipulation könne keine Rede sein, so Stief: "Es handelte sich um eine lebende Skulptur."

Das Ziel: Unter dem Motto "Radeln gegen Rechts" eine Million Radler bei der Zählstelle zu knacken. Mit Erfolg: Die Protest-Teilnehmer radelten, bis die Million erreicht war.

celebrating

Posted by Angela Stief on Samstag, 30. Dezember 2017

Radbeauftragter: "Aktion wird statistisch herausgerechnet"

Radbeauftragter Martin Blum beruhigt: "Es wird veranlasst, dass dies bei den Auswertungen statistisch herausgerechnet wird." Ein sprunghafter Anstieg von Zahlen könne von den Technikern der MA 46 erkannt werden. Soll heißen: Die Zahl an der Zählstelle beim Praterstern bleibt für das Jahr 2017 weiterhin bei rund 980.000 Radlern. "Es war eine einmalige Spaßaktion bzw. eine Kunstaktion", so Blum.

Und: Wenn der Radverkehr am Praterstern weiter so zunehme wie in den vergangenen Jahren, werde "die Million Radfahrer an der Zählstelle im Jahr 2018 ganz normal – und ohne Spaßaktionen – geknackt werden", so die Mobilitätsagentur.

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • zimbo am 03.01.2018 17:06 Report Diesen Beitrag melden

    Sehr geehrter Hr. Kickl !

    Bitte Sümpfe trockenlegen.mfg zimbo

    einklappen einklappen
  • mitdenker am 03.01.2018 18:15 Report Diesen Beitrag melden

    Meine Erkenntnis:

    Es ergibt für mich ein in sich geschlossenes abgerundetes Bild. Mit den Grünen gehts halt nunmal immer nur im Kreis und somit nie wirklich vorwärts!

  • mcgyver am 03.01.2018 18:12 Report Diesen Beitrag melden

    Radweg??

    Kann mir nicht vorstellen, dass rund um die Zählstelle ein Radweg verläuft - folglich wäre die Polizei mit gespitzten Bleistift zuständig gewesen (Radfahren am Gehsteig, wie so oft in Wien leider ungestraft - Frechheit!)

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • zorah am 05.01.2018 12:58 Report Diesen Beitrag melden

    kommt mir doch bekannt vor....

    das erinnert an die genossen aus der sowjetunion, die kriegsgefangene um den häuserblock paradieren ließen, um ihre zahl größer zu erscheinen. die linken zeigen uns doch immer wieder: man kann noch tiefer sinken!

  • Hans Doppel am 05.01.2018 10:54 Report Diesen Beitrag melden

    Ziemlich zynisch!?

    "Die Fahrradzahlen sind uns ja egal." Na ja da ist aber eine ziemlich brutale Aussage, liebe Organisatoren! Sympathie-werbund sieht anders aus...

  • herwigbully am 04.01.2018 11:19 Report Diesen Beitrag melden

    Rechtsfahrer

    Da waren aber einige, die rechts gefahren sind. Grüne halt. Habens nicht verstanden. Lachhaft, hoffentlich haben sie um Suvention angesucht für ihr Kunstprojekt. Oder ist ihnen das zu spät eingefallen.

  • Hannah am 04.01.2018 11:06 Report Diesen Beitrag melden

    da muss ich kurz ironisch werden

    Und die Kunst konnte natürlich nur beim Zähler stattfinden. Ja genau. Das überzeugt mich.

  • mitdenker am 03.01.2018 18:15 Report Diesen Beitrag melden

    Meine Erkenntnis:

    Es ergibt für mich ein in sich geschlossenes abgerundetes Bild. Mit den Grünen gehts halt nunmal immer nur im Kreis und somit nie wirklich vorwärts!