Silvesterbilanz

01. Januar 2018 11:02; Akt: 01.01.2018 11:29 Print

Böller zerfetzten Hände in Wien und Innsbruck

Zahlreiche Unfälle in der Silvesternacht: Zwei Männer in Wien und Innsbruck wurden von Feuerwerkskörpern schwer verletzt. Die Polizei zieht Bilanz.

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Die Tiroler Polizei kann eigentlich auf eine sehr ruhige Silvesternacht zurückblicken, 250.000 Menschen feierten friedlich in Innsbruck. Die positive Bilanz währte jedoch nur bis 6 Uhr Früh, da geschah ein schwerer Unfall.

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Ein 30-jähriger Mann aus Ungarn fand in der Paul-Hofheimer-Gasse einen Böller, der nicht richtig gezündet hatte. Er nahm den Feuerwerkskörper in die Hand und wollte ihn nochmal anzünden.

Amputation droht
Dabei explodierte der Böller direkt in seiner linken Hand, die regelrecht zerfetzt wurde. Die Verletzungen sind so schwer, dass sogar die Muskulatur zu sehen war. Derzeit kämpfen die Ärzte um den Erhalt der Hand, es könnte sogar eine Amputation notwendig sein.

Auch in Osttirol wurde ein 35-Jähriger von einer Rakete verletzt, die ihn am Hals traf. Auch er musste ins Spital eingeliefert werden.

Fünf Finger abgetrennt
Auch in der Wiener Donaustadt ereignete sich ein schwerer Unfall mit einem explodierenden Feuerwerkskörper. Einem 41-jährigen Mann wurden dabei alle fünf Finger der rechten Hand abgetrennt. Zwei Rettungsteams mussten den Verletzten versorgen und ins Krankenhaus bringen.

Die Wiener Berufsrettung musste zwischen 19 Uhr und 7 Uhr Früh insgesamt 473 Mal ausrücken, es war damit die einsatzstärkste Nacht des Jahres für die Sanitäter.

Bilanz der Polizei
Die Wiener Polizei war nicht nur beim Wiener "Silvesterpfad" für die Sicherheit von 700.000 Feierwütigen zuständig. Die Party in der Innenstadt verlief ohne gröbere Zwischenfälle, trotzdem hatten die Beamten in der ganzen Stadt alle Hände voll zu tun.

Die Polizei musste zahlreiche illegale Feuerwerkskörper sicherstellen, darunter auch eine Kugelbombe, die ein Verdächtiger vor einer Polizeiinspektion zünden wollte (siehe Diashow oben).

4.247 Notrufe gingen innerhalb von 24 Stunden bei der Nummer "133" ein. Es gab 126 Einsätze wegen Lärmerregung, 387 Einsätze wegen verbotener pyrotechnischer Gegenstände und 57 Brandeinsätze.

Dabei regnete es 80 Anzeigen, davon 18 wegen Sachbeschädigung durch Pyrotechnik, jeweils eine Anzeige gab es auch wegen Brandstiftung und Körperverletzung. 17 Mal verhängten die Polizisten eine Geldstrafe wegen verbotener Feuerwerkskörper.

Am Silvesterpfad allein wurde neun Personen wegen Körperverletzung angezeigt, es gab eine Festnahme wegen Widerstand gegen die Staatsgewalt. Außerdem gab es fünf Anzeigen wegen sexueller Belästigung und 16 Geldstrafen.

Auch eine detaillierte Liste der Sachbeschädigungen veröffentlichte die Polizei:

•Brand eines Pkw in der Paulienengasse (Währing)
•Sprengung eines Zigarettenautomaten in der Laaer-Berg-Straße (Favoriten)
•Sprengung einer Telefonzelle in der Britenleer Straße (Donaustadt)
•Sprengung einer mobilen WC-Anlage am Ferdinand-Kaumfmann-Platz (Floridsdorf)
•Sprengung eines Zigarettenautomaten in der Alxingergasse (Favoriten)
•Sprengung eines Münztelefons in der Höfftgasse (Simmering)
•Sprengung einer Zeitungskassa in der Siebeneichengasse (Fünfhaus)
•Zündungsversuch einer Kugelbombe (F4) vor der Polizeiinspektion Zohmanngasse
•Sprengung einer mobilen WC-Anlage in der Winarskystraße (Brigittenau)
•Sprengung eines Zigarettenautomaten in der Ybbsstraße (Leopoldstadt)
•Wohnungsbrand aufgrund einer Rakete in der Storkgasse (Margareten)
•Balkonbrand aufgrund einer Rakete in der Dieselgasse (Favoriten)
•Brand von zwei Balkonen aufgrund einer Rakete am Schöpfwerk (Meidling)
•Zwei Wohnungsbrände nach Brandstiftung in der Wagramer Straße (Donaustadt)
•Sprengung eines Zigarettenautomaten in der Rosenackerstraße (Ottakring)
•Wohnungsbrand nach Raketenbeschuss in der Römergasse (Hernals)
•Sprengung eines Müllcontainers am Antonsplatz (Favoriten)
•Acht durch Brand schwer beschädigte Wohnungen in der Steinergasse (Liesing)
•Sachbeschädigung in einem Wohnhaus durch Böller in der Zanaschkagasse (Meidling)

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(red)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Andrea Nentwich am 01.01.2018 12:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Frau

    Aber wenn wer gegen Feuerwerk und Böller ist, wird er als "Spassbremse" und Spiesser bezeichnet. Nun - erzählt doch dann 'mal den Geschädigten, dass alles ja nur aus Spass passierte!

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  • Peter am 01.01.2018 13:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    S.s.k.M.

    Und nächsten Silvester schießen sie wieder! Ich habe überhaupt kein Mitleid mit denen! Nach dem Motto : Selber schuld kein Mitleid!

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  • magister am 01.01.2018 11:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wo die Liste Pilz recht hat...

    Wenn man diese Liste der Unfälle, Brände und Verletzungen durch Feuerwerkskörper liest, fragt man sich: war das ganze sinnvoll?

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Die neuesten Leser-Kommentare

  • Unwichtig am 01.01.2018 19:35 Report Diesen Beitrag melden

    Schuss nach hinten

    Das Feuerwerk, welches man in Wien (ich weiß es nur von Wien) LEGAL kaufen kann, ist zwar jetzt nicht ganz ungefährlich, richtet aber nicht den Schaden an, als das Feuerwerk, was du über der Grenze bekommst. "Hände zerfetzt", ein normaler "Pirat" reißt einem nicht die Hand ab. Mir ist schön öfter (leider aus eigener Dummheit) ein Pirat in der Hand hochgegangen, aber außer Verbrennungen war da nichts. Nehmen wir an es kommt zu einem Verbot. Die Leute die ohne Feuerwerk nicht wollen (und das sind genug) gehen über die Grenze und kaufen sich das gefährliche Zeug. Das wird nach hinten losgehen.

  • Moni am 01.01.2018 19:04 Report Diesen Beitrag melden

    Mal Klartext: Die Menschheit hat

    oft genug unter Beweis gestellt, dass nicht reif genug ist, mit Feuerwerkskörpern verantwortlich umzugehen. Daher sollten Feuerwerkskörper für den Privatgebrauch verboten werden. Stattdessen sollte es in jeder grösseren Stadt ein offizielles, von Pyrotechnikern durchgeführtes Feuerwerk geben.

  • Ursula Hemm am 01.01.2018 17:30 Report Diesen Beitrag melden

    Frau

    Finde ich absolut richtig Knallkörper gehören auf jeden Fall verboten, denn die Leute die sie verwenden sind total Skrupellos

  • Josef Sepperl am 01.01.2018 17:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    kein mitgefühl

    Schade das nicht der Kopf zerfetzt wurde. Der wäre sicherlich ganz unnötig bei diesem Lebewesen.

  • Calimero am 01.01.2018 15:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    P4

    Einen Cobra 8-Böller aus Italien. Dieser enthält 100 Gramm Sprengmittel und gehört zur Feuerwerks-Klasse F4. In Deutschland verkauft ! Viele Böller als Tierabwehr verifiziert usw.