Wien

31. Mai 2017 14:01; Akt: 31.05.2017 15:55 Print

Sex-Sprüche: Angestellte klagt Chef - und verliert

Sexuelle Belästigung oder nicht? Eine Ex-Angestellte klagte ihren Chef, bekam 1.000 €. Er ging in Berufung, bekam Recht. Der OGH bestätigte jetzt das Urteil.

Der Chef hatte einen lockeren Ton, machte Andeutungen. (Bild: Fotolia (Symbol))

Der Chef hatte einen lockeren Ton, machte Andeutungen. (Bild: Fotolia (Symbol))

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Der Obmann eines Wiener Vereines war für seinen brachialen Umgangston, insbesondere im Kontakt mit weiblichen Angestellten, wahlweise bekannt oder gefürchtet. Auch vor Kraftausdrücken scheute er nicht zurück und machte kein Geheimnis daraus, dass ihn große Brüste und ein "breiter Arsch" anturnen würden.

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Als die Mitarbeitern einmal einen Teller "Carbonara" aß, meinte er: "Die Sauce erinnert mich an was anderes". PC-Probleme der Angestellten schob der Chef öfters darauf , dass die Mitarbeiterin "wohl zu viel auf Pornoseiten surfe".

Geile Leute
In einer Silvester-SMS schrieb er an seine Mitarbeiterin: "Ich kenne so viele Leute: Arme, hässliche Säcke, Schlampen, Alkoholiker und sonstige Idioten, denen ich noch schreiben muss. Also fange ich mal bei den attraktiven, gescheiten, stilvollen und geilen Leuten an....wie Dir! Guten Rutsch."

Als wieder einmal Computer-Schwierigkeiten auftraten, fragte sie ihn sarkastisch: "Haben die Pornoseiten, die ich hier während meiner Arbeitszeit schaue, etwas damit zu tun?" Seine Antwort: "Schick mir den Link". Sie: "Das sind zu viele und ich glaube nicht, dass wir auf die selben Sachen stehen."

Erstgericht gab ihr recht
Nachdem die Mitarbeiterin gekündigt hatte, klagte sie auf Schadensersatz als Ausgleich für die erlittene persönliche Beeinträchtigung infolge sexueller Belästigung. Das Erstgericht sprach ihr schließlich 1.000 Euro zu.

In der Berufung allerdings bekam der Ex-Chef Recht, auch der Oberste Gerichtshof bestätigte jetzt das Urteil. Begründung: Die Klägerin wäre auf die sexuellen Bemerkungen oder SMS eingestiegen und erwiderte diese zum Teil. Somit war sein Verhalten für die Klägerin nicht oder zu wenig einschüchternd, feindselig oder demütigend.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Ichhalt am 31.05.2017 16:21 Report Diesen Beitrag melden

    Erst

    mitscherzen und dann klagen? So geht´s auch nicht. Besser wäre es gewesen kundzutun das man solche"Scherze" nicht will. Wenn dann keine Ruhe ist kann man von Belästigung sprechen .

  • Sojave am 31.05.2017 16:57 Report Diesen Beitrag melden

    Sie wollte nur kassieren

    Sehr gut! Mich nerven diese humorlosen paranoiden Dämchen, die sich wegen so etwas sexuell belästigt fühlen! Das ist genau so, wie wenn man sich von einem Hund angegriffen fühlt nur weil er gerade in die Richtung bellt, in der man steht. Ich habe solche sexuellen Verbalattacken immer als Herausforderung empfunden schlagfertig darauf zu antworten. Frauen ab einem gewissen Alter sind heute genügend aufgeklärt sich auch verbal wehren zu können. Und wenn man weiß, dass der Chef einen Hang zu solchen Sprüchen hat, sonst aber okay ist, geht das bei einem Ohr rein und beim anderen wieder raus.

  • Anni am 31.05.2017 19:34 Report Diesen Beitrag melden

    2 unterschiedliche Urteile

    2 Gerichte, 2 unterschiedliche Urteile. Seltsame Justiz in Österreich.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Rolf am 01.06.2017 02:30 Report Diesen Beitrag melden

    Spaghetti Carbonara

    Also wenn mir jemand zu meinem Essen am Tisch so einen ungustiösen Spruch los lässt, dann sagt er / sie das genau 1 Mal und dann kommt eine Meldung zurück, dass damit ein für allemal Schluss ist.

  • Anni am 31.05.2017 19:34 Report Diesen Beitrag melden

    2 unterschiedliche Urteile

    2 Gerichte, 2 unterschiedliche Urteile. Seltsame Justiz in Österreich.

  • Sojave am 31.05.2017 16:57 Report Diesen Beitrag melden

    Sie wollte nur kassieren

    Sehr gut! Mich nerven diese humorlosen paranoiden Dämchen, die sich wegen so etwas sexuell belästigt fühlen! Das ist genau so, wie wenn man sich von einem Hund angegriffen fühlt nur weil er gerade in die Richtung bellt, in der man steht. Ich habe solche sexuellen Verbalattacken immer als Herausforderung empfunden schlagfertig darauf zu antworten. Frauen ab einem gewissen Alter sind heute genügend aufgeklärt sich auch verbal wehren zu können. Und wenn man weiß, dass der Chef einen Hang zu solchen Sprüchen hat, sonst aber okay ist, geht das bei einem Ohr rein und beim anderen wieder raus.

  • Ichhalt am 31.05.2017 16:21 Report Diesen Beitrag melden

    Erst

    mitscherzen und dann klagen? So geht´s auch nicht. Besser wäre es gewesen kundzutun das man solche"Scherze" nicht will. Wenn dann keine Ruhe ist kann man von Belästigung sprechen .

  • Ingrid am 31.05.2017 16:00 Report Diesen Beitrag melden

    Blöde Sprüche

    Solche Chefs braucht man. Die glauben so blöde Sprüche gefallen den Frauen. Das Urteil ist eine Frechheit

    • G.Amlacher am 01.06.2017 13:15 Report Diesen Beitrag melden

      Nur ein Urteil

      Ja so gehts eigentlich ein jeden. Urteil zu seinen gunsten da sagt man klarer Fall und gerechtigkeit siegt. Ein Urteil was einem nicht past da sagt man Justiz versagt, frechheit und laut aufschreien. Und so wie ich mir momentan die Daumen anschau scheint es ein gutes Urteil gewesen zu sein. Denn beide Seiten sind annähernd gleichstark

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