Medizinal-Hanf findet Zustimmung

26. September 2017 15:22; Akt: 26.09.2017 17:09 Print

Studie: 78 Prozent für Cannabis (nur) auf Rezept

von Gerda Mackerle - Überraschendes Fazit einer repräsentativen Befragung: Die Bevölkerung ist gut über Cannabis als Medizin informiert.

Otto Lesch, Professor und Facharzt an der Wiener Universitätsklinik für Psychiatrie und Psychotherapie mit Patientin Gisela Bors und Allgemeinmediziner und dem Gründer der Arbeitsgemeinschaft

Otto Lesch, Professor und Facharzt an der Wiener Universitätsklinik für Psychiatrie und Psychotherapie mit Patientin Gisela Bors und Allgemeinmediziner und dem Gründer der Arbeitsgemeinschaft "Cannabis als Medizin" Kurt Blaas (Bild: Denise Auer)

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"Ich war machtlos. Ich konnte meine Hand nicht bewegen", erzählt Gisela Bors. Die 58-Jährige leidet seit ihrer Geburt an "Morbus Wilson", einer Krankheit, bei der sich Kupfer im gesamten Körper ansammelt. Dadurch kommt es zu Krämpfen und Zittern. "Ich habe alles probiert, mir wurde Botox in die Fußsohlen gespritzt, ich habe kinesiologische und homöopathische Therapien gemacht. Ich war am Ende", erzählt Bors. Was ihr half? Die 58-Jährige erfuhr von Kurt Blaas, einem Arzt, der in seiner Ordination in Wien-Neubau Cannabismedizin anbietet.

Umfrage
Soll medizinisches Cannabis legalisiert werden?
97 %
1 %
2 %
Insgesamt 150 Teilnehmer

Was in Deutschland möglich ist – dass Schwerstkranke medizinisches Cannabis auf Rezept bekommen – ist in Österreich weit weg. Hier dürfen derzeit nur synthetische Extrakte aus der Pflanze verwendet werden.

"Mir wurde Dronabinol verordnet", erzählt Bors. Die Wirkung des Medikaments, das THC – also ein Cannabinoid, das im Hanf vorkommt – enthält, auf die Patientin: "Es lindert den Schmerz und ich kann jetzt schreiben", erzählt Bors, die das Medikament auch von ihrer Krankenkasse im Burgenland bewilligt bekam. Nachsatz: "Ich wünsche mir für andere Patienten, dass sie das auch von der Kasse genehmigt bekommen."

Medizinalhanf: Österreicher gut informiert

Eine aktuelle Studie ergibt, dass die Österreicher überraschend gut über Medizinalhanf informiert sind.

In der repräsentativen Befragung der "Peter Hajek Public Opinion Strategies GmbH" wurden 1.000 Österreicher ab 16 Jahren befragt. Die Umfrage im Auftrag der Flowery Field GmbH und der Arbeitsgemeinschaft Cannabis wurde zwischen 31. August und 14. September durchgeführt.

Spannend: Auf die Frage, was ihnen spontan zum Thema Hanf einfällt, geben 890 Befragte eine Antwort. 77 Prozent geben an, dass ihnen medizinisches Cannabis bekannt sei, bei Befragten mit Schmerzpatienten im persönlichen Umfeld sind es sogar 83 Prozent. 86 Prozent ist bekannt, dass medizinisches Cannabis schmerzstillend ist.

78 Prozent für Cannabis auf Rezept

Spannend: 78 Prozent stimmen der Aussage sehr oder eher zu, dass medizinisches Cannabis nur unter ärztlicher Verschreibung und Anwendung erhältlich sein" soll. Ebenfalls 78 Prozent der Befragten sind sehr oder eher dafür, dass "medizinisches Cannabis nur auf Rezept in Apotheken erhältlich sein" soll.

"Die Bereitschaft, Medizinalhanf zuzulassen, ist hoch – sofern Ärzte und Apotheken die Kontrollhoheit haben. Generelle Cannabis-Legalisierung, Eigenanbau zu medizinischen Zwecken und kauf ohne Rezept in Hanfshops werden strikt abgelehnt", erläutert Peter Hajek die Ergebnisse der Studie.

Experten fordern: "Behandlung mit Cannabisblüte"

Kurt Blaas, Gründer der Arbeitsgemeinschaft "Cannabis als Medizin", fordert: "Man sollte die Behandlung mit Cannabisblüte einführen." Der Grund: "Es wirkt einfach besser." In Österreich seien derzeit nur zwei Präparate verschreibbar – Dronabinol und CBD.

Otto Lesch, Facharzt an der Uniklinik für Psychiatrie, fordert eine neue Gesetzeslage, auch, um die Barrieren für die Forschung abzubauen: "Die Cannabispflanze ist kein Allheilmittel, aber potenziell dort sehr wirksam, wo Opiate versagen." Das Problem derzeit: "Die bürokratischen Schikanen sind enorm."
Lesch macht außerdem auf die Gefahren von Alkohol und Nikotin aufmerksam. "Ich würde die Erreichbarkeit einschränken."

"Jeder Mensch hat das Recht, für seine Schmerzen die besten Medikamente zu finden", fordert Lesch.

Die Neos sprachen sich in einer ersten Reaktion für den "professionellen Einsatz von Cannabis zu medizischen Zwecken" aus.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • genug am 26.09.2017 18:00 Report Diesen Beitrag melden

    ohne schmerzen

    in Israel wird den menschen in altenheimen cannabis in verschiedenen formen verabreicht und das seit bald 30 jahren . (doku). die freuen sich des lebens ohne schmerzen,aber was wissen politiker ?

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  • montagswahnmache am 27.09.2017 12:25 Report Diesen Beitrag melden

    es gehört überhaupt legalisiert

    cannabis ist überhaupt nicht vergleichbar mit alkohol. alkohol ist eine richtig harte droge vergleichbar mit heroin und hat das selbe suchtpotential wie heroin. cannabis hingegen macht noch nicht einmal einen "rausch" wie ihn die alkoholisten kennen: alkohol ist giftig darum wird einem ja schlecht davon. cannabis ist völlig ungiftig, es gibt keine tödliche dosis davon. eine tödliche dosis alkohol kann man sich in jedem supermarkt und auf jeder tankstelle kaufen. das verbot von cannabis ist rein ideologisch begründet, die "kiffer" sind keine dummgesoffenen hackler...

  • Willi am 26.09.2017 21:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    So ein Blödsinn!

    So ein Blödsinn! Canbabis (nur) auf Rezept. Und wann gibt es die um ein vielfaches härtere und gefährlichere Droge Alkohol auf Rezept? Cannabis gehört gesetzlich dem Alkohol und Tabak gleichgestellt. Pasta! Hört endlich mit diesem Kasperltheater auf.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Et77 am 28.09.2017 13:46 Report Diesen Beitrag melden

    Legalize it

    Warum nur für medizinische Zwecke legalisieren? Es gehört schon lange komplett entkriminalisiert und legal zugänglich unter staatlicher Kontrolle. Die Gesetze sind nicht mehr zeitgemäß. Wenn ein junger Mensch mit alkohol Vergiftung eingeliefert wird... Naja, er ist noch jung heißt es. Einer der kifft wird aber gleich in die kriminelle Ecke gesteckt. Wie lange sollen wir uns noch Bevormundung lassen? Es wird endlich Zeit für ein umdenken und kommt mir ja nicht mit dem Schwachsinn "einstiegsdroge"

  • montagswahnmache am 27.09.2017 12:25 Report Diesen Beitrag melden

    es gehört überhaupt legalisiert

    cannabis ist überhaupt nicht vergleichbar mit alkohol. alkohol ist eine richtig harte droge vergleichbar mit heroin und hat das selbe suchtpotential wie heroin. cannabis hingegen macht noch nicht einmal einen "rausch" wie ihn die alkoholisten kennen: alkohol ist giftig darum wird einem ja schlecht davon. cannabis ist völlig ungiftig, es gibt keine tödliche dosis davon. eine tödliche dosis alkohol kann man sich in jedem supermarkt und auf jeder tankstelle kaufen. das verbot von cannabis ist rein ideologisch begründet, die "kiffer" sind keine dummgesoffenen hackler...

  • Willi am 26.09.2017 21:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    So ein Blödsinn!

    So ein Blödsinn! Canbabis (nur) auf Rezept. Und wann gibt es die um ein vielfaches härtere und gefährlichere Droge Alkohol auf Rezept? Cannabis gehört gesetzlich dem Alkohol und Tabak gleichgestellt. Pasta! Hört endlich mit diesem Kasperltheater auf.

    • ori am 26.09.2017 22:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Willi

      Wäre auch nicht ganz richtig...Alkohol ist viel gefährlicher als Alkohol....

    • Willi am 27.09.2017 09:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @ori

      Eine gesetzliche geleichstellung hat nichts mit der Gefährlichkeit der Droge zu tun. Sondern lediglich mit dem Gesetzlichen Umgang damit. Deshalb die Forderung der Gesetzlichen gleichstellung. Es ist völlig klar das Alkhol die mit grossem Abstand gefährlichste und härteste Droge überhaupt ist. Siehe Wikipedia/Drogen

    • Andreas am 28.09.2017 14:18 Report Diesen Beitrag melden

      Am besten gleich alle Drogen legalisieren

      Neben Risiken wie Streckmittel (Kunststoffe, Blei) die erst der Schwarzmarkt hervorbringt, ohne dass das Verbot den Konsum erkennbar senken würde. Gilt aber für viele jetzt illegale Drogen. Wer glaubt dass nur Cannabis unter den illegalen Drogen umgefährlicher als Alkohol abschneidet kann ja mal z.B. nach der Studie von David Nutt von 2010 suchen.

    • montagswahnmache am 28.09.2017 20:32 Report Diesen Beitrag melden

      @andreas

      meinst du "ungefährlicher" ? die grafik von david nutt (das punkte-diagramm mit den drogengefahren, nachzuschlagen auf wiki) listet cannabis als eine der harmlosesten drogen.

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  • Grüne Verweigerer am 26.09.2017 20:53 Report Diesen Beitrag melden

    Schmerzfrei

    Millionen könnten eingespart werden, die der Pharma sonst in den Rachen geworfen werden. Daher: Canabis auf Rezept vom Gesundheitsministerium, da kann der Staat wirklich ganz viel sparen.

    • ori am 26.09.2017 22:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Grüne Verweigerer

      Das ist ja das Problem...die Pharmaindustrie verhindert Cannabis mit allen Mitteln...horrende Geldeinbußen wäre die Folge....nicht der Mensch und dessen Leid zählt sondern NUR das Geld.....

    • montagswahnmache am 27.09.2017 12:33 Report Diesen Beitrag melden

      das mit der "bösen pharmaindustrtie"

      ist eine verschwörungstheorie der alternaivmediziner (quacksalber). bekannte die in der pharma arbeiten bestätigen mir daß die pahrmaindustrie sofort ins geschäft mit natürlichen cannabispräparaten einsteigen würde, wäre es legal.

    • Willi am 27.09.2017 23:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @montagswahnmache

      ...und zudem hat sich die Pharma bereits schon dutzende Cannabis Patente gesichert.

    • montagswahnmache am 28.09.2017 20:34 Report Diesen Beitrag melden

      @willi

      das hat sie gut gemacht, die pharmaindustrie. ich will cannabispräparate auf rezept, wer kiffen will soll es ohnehin ohne jede ideologische diskussion tun. wenn wir selbstmörderische sportarten erlauben (adrenalin) muß der genuß von jeglichen drogen legal sein.

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  • genug am 26.09.2017 18:00 Report Diesen Beitrag melden

    ohne schmerzen

    in Israel wird den menschen in altenheimen cannabis in verschiedenen formen verabreicht und das seit bald 30 jahren . (doku). die freuen sich des lebens ohne schmerzen,aber was wissen politiker ?

    • a38950 am 26.09.2017 19:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @genug

      Zeit wirds!!!

    • Grüne Verweigerer am 26.09.2017 20:59 Report Diesen Beitrag melden

      Kurz und gut

      Das Richtige tun, wäre an der Zeit.

    • Willi am 27.09.2017 12:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @genug

      Was die Politiker wissen ist volgendes. Cannabis ist völlig ungefährlich und die wohl beste Medizin seits lebewesen auf der Erde gibt. Aber, Politiker werden von der Pharma und Alkohol Industrie im Zaun gehalten. Deren Einbußen währen nämlich enorm. In Colorado ist seit der Legalisierung vor 10 Jahren deren Umsatz um bis zu 40% gesunken. Die winden und strampeln sich in alle Richtungen. In Texas hat die Pharma 30mio.Dolar gespendet damit das Kraut verboten bleibt. Noch fragen?

    • montagswahnmache am 27.09.2017 14:10 Report Diesen Beitrag melden

      @willi

      nichts von dem was du behauptest ist wahr. das gschichtl mit den 30 millionen dollar lobbyspende in texas läßt sich nicht verifizieren, man findet nichts dazu. die verschwörungstheorien der quacksalber werden immer dümmer. auch zu den angeblichen einbußen der "alkoholindustrie" findet sich nichts, keine evidenz dafür. leute die gschichtln drucken helfen nicht unbedingt bei der legalisierung von cannabis möcht ich dir nur sagen.

    • Hans Dampf am 28.09.2017 17:42 Report Diesen Beitrag melden

      Quelle - ein Anfang

      https://Ist zwar in Englisch, aber von einer doch recht seriöse Quellen. Nach unter einer Minute Recherche gefunden. Und wenn die das über'm Teich machen, warum dann mehr oder weniger verborgen nicht auch hier?

    • montagswahnmache am 28.09.2017 19:35 Report Diesen Beitrag melden

      ich habe auch noch was gefunden

      es wurde aber nicht freigeschalten weil man hier nichts verlinken darf. es ist aber aus einer amerikanischen aktivisten-quelle und die haben keinen beweis für ihre behauptung daß ein sponsoring einer anti-cannabis-kampagne durch die pharmaindustrie passiert. weltverschwörungs-websiten sind keine zuverlässigen quellen, nicht verifizierbar. und quacksalber die die forderung nach der legalisierung von cannabis für ihren pseudomedizinischen betrug mißbrauchen wollen helfen auch nicht.

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